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Alles über die Autorin Jasmin:

Ich beschäftige mich privat wie beruflich am liebsten mit den Irrungen und Wirrungen des Zwischenmenschlichen. Seit 1989 unterhalte ich Menschen als Kolumnistin und Redakteurin in Print- und TV-Medien. Als Schriftstellerin gelten meine größten Leidenschaften den Themen Liebe, Erotik, Partnerschaft und… dem Kochen.

Jasmin Leheta

Mobil: 0163-6 46 39 56
E-Mail: jleheta@web.de

Alles über meine Gedanken

Ach, wie wundervoll! Ich könnte den ganzen Tag durch meinen Online-Zweitwohnsitz wandern und mich an den schönen Dingen ergötzen, die mich da umgeben.

Hier fühle ich mich richtig zuhause! Und heiße alle herzlich willkommen, mich zu besuchen und ein bisschen zu verweilen - zum Kochen, Neuigkeiten, Rezepte, Stylingtipps und Kontakte austauschen und Verabredungen treffen.

Jasmins Betrachtungen des Weltgeschehens:

Künstler

„Künstler“ ist für mich ein Schimpfwort. Diese „interessanten Persönlichkeiten“, die aufgrund ihrer überkandidelten Auftritte und schrillen Aufmachungen alle Blicke auf sich und alle „Normalos“ in ihren Bann ziehen, verschaffen mir Unbehagen, eine Gänsehaut. Für mich sind Künstler Menschen, die glauben, dass die Welt Eintritt zahlen muss, um sie erleben zu dürfen. Ihre Freunde betrachten sie als Claqueure, die in ihrem ach so viel spannenderen, farbenfroheren Künstlerleben ein ewiges Schattendasein auf den billigen Plätzen fristen sollen. Brauchbar bist du für einen Künstler nur, wenn du eine Muse, ein Mäzen oder Publikum bist. Ob du selbst kreativ bist, ist nicht von Interesse, denn sie versuchen ständig, dich in eine dieser drei Schubladen zu stopfen, damit du dich ihrem und nicht deinem eigenen Schöpfungsdrang widmest. Und schon bist du mitten in einem immerwährenden Konkurrenzkampf, der leider nur zu selten das Geschäft belebt, sondern einen von beiden die gesamte Kreativität kostet. Der Verlierer kündigt sein Atelier, verbrennt seine Skizzenblöcke und Manuskripte, verschenkt seine Skulpturen, verhökert seine Kunstwerke bei Ebay und beschäftigt sich fortan mit Zahlenwerken im Dienste des Genies.

Nur weil ich in einigen Bereichen kreativ bin (ist das nicht irgendwie jeder?), reiße ich mich dennoch nicht darum, als Künstler bezeichnet zu werden. Ich möchte einfach nicht so aufdringlich, exaltiert und egoman sein, so übermäßig viel Raum einnehmen und anderen Menschen das Gefühl geben, sie gehörten hinter die Absperrung des roten Teppichs, auf dem ich breitbeinig durchs Leben stapfe.

Ich gebe zu, manchmal sprudle ich über vor kreativen Ideen, aber sind Visionen nicht wichtig, um das Durchhaltevermögen zu fördern? Aber Künstler… die bekommen gerne mal eine Schreibblockade, sobald sie einen Abgabetermin haben…

Erwachsen sein...

Mit 18 erklärt man uns hierzulande für wahlberechtigt und man traut uns zu, im Straßenverkehr – einer sehr komplexen Angelegenheit – in Sekundenbruchteilen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Seltsam, denn mit 17 ½ wird uns oft noch die nötige Reife abgesprochen zu wissen, welche Gesellschaft und welches Genussmittel gut für uns ist und wann wir ins Bett gehen müssen, um nicht auf der Schulbank zu kollabieren… Models dürfen im zarten Alter von 14 über den gesamten Globus jetten, aber die Einkünfte dieser faltenfördernden Tätigkeit werden bis zu ihrer Volljährigkeit von den Eltern verwaltet. Ihr Antlitz auf den internationalen Titelblättern ist zwar Schönheits-Vorbild für unzählige Frauen, aber ihre Unterschrift ist keinen Pfifferling wert. TOKIO HOTEL durften Millionen scheffeln und sich mit Auszeichnungen überschütten lassen, aber die Leitung eines Unternehmens würde man den Jungs heute noch nicht anvertrauen.

Doch worin zeigt sich also wirklich das Erwachsensein?

Hier mein kleines BEST-OF der „wirklich-erwachsen“-Merkmale:

  • Wenigstens ein Gericht kochen zu können, das nicht aus der Dose, Tiefkühltruhe oder Packung kommt
  • Seine individuellen Werte zu definieren
  • Endlich das 90x200-Bett zu entsorgen
  • Ein eigenes Bettwäsche-Set anzuschaffen und nicht die orange-braunen Nostalgie-Bezüge von Oma, Tante oder Mama zu benützen
  • Nicht ständig irgendwas anzustellen und sich danach zu entschuldigen
  • Seinen Eltern mal contra zu geben
  • Lebensmittel-Vorräte zu haben
  • Nie aufzuhören zu lernen
  • Keine Modell-Autos mehr zu sammeln
  • Sich nicht vor Entscheidungen zu drücken
  • In der Öffentlichkeit mit Würde aufzutreten
  • Fehler nicht ständig zu wiederholen
  • Sein eigenes Tempo anzuerkennen, anstatt sich mit anderen zu vergleichen
  • Sich die kindliche Freude an Brettspielen, Puzzles oder dem Schaukeln auf dem Spielplatz zu gestatten
  • Mit Sachen, die einem schaden, Maß zu halten
  • Sexuelle Erfahrungen zu sammeln, um Illusionen und Fantasien loszuwerden
  • Die eigenen Grenzen und Defizite zu erkennen und milde mit ihnen umzugehen
  • Und der für mich entscheidendste Punkt: Die Bereitschaft, Verantwortung für sich, andere und die Konsequenzen der eigenen Handlungen zu übernehmen

Schnöder Mammon...

Was ist das eigentlich mit dem schnöden Mammon?
Wenn du keine Zeit hast, ihn auszugeben, fliegt er dir nur so zu. Du ackerst dir in deinem hochdotierten Overtime-Job das Konto voll und aus allen Himmelsrichtungen kommen obendrein Rückerstattungen, Erbschaften, Anlage-Ausschüttungen, Tantiemen, Gewinne, Boni, lukrative Geschäftsabschlüsse und Rabatte hereingeflattert.

Aber wehe, du hast keine Arbeit und somit auch kein Einkommen, aber jede Menge unausgefüllte Stunden… und um die Zeit totzuschlagen, streunst du so ziellos durch die Stadt… Was du da alles so entdeckst, das du nie haben wolltest, das aber jetzt der Inbegriff der Glückseligkeit ist! Warst du vorher der unkomplizierte Jeans-Discounter-Typ, muss es auf einmal das Original-Ed-Hardy-T-Shirt sein. Selbst die INSTYLEs und GLAMOURs im Wartezimmer deines Hausarztes – vorher in deinen Augen voll mit nutzlosem Tinnef – erstrahlen nun in berauschendem Glanz. Plötzlich wird deine Must-Have-Liste immer länger, werden deine Wünsche immer kostspieliger, deine Sehnsüchte immer unrealistischer: Ein schönes geräumiges Auto, ein Haus mit Garten, eine kirchliche Hochzeit mit allen, die du jemals kanntest, eine Ferienwohnung auf Gran Canaria, natürlich mit Pool...

Aber was ist wirklich schlimmer: Von unerfüllbaren Wünschen zu träumen oder keine mehr zu haben? Ich habe da so einige Kandidaten in meinem Dunstkreis, die sich just jeden Wunsch erfüllen, wenn er ihnen einfällt - einfach nur, weil sie das Vermögen dazu besitzen. Wie schrecklich, nie mehr was geschenkt zu bekommen…

So frustrierend es vielleicht ist, in diesem Leben nie zur Erfüllung eines großen Zieles zu gelangen, so hat es doch was für sich, wenn sich viele kleine Träume realisieren, wie zum Beispiel in Wien das leckerste Schnitzel der Welt zu essen. Oder sich mit einem eigenen Ankleidezimmer ein bisschen Hollywood zu leisten - dann halt eben mit IKEA-Mobiliar anstatt vom Designer (na und?). Was für ein Glück, wenn dich dein Chef auf einen unerwarteten Businesstrip schickt in ein Land, in das du immer schon mal reisen wolltest. Auch eine üppig bepflanzte 2 m2-Balkon-Oase einer Stadtwohnung ist besser als die ewig mit sich herumgetragene Vision vom eigenen Park. Wie viel Befriedigung ein angehimmeltes Paar Schuhe, das plötzlich 50% reduziert ist, einem verschaffen kann, können wahrscheinlich nur Frauen nachvollziehen.

Ich habe ein kleines Wunschbuch angelegt, in das ich alles reinklebe und eintrage, was ich gerne hätte – ausnahmslos, egal ob es einen oder eine Million Euro oder nur ideell wert ist. Da sind aufregende Urlaubs-Erlebnisse, Sprachkurse, jede Menge Handtaschen und Armbanduhren, rauschende Ballnächte und die dazugehörigen Schuhe, die schärfsten Küchenmesser, aber auch Liebes-Umgangsformen manifestiert. Ab und zu blättere ich es durch und stelle fest, dass sich manche Dinge im Vorbeigehen verwirklich haben. Dann schreibe ich ein großes buntes Dankeschön hinein und klebe weiter bunte Bildchen ein. Eine äußerst befriedigende und inspirierende Tätigkeit, die ich nur jedem empfehlen kann.

Long-distance-Beziehung

„Warum denn in die Ferne schweifen“, heißt es so schön...
Aber anscheinend liegt das Gute doch nicht so nah, wenn man bedenkt, wie viele Menschen eine Fernbeziehung pflegen...

Manchmal ist man einfach nur „betriebsblind“, sieht die wundervollen Chancen in der Nachbarschaft, den Wald vor lauter Bäumen nicht, weil man zu nah dran ist.
Da passiert es dann, dass man den Sandkasten-Freund, mit dem man sich im Kindergarten noch so leidenschaftlich die Fingerfarben ins Haar geschmiert hat, den man aber die ganze Schulzeit über geflissentlich übersah, erst über sieben Ecken neu kennen lernt. Und plötzlich funkt’s. Tja, nun wohnt dieser Traummann, diese große Liebe unseres Lebens, aber nicht mehr links neben der Bäckerei, sondern in Brandenburg!

Und schon steigen die Telefonrechnung, die Benzinausgaben und das Meilenkonto. Man vernachlässigt seine Freunde, obwohl man mehr Zeit denn je hat, ist bei keiner wichtigen Party oder Familienfeier mehr anwesend.

Alles Sehnen, Planen und Lieben konzentriert sich auf die Wochenenden, das Leben dazwischen begrenzt sich auf Pflichterfüllung und Mikrowellen-Dinner vor der Glotze, die diversen Telefone strategisch bei der Fernbedienung platziert.

Denn weder will man das kostbare tägliche Lebenszeichen des Geliebten verpassen noch irgendetwas wundervolles erleben, ohne es mit ihm zu teilen. Denn nur die Summe der gemeinsamen schönen Erinnerungen schafft Verbindung – über Hunderte von Kilometern hinweg ist das um so wichtiger.

Dabei hat so eine Fernbeziehung ihre erheblichen Vorteile gegenüber der klassischen ehelichen Wohn-Gemeinschaft. Keine Debatten über Abwasch, Sockennester, Fensterbriefe und leere Kühlschränke, stattdessen bemühen sich beide, die kurzen Zusammenkünfte so harmonisch wie möglich zu verbringen. Den ganzen die Liebe vergiftenden Alltagskram macht jeder mit sich selber ab – und weil das Quality-time pur verspricht, halten diese Long-distance-relationships meist viel länger.

Aber wehe, die heiraten dann mal und ziehen wirklich zusammen... Bei Peter und Linda hat das dann noch ganze 2 Monate gehalten. Die Umzugskartons waren noch gar nicht ausgepackt...

Burt Bacharach

Ich habe eine (un-)heimliche Leidenschaft: Ich liebe die Lieder von Burt Bacharach!

Schon als kleines Mädchen trällerte ich die superschnulzigen Melodien der Platten meiner Mutter rauf und runter. Der Typ auf dem Cover sah super aus - Typ leicht ergrauter Cabriofahrer an der Cote d´ Azur. Und ich sang „The Look of Love“, „Close to you“ und “Walk on by”, Songs, die heute noch in jedem 3. Filmsoundtrack vorkommen.

Klar muss ich bei Justin Timberlakes Songs auch mittanzen, doch der Anblick dieses ewigen Bubis lässt mich gänzlich kalt. Aber wenn ich ein Männerquartett in schwarzen Anzügen mit schmalen Krawatten, schwarzen Sonnenbrillen und spitzen Schuhen „Take five“ spielen sehe, bin ich entzückt! Gibt es was ästhetischeres als minimalistisch designte 60er-Jahre-Räume, von einer s/w-Kamera schräg in Szene gesetzt und mit coolen understated Jazzklängen untermalt? (Nur dann, wenn ich vom SWR so was Wundervolles geboten kriege, weiß ich meine GEZ-Gebühren gut angelegt. Leider sind diese Momente allzu selten.)
Da fällt mir ein: Ich besitze einen der schönsten Musikfilme überhaupt, preisgekrönt und so nie mehr da gewesen, obwohl ich Musikfilme sammle und schon viele beeindruckende gesehen habe: „Jazz on a Summer´s Day“, eine Dokumentation über das Newport Jazz Festival von 1958.

Wie oft habe ich mir schon gewünscht, in einem Twinset, Caprihosen und Ballerinas dort unter den Zuschauern in der untergehenden Sonne gesessen zu haben, nur in diesem EINEN Augenblick, als das Chico Hamilton Quintett ihr hypnotisches Querflöten-Percussion-Stück "Blue Sands" anstimmt, das mir jedes Mal wieder Gänsehaut über den Rücken jagt.
Im Plattenschrank meiner Eltern standen nun mal Jimi Hendrix, Janis Joplin, Dave Brubeck, Billy Joel und Oum Kalsoum, „Take five“ weckte mich am Morgen, Sergio Mendes und Baden Powell empfingen mich nach der Schule, Frank Sinatra und Nat King Cole wiegten mich in den Schlaf. Dass ich nicht mit Schlagern groß geworden bin, distanzierte mich während meiner Schulzeit schon ein bisschen von meinen Klassenkameraden, deren Eltern Singles von Roland Kaiser und Nana Mouskouri sammelten.

Selbst Frankie goes to Hollywood coverte „The Way to San José“ und es ist bestimmt auch kein Zufall, dass Mike Myers, den ich bereits seit Saturday Night Life sehr verehre, in seinen aberwitzigen Austin Powers-Filmen Burt Bacharach huldigt. Ja, und „Butch Cassidy und Sundance Kid" mit Paul Newman und Robert Redford ist einer meiner Lieblingsfilme, aber wusstet Ihr, dass Burt Bacharachs Soundtrack ("Raindrops keep falling on my head") mit einem Oscar belohnt wurde?
Also: Auch wenn ich ein MTV-Gucker der ersten Stunde bin, kann ich meine intellektuelle musikalische Bildung nicht mehr verleugnen und bin für Lady Gaga für immer versaut.

Im Gegensatz zu vielen, die sich bei DSDS bewerben, konnte ich mit acht schon Englisch sprechen und verstand also, was ich da sang. Man kann von Burt Bacharachs Musik halten, was man will, aber der nachfolgende Text ist ja wohl absolut zeitlos, oder?

Wives and Lovers

Hey, little girl,
Comb your hair, fix your make-up.
Soon he will open the door.
Dont think because
there´s a ring on your finger
you needn´t try any more.

For wives should always be lovers, too.
Run to his arms the moment he comes home to you.
I´m warning you.

Day after day
there are girls at the office,
and men will always be men.
Don´t send him off
with your hair still in curlers.
You may not see him again.

For wives should always be lovers, too.
Run to his arms the moment he comes home to you.
He´s almost here.

Hey, little girl,
better wear something pretty,
something you´d wear to go to the city.
And dim all the lights,
pour the wine, start the music.
Time to get ready for love.
Oh, time to get ready,
Time to get ready,
Time to get ready
for love.

happy days...

Jeden Monat pünktlich zum Vollmond verursachen unsere Hormone einen „Blutrausch“, wir sind nicht mehr Herr, ach quatsch, Frau unserer selbst und mutieren zu bissigen Bestien. Nein, die Rede ist hier nicht von Werwölfen, sondern von Frauen während der Menstruation.

Ihr, liebe leidgeplagte Herren der Schöpfung, habt mindestens einmal im Monat plötzlich und unerwartet den Eindruck, Aliens hätten Euer liebes Weib entführt und durch einen gefährlichen Mutanten ausgetauscht, oder? Ein fremdes Wesen mit sprießenden Pubertätspickeln bis ins hohe Alter, Verstopfung und Stimmungsschwankungen, die einer Achterbahnfahrt gleich kommen. O.k., das ist nicht lustig, zumal die prämenstruelle Phase - kurz PMS genannt - bei manchen auch eine Woche andauert. So bleiben frau von einem Monat noch ganze zwei Wochen übrig, in denen sie sie selbst ist. Kein Wunder, dass unsere Lebenserwartung höher ist, wir brauchen die Zeit ja zur Kompensation...

Um mich während diesen Tagen zu beruhigen, habe ich mir die Frage gestellt: Was ist schlimmer? Jeden Morgen das müde, zerknautschte Gesicht rasieren und in seinen besten Jahren den Wehrdienst antreten zu müssen, oder einmal monatlich Bauchkrämpfe und miese Laune haben? Ich für meinen Teil finde nichts beneidenswertes daran, im Morgengrauen von jemandem angebrüllt zu werden, der mich anschließend schwerbepackt durch den Schlamm der Nation robben läßt.

Dass mann da auch ab und zu „seine Tage“ kriegt, können wir nur zu gut verstehen. Leider zeigt der eine oder andere Mann für die allmonatlichen Befindlichkeiten einer Frau nur wenig Sensibilität, was uns dann doppelt zur Raserei reizt. Wie wär´s, wenn Ihr Euch aus Solidarität den Zyklus in Euren Terminplaner notiert, um nicht immer wieder auf´s Neue in die Falle zu tappen?

Um die „happy days“, wie ich sie ironischerweise nenne, gut zu überstehen, macht es doch wie ich: Geht selbst mit Eurer Unpässlichkeit spielerisch um – macht Euch lustig über Eure Anämie, Schokolust und Eure Mondsucht. Anstatt sich mit Wärmflasche und Wollsocken ins Jammertal zu begeben, packe ich den Abdeckstift ein, schmeiße mich in Schale und gehe aus. Das beste gegen Krämpfe im Unterbauch sind Zuckungen auf der Tanzfläche, glaubt mir. Und wenn man sowieso nicht schlafen kann, dann sollte frau wenigstens Spaß haben!

Venusbestrahlt

Soll ich jetzt an mein Horoskop glauben oder mache ich mich damit nur unglücklich?

Denn angeblich schreite ich gerade Venus-bestrahlt durch´s Leben. Soll heißen: Liebe bestimmt mein Sein. Ja, von mir kann man das durchaus behaupten.

Ich liebe die brennenden Sonnenstrahlen des Sommers auf meinen nackten Schultern, ich liebe das 1-kg-pro-Kugel-Schokoingwer-Eis aus der Theresienstraße, ich liebe die Gassirunden mit meinem Hundekavalier „Maxl“, ich liebe laue Sommernachtskonzerte, Tanzen im mondbeschienenen Gartenpavillon und mir geht das Herz auf, wenn sich die Frauen zu meinen kulinarischen Salon-Abenden in Schale schmeißen.

Tja, aber wo sind sie denn, die roten Fleurop-Rosen? Wo die Einladungen zum kalten Mitternachts-Picknick mit heißem Vorspiel? Wo die kuscheligen Kinoabende mit geteiltem Salzpopcorn und vielsagenden Seitenblicken? Wo die „Ich vermisse dich“-SMSen ins Büro?

Hätte ich selbst ein Haustier, das mich jeden Morgen wachschlabbert wie der Prinz einst Dornröschen, einen treuen Vierbeiner, der stets begeistert wedelt, wenn ich ihm einen Blick zuwerfe und mich nachts nur zu gerne warmhält, dann könnte ich das mit der 24-Std.-Liebe noch so interpretieren. Aber so nett das wäre, ein romantisches Dinner stelle ich mir immer noch ohne Geknurre und Knochen-Geknurpse vor. Tiefe Blicke, geteilte Vorspeisen, Kerzenschein, sinnliche Genüsse, anregendes Gesäusel aaah, ich komme ins Schwärmen… Venus, mach mal hinne….

Max Mutzke vs. Mark Medlock

Leute, ich glaube, wir haben uns total verarschen lassen!

Beim Bügeln nutze ich immer die Gelegenheit, meine Videocassetten leer zu gucken, die sich im Laufe meines manchmal recht bewegten Lebens angesammelt haben. Und da kommt mir das Porträt von Max Mutzke unter, dem von Stefan Raab entdeckten Gesangswunder. Und wie ich ihn so einschmeichelnd und vollmundig röhren höre, kann ich nicht umhin, seine - von allen befragten Fachleuten hoch gelobte - Stimme mit der des frischgebackenen Superstars Mark Medlock zu vergleichen. Da fällt mir wieder auf, was mir schon bei den letzten DSDS-Mottoshows auffiel: Dass Mark zwar auch ein Junge aus dem Volk ist, auch eine sehr ähnlich bluesige Stimme besitzt, aber eigentlich nur eine Stimmlage und eine Stilrichtung bedienen kann.

Als mir noch bewusst wird, dass beide Marilyn Monroes Initialen tragen, kommt der Sherlock Holmes in mir durch:
Was, wenn Dieter Bohlen, der alle bedrohlichen Kontrahenten (z.B. Whitney Houstons Reinkarnation Franzi) mit den unlautersten Argumenten wie ein fieser Terrier aus dem Wettbewerb gebissen und diesen Max-Mutzke-Verschnitt aus der Offenbacher Gropiusstadt in die Sendung eingeschleust hat, um seiner bereits in der Schublade rumdümpelnden, miesen CD zu Platin zu verhelfen? Wenn er diesen dankbaren Hartz IV-Empfänger schon lange vor der TV-Live-Superstar-Suche systematisch aufgebaut hat? Und das Ganze einfach ein riesengroßer Schwindel war?! Weil Dieter, dem man sein Businesstalent auf keinen Fall absprechen darf, der aber Stefan Raab musikalisch nicht mal Klowasser reichen kann, auch seinen persönlichen MM haben und so auf der schwarzen R´n´B-Welle, die er nicht mal nach all seinen Solariumsbesuchen glaubhaft vermitteln kann, mit reiten wollte.

Welche erfolgreiche deutsche Soulstimme hätte sich denn mit „Dieda“ zusammen getan? Vielleicht noch Roberto Blanco… Aber ein Duett mit dem hätte ihn für alle Zeiten in die Hitparade der Volksmusik katapultiert. Zwar ganz weit oben, aber Stützstrümpfe– die durchaus alters-angemessen wären - anstatt Strumpfbänder sind für den Erfolgsproduzenten mit dem Mordslauf bei Teppichludern sicher ein zu großer Preis für den Chart-Erfolg.

Beziehungs-Knigge

Karlas Freund befindet sich in einer Selbstfindungsphase (An dieser Stelle mal gesagt: Psychologen, Therapeuten, Ratgeber-Autoren und Coaches – Kriegt mal euer eigenes Leben auf die Reihe!!!) und zieht sich systematisch von ihr zurück. Jede Woche gibt es einen neuen Bereich, zu dem sie keinen Zutritt mehr hat. Als würde sie in einem Haus wohnen, wo jeden Morgen eine neue Tür abgesperrt und der Schlüssel dazu verschwunden ist. Täglich rechnet sie damit, vor der Haustür zu landen.

Da die beiden sich eigentlich lieben, (nach wie vor) nicht streiten und bei ihren - seltener werdenden - Treffen weiterhin zärtlich miteinander umgehen, befindet sich Karla in der – zunehmend längeren - unfreiwilligen „Single“-Phase in einem Zustand von Verwirrung, gebetsmühlenartigen Reflektion über die gemeinsame Vergangenheit und Sehnsucht.
Ihr Peter ist alles andere als ein grober Klotz. Aber bei einem ihrer lockeren unverbindlichen Treffen unterhielten sich die Beiden über einen gemeinsamen Bekannten, eigentlich einen Geschäftspartner, und Peter zeigte sich besorgt, ob dieser sauer auf ihn sei. Obwohl Peter weiß, dass Karla Liebeskummer hat, scheint ihn das weit weniger zu interessieren als die Emotionen dieses entfernten Bekannten. Wieso sind wir in der Lage, geliebten Menschen Dinge anzutun, die wir einem Fremden nie zumuten würden? Warum bedingt die größtmögliche Nähe auch die größtmögliche Gleichgültigkeit?

Die meisten von uns kennen die gesellschaftlichen Gesetze und setzen sich im alltäglichen Umgang mit Mitmenschen kaum darüber hinweg, oft nicht mal, wenn sie einen Grund dazu hätten. Zu Arbeitskollegen, Verkaufspersonal, Geschäftspartnern, Nachbarn, Kellnern sind wir sensibel und höflich und treten keinem zu nahe. Da gibt es eine unsichtbare Grenze, die nur in Ausnahmefällen überschritten wird. (Die 17.345.800 Nachbarschaftsklagen beziehe ich nicht in meine Berücksichtigung ein, weil diese Leute nicht aus meinem Universum stammen)
Gehört also zu dem „Ich liebe dich“-Paket automatisch die Berechtigung, jemandem auch seelischen, körperlichen, materiellen Schaden zuzufügen? Ist das das Kleingedruckte auf dem Beziehungsvertrag, das wir alle überlesen haben?

Um die vorletzte Jahrhundertwende herrschte noch in vielen Ländern die Gepflogenheit, sich auch unter Ehepartnern zu siezen. Sollten wir uns das „Sie“ im Umgang mit unseren Lieben wieder geistig vergegenwärtigen, um behutsamer miteinander umzugehen? Vielleicht bin ich ja ein gesellschaftlicher Rüpel, aber ich fasse - ehrlich gesagt - immer schon eher geliebte Menschen mit Samthandschuhen an als Passanten…

Duftbelästigung

Eine Parfümwolke von einem Radius über 20cm müsste als Körperverletzung geahndet werden!

Neulich in der Oper – das Publikum eine Kaffeefahrtgesellschaft der Grauen Panther - wurde mein Gehirn von den süsslich-penetranten Schwaden derart vernebelt, dass meine übrigen Sinne völlig außer Gefecht gesetzt waren. Ich hörte die Musik kaum noch, konnte dem farbenprächtigen Schauspiel gar nicht mehr folgen und musste so oft die Luft anhalten, dass ich fast hyperventilierte.

Es gibt da dieses eine Parfum, das leider nie aus der Mode kommt, das so eine DDT-Note (Pflanzenschutzmittel) hat und bei mir auch spontanen Haarausfall verursacht. Für Agent Orange-Einsätze sind die US-Soldaten gerügt worden, ich muss mich dem tagtäglich in meiner Stadt aussetzen. Schon morgens um acht kriege ich den ersten Magenschubser, weil meine (wirklich attraktive) Nachbarin - leider auch eine Freundin von höchst penetranten Gerüchen – auf dem Weg zur Arbeit das Treppenhaus für Stunden kontaminiert hat. In der U-Bahn wird mir so schwindelig, dass meine Knie zu Wackelpudding werden, beim Schlangestehen muss ich mich in eine andere Richtung drehen, um keinen spontanen Migräneanfall zu bekommen. Am schlimmsten aber ist es, wenn ich in meinem Lieblingskaffeehaus gerade eine kreative Phase habe und die giftigen Duftschwaden vom Nachbartisch mir ein mentales Testbild verschaffen.

Der Grund, warum sich eine Frau so in ihre Parfumaura einnebelt, dass sie eine Duftfahne über mehrere Meter hinterlässt, ist ja, dass sie es selber nicht mehr riecht. Sollte sie ihren Duft denn dann nicht von denen auswählen lassen, die ihn ertragen müssen? Die Partnerwahl jedenfalls wäre sehr viel leichter und treffsicherer, wenn der Homo Zivilis sich wieder mit seinem individuellen natürlichen Körperduft anfreunden würde - vorausgesetzt frisch gewaschen (Was da manchmal an sommerlichen Ausdünstungen im Tramwaggon steht, macht mich schon häufiger zum Fußgänger). Dann wüssten Mann und Frau nämlich sofort, ob sie sich riechen können oder nicht. Aber so ein trendiger Einheitsduft erfüllt dieselben Mogelpackungs-Funktionen wie Schönheits-OPs und Botox. Weil man´s überall um die Nase gehauen kriegt, denkt man, man muss es unbedingt haben.

Manchmal komme ich mir vor wie Lily Tomlin in der Satire THE INCREDIBLE SHRINKING WOMAN aus den frühen Achtzigern, die der übermäßige Gebrauch von künstlichen, parfümierten Hygiene- und Putzartikeln zum Schrumpfen bringt, bis sie ins Barbie-Haus ihrer Kinder einziehen muss: Ich lebe bereits in einer riesigen Barbie-Welt und alle Skippers, Kens und Steffies riechen nach rosa Plastikparfum.

Feinstofflichkeit ist eine Geißel…

Verhütung

Teenager, Erwachsene und lästige Gummis

Sein inneres Kind bewahren zu können, ist eine Tugend. Aber sich seine Jugend hauptsächlich dadurch zu bewahren, dass man in Sachen Verhütung immer noch die „Passiert schon nix“-Methode anwendet, ist zuviel des Jugendwahns.
Auch wenn ich so manches Mal noch gerne auf dem Spielplatz schaukle und beim "Mensch ärgere dich nicht" tierisches Vergnügen daran habe, gegnerische Männchen ins Häuschen zu schicken, betrachte ich Sexualtüt als Angelegenheit von Erwachsenen. Da ich so drüber nachdenke… hat noch nicht e i n Mann im entscheidenden Moment ein Kondom aus der Tasche gezaubert... Die Tür hielt man(n) mir nicht auf, aber bei der Initiation dieses peiunlichen Monents bekam ich stets den Vortritt... Danke auch!
Wenn es das ist, was uns Frauen die Emanzipation gebracht hat, dass wir uns selber um Verhütung kümmern müssen, obwohl wir vielleicht eine Familie haben wollen und während unsere biologische Uhr tickt, dann möchte ich bitte jetzt sofort in die Zeit davor gebeamt werden!

Ich habe dazu so meine eigene Theorie: Genau in dem Moment, in dem es zur Sache geht, bäumt sich in jedem Mann der Neandertaler auf. Selbstverständlich will niemand mit einem Doktortitel heute derart diskriminiert werden, aber im Grunde seines Herzens (oder seiner Hose?) will ein Jeder nach wie vor seinen Samen und damit seine Gene so weit wie möglich verbreiten. Denn ist die Erhaltung der eigenen Art nicht der eigentliche Grund, warum Sex so verlockend ist, dass wir ihn wieder und wieder haben wollen? Wahrscheinlich beschert uns im Zeitalter der Pille genau dieser hervorbrechende Caveman überhaupt noch die arterhaltenden Nachkommen… Mal ehrlich - wenn das Großhirn und nicht das „Klein“-Hirn eines solch titelbewehrten, gelehrten, intellektuellen, aufgeklärten Frauenverstehers die Entscheidung treffen würde, ob der Gedanke an Verhütung jetzt gerade in diesem Moment gedacht werden muss, gäbe es wohl 80 % unseres Nachwuchses nicht!
Über die sich derzeit häufenden Teenager-Schwangerschaften wollen wir jetzt mal gar nicht reden… bei d e n Vorbildern…

Gewinn und Verlust

Jeder Verlust kann gleichzeitig einen Gewinn bedeuten… anders gesagt, für jedes Geschenk, jeden Geldsegen, jeden Erfolg müssen wir auch irgendetwas hergeben. Dazu gibt´s ja z.B. das schöne Sprichwort: „Glück im Spiel, Pech in der Liebe“ (oder umgekehrt?).

Zigmal habe ich Paare erlebt, die sich für ihren gemeinsamen Traum vom Eigenheim, neuen Kombi und heiß ersehnten Karibikurlaub jahrelang beschieden und abrackerten, und sich, als sie es endlich geschafft hatten, trennten, anstatt zu genießen.
Wer kennt das nicht? Am Montag erfährst du, dass du deinen Traumjob gekriegt hast und am Dienstag fährt jemand dein Auto zu Schrott. Mein Vater verpasste mal seinen Heim-Flug nach einer USA-Reise und die verpasste Maschine stürzte ab. Stirbt ein Verwandter, verliert man einen geliebten Menschen, im Idealfall erbt man aber auch etwas. Natürlich kann nichts die Lücke füllen, die ein wichtiger Mensch in meinem Leben hinterlässt und Trost spendet Materielles zunächst auch nicht, weil ich in meiner Trauer damit kaum was anfangen kann. Aber langfristig gewinne ich durch diesen Reichtum vielleicht neue Lebensperspektiven, kann unverhofft plötzlich Reise- Wohn- und Karrierepläne realisieren, die zuvor noch unerreichbar schienen. Unter anderem bleibt da auch ein Gönner in guter Erinnerung, dem man zu Lebzeiten gar nicht so nahe stand.

Der Tod meiner Großmutter hat mir meine Cousine Hannah beschert. Darüber bin ich sehr froh. Wer jetzt gleich „Pietätlos!“ schreit: Für mich ist der Tod ein unabdingbarer Teil des Lebenskreislaufes und – wenn auch immer schmerzlich für die Hinterbliebenen - akzeptabel, solange die natürliche Reihenfolge eingehalten ist. Nämlich, dass Großeltern und Eltern v o r den Kindern sterben.
Mit der Benachrichtigung bekam ich Hannahs Adresse mitgeteilt - Freud und Leid in einem Satz. Da beschreitet ein Mensch, mit dem man verwandt ist, irgendwo auf dem Planeten seine Lebenspfade, die sich nicht mal peripher mit deinen kreuzen, und schon bei der zweiten E-Mail merkst du, dass es soooo vielen Parallelen gibt, dass du dich fragst, wie ihr es solange ohne einander aushalten konntet. Ich wollte nie nach Tel Aviv. Einmal, weil ich denke, dass ich da als Halbaraberin mit einem deutschen Pass irgendwie immer schlechte Karten hätte, aber auch, weil ich mir vorgenommen habe, möglichst nicht in Länder zu reisen, wo ich eventuell in die Botschaft flüchten muss. Drittens (nicht lachen!) haben mich Ephraim Kishons anschauliche Beschreibungen wirklich abgeschreckt. Nun würde ich aber am liebsten gleich morgen ein Ticket kaufen und mir Hannah in natura ansehen. Sie erleben. Sie umarmen.

Vielleicht…? Sollten wir uns vielleicht eher auf neutralem Boden treffen, wir beiden Heimatlosen…?

(Im Andenken an Ines)

Herzschmerz

Da sitzt Karla nun - nach einem turbulenten Tag und einer spontanen therapeutischen Sitzung mit ihrem Angebeteten, der sich leider nicht auf eine richtige Beziehung mit ihr festlegen will - emotional leer gepumpt und total ungeliebt nach Mitternacht alleine vor ihrem PC und schmeißt die ganzen Kraftfahrer, Hausmeister, Elektriker und Beamten aus den Parship-Partnervorschlägen raus, die nach Ermessen der diplomierten Fach-Verkuppler so gut mit ihr harmonisieren sollen. Und als die Tränen der Enttäuschung so ihre Wangen herunter auf die Tastatur kullern, denkt sie: „Jetzt ist es mal wieder an der Zeit, sich die Kugel zu geben!“

Denn das kann´s ja wohl kaum gewesen sein, was der große Zampano für Karla vorgesehen hatte... Aber weil sich alle Naselang jemand ihre Gunst und somit auch sein Erbrecht auf die lächerlichen Habseligkeiten verscherzt, die von einem erfahrungsreichen Leben schlussendlich noch bleiben, wird ihr Testament ununterbrochen aktualisiert. Das wäre also die erste Amtshandlung vor der Kurzschlusshandlung, die ja dann schon keine mehr ist.

Eine Reflektion über die Freunde, die ihrer Tagebücher und Parfumflakon-Sammlung würdig sind, lindert das Leid – es sind ja doch einige. Und eine von ihnen kann Karla zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Das weiß sie. Das Wissen darum reicht schon. Sie will sie nicht um die Nachtruhe bringen, denn sie hat anderes vor mit ihr.

Wie das so bei Frauen im Allgemeinen und bei Karla im Besonderen ist, heilen sie alle Arten von Herzschmerz nicht wie so einige Männer mit Rauschmitteln, sondern mit Kaufrausch. Ihr erster morgendlicher Anruf gilt also Carola, die den Ernst der Lage schon an Karlas gramgeplagten Zitterstimmchen erkennt und sofort Kreditkarte bei Fuß steht, um ihrer Freundin in dieser schweren Stunde beizushoppen. Aus einer Stunde werden vier und mit einem halben Dutzend Einkaufstüten am Arm und neuen, viel zu hohen, viel zu glamourösen und viel zu teuren Schuhen an den Füßen geht´s Karla schon entschieden besser...

Wer weiß, wer sich jetzt nach ihr umdreht… hoffentlich kein Bauarbeiter!

Partner-Collagen

Karla kennt sich einfach nicht mehr aus. Auf der Wies´n hat sie einen Mann kennen gelernt – nichts Ungewöhnliches, denn dafür gehen die meisten ja da hin, und nicht etwa, weil ihnen das teure Bier so gut schmeckt.

Meistens führt so ein Wies´n-Flirt zu nichts, weil der Großteil der Besucher Ehekrüppel sind, die einfach mal wieder ihren Marktwert testen wollen. Oder Saufbrüder, die sich nach dem durchzechten Abend an nichts erinnern wollen. Doch Martin schien nicht so, wurde er doch von ihren gemeinsamen Freunden wärmstens empfohlen. So läuft auch alles anders als bei den übrigen biergeschwängerten Versprechen. Denn Martin meldet sich brav und höflich nach der Wies´n und macht mit Karla ein Date aus. Doch schon bei seiner ersten Kontaktaufnahme wird sie stutzig. Er lässt das Wochenende verstreichen, kommuniziert ausschließlich per SMS und macht keinerlei Angaben über seine Unternehmungen. „Der hat doch eine Frau! Oder vielleicht Kinder mit Besuchsarrangement“, denkt sie instinktiv.

Schließlich treffen sie sich in einer Bar, die sie beide oft frequentieren. Viel versprechend... „Wieso haben sie sich hier noch nie gesehen?“ Sie finden sich immer noch gut... nein, sie finden sich minütlich besser. Darum zögert Karla nicht, Martin bald zu fragen, ob er gebunden oder Vater ist. Er verneint beides und so nimmt der Abend seinen entspannten Lauf. Ein schönes harmonisches Ping-Pong der Themen. Wieso Karla dennoch in Habachtstellung ist und jedes seiner Worte in Gedanken auf die Goldwaage legt, kann sie sich nicht bewusst erklären. Eine vielsagende SMS eine Stunde nach ihrem Treffen wiegt sie in erwartungsfrohe Sicherheit, doch ein paar SMSen später – er wünschte ihr mal wieder ein schönes Wochenende - zischt ihr der kleine, alte Teufel auf ihrer Schulter schon wieder zu: „Der hat ´ne Freundin. Todsicher!“

Nun macht sie etwas, was Karla seit ihrer Schulzeit nicht mehr getan hat: Sie fragt den Freund, der sie einander vorgestellt hat, ob ihr Verdacht berechtigt ist. Und wundert sich gar nicht, als ihr Bauchgefühl bestätigt wird: „Ja“. Sie löscht Martins SMSen, doch er hört nicht auf, sie mit eindeutigen Kontaktaufnahmen zu bedrängen. Schmeichelhaft? Wäre es vielleicht, hätte Karla nicht parallel diese Erfahrung gemacht:
Arno, der weder Kinder noch Ex- noch Ehefrau noch Hund noch Katze noch Pflanze hat, behandelt sie - die 10 Min. von ihm entfernt wohnt - wie eine Long-distance-Beziehung und frequentiert sie ausschließlich am Wochenende.
Wie mit einer heimlichen Geliebten weigert er sich, sie seinen Freunden vorzustellen, trifft sie ausschließlich in ihren privaten vier Wänden und vermeidet jede soziale Aktivität mit Karlas Freunden. Und wenn er ausgeht, spielt er ebenso den Single wie Martin. „Kennen die sich womöglich und haben sich gar abgesprochen? Oder ist das irgend ein Geheimbund, von dem Frauen nichts wissen?"

Wäre Karla nun so eine Tripledecker-Daterin, die sich aus allen „Sahneschnittchen“ die Rosinen rauspickt und sich damit eine Collage des perfekten Partners zusammenbastelt, wäre sie 100% zufrieden. Doch sie hängt der altmodischen Vorstellung nach, sie müsse all das, was ihr gut tue, in einem einzigen Mann finden… Armes naives Ding!

Bill Clinton

Während ich hier so im „Brenner´s“ sitze, fröstele, lustlos an meinem Manuskript herumtippe und mich frage, warum ich heute diesen Ort gewählt habe, der mich horrende Parkplatzgebühren gekostet hat, spaziert Bill Clinton inmitten einer Entourage von schwarzgekleideten Geschäftsleuten, die ihn fast alle überragen, herein!

Ich fasse es nicht, wie klein und zierlich und weißhaarig er ist, und vermute zunächst einmal einen Doppelgänger. Doch als sich am Eingang drei verkabelte Bodyguards postieren, weiß ich, dass ich mich nicht geirrt habe.

Was müsste man so einem Mann alles sagen, wenn man ihn erst mal zu fassen kriegt. Aber meine gute Kinderstube verbietet mir, auf ihn zuzustürmen, mir einen Stuhl vom Nachbartisch zu schnappen, mich neben den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten zu setzen und ihn wie eine Irre ohne Punkt und Komma voll zu quatschen. So was geschieht nur in Filmen und selbst da wird so jemand binnen Minuten in Handschellen abgeführt. Ich möchte ihm sagen, dass wir ihn vermissen. Dass ich seine Frau bewundere. Dass er nicht einfach so gehen und uns der Bush-Dynastie (Da wären mir ja die Ewings lieber…) ausliefern kann. Präsident ist kein Job, nach dem man sich mit einer Abfindung zur Ruhe setzt, oder? Da hat man eine soziale Verantwortung bis ins Grab. Muss für immer als moralisches Vorbild dienen, ein ehrbares Leben führen. Naja, das haben die meisten Präsidenten ja nicht mal während ihrer kurzen Amtszeit geschafft… Was wäre zum Beispiel noch alles über John F. Kennedy herausgekommen, wäre er nicht ermordet worden?! Die Gerüchteküche brodelt ja heute noch und ich muss zugeben, dass es mich auch fesselt. Ich habe Jackies und Marilyn Monroes Biografien gelesen und die Thesen des Juristen Jim Garrison, der nie aufhörte, die Umstände des Attentats auf Kennedy zu untersuchen (darauf basiert ja der brillante Film JFK mit Kevin Costner).

Ob Bill C. auch noch über den Weihnachtsmarkt am Marienplatz schlendert? Eigentlich schade, wenn die Popularität einen daran hindert, den Tagesablauf in einer fremden Stadt aus dem Bauch heraus zu gestalten. Wenn man nie abseits der Pfade wandeln kann… niemals nachts nach dem Tanzen (allein das schon ein Ding der Unmöglichkeit) mit Freunden noch zum Burger King düsen und auf dem Drive In-Parkplatz ein schrecklich ungesundes Whopper-Menü verdrücken kann… nach dem Geschäftstermin in der Stadt keinen spontanen Shoppingtrip machen kann, bei dem man seine Kreditkarte zum Rauchen bringt… nie aus Lust und Laune in einem sonnigen Café frühstücken und dann einen Wellness-Tag einlegen kann…

Tja, aber leisten könnte man sich das alles und dieses Wissen ist doch auch eine Menge wert.

Was bedeutet ein Kuss?

Was bedeutet ein Kuss unter Erwachsenen? Ist er ein süßes Versprechen auf mehr?

Sicherlich, denn allgemein herrscht ja die Meinung, ein guter Kuss sei ein aussagekräftiger Indikator für gute Liebhaber-Qualitäten. Wer schlecht küsst, darf nicht über „Los“ gehen, keine 1000 Euro einziehen und kommt auch nicht in die Parkstraße und schon gar nicht ins Schlafzimmer.

Küsse scheinen bedeutungsvoller als Sex zu sein, denn Prostituierte zum Beispiel betreiben jede erdenkliche, aber auch unvorstellbare Art von Matratzen-akrobatik, ihre Lippen allerdings sind für die Freier stets tabu. Auch in Pornofilmen nudeln sich Menschen stundenlang gegenseitig durch, küssen sieht man sie aber so gut wie nie (Ich muss zugeben, das wäre auch schwierig, wo sie doch alle Münder voll zu tun haben). Unser lockerer moderner Umgang mit Sex hat dem Kuss als erotisches Element bestimmt einen gehörigen Teil seines Zaubers genommen. Zu Zeiten, in denen Paare erst nach der Eheschließung Sex hatten, waren verstohlene Küsse wahrscheinlich die Schlüssel zur Himmelspforte. Wer erinnert sich an sein erstes Mal? Wir Mädchen haben untereinander knutschen geübt, damit wir ja keine Enttäuschung sind. Was nicht heißt, dass wir nicht enttäuscht wurden. Denn wenn dir in der Kellerdisco so ein unbeholfener Bengel, der mit seinen Kumpels lieber Schwanzmessen als Kussübungen praktiziert hat, seine Zunge wie einen toten Hering in den Rachen gelegt hat und das einzige, was du spüren konntest, seine Beißerchen waren, dann war das nicht gerade ein verheißungsvolles Versprechen.

Guten Freunden gibt man gerne mal ein Küsschen… rechts und links, und wenn man Schweizer ist, noch ein drittes Mal. Einen Kuss auf den Mund bekommen aber nur Menschen, mit denen man intim oder verwandt ist. Sobald dein Partner dir also eines sonnigen Tages mal einen russischen Bruderkuss auf die Wange gibt, weißt du, was es geschlagen hat: Time to say goodbye…
Küsst dich dein Mann auf die Stirn oder den Scheitel, ist das eine recht väterliche Liebesbezeugung, mit der er dir gleichzeitig zu verstehen gibt, dass du ihm unterlegen bist. So küsst man Kinder. Den Nacken eines anderen Menschen sanft mit seinen Lippen zu berühren oder gar zart daran zu knabbern, verrät jedoch unmissverständlich eine sexuelle Intention.

Ist ein Kuss nicht genauso ein unverwechselbares Markenzeichen wie der eigene Duft? Wenn ich die Lippen meines Süßen nicht mögen würde, könnte ich ihn auch nicht um mich haben.

Was ist also ein Kuss unter Erwachsenen? Ich denke: Das eindeutige Zünglein an der Waage zur Frage: „Beziehung Ja oder nein?“ Immer und immer wieder…

Geschmacksverirrung

Gleichermaßen angewidert sind Männer von Pierrot-Puppen, Murano-Glasfiguren, Zimmerbrunnen und Seidenblumen-Arrangements wie Frauen von Playmate-Postern, Modellauto-, leere Weinflaschen- oder Bierdosen-Sammlungen und Garten-Mobiliar in der Küche. Und dennoch streben wir danach, einen gemeinsamen Haushalt zu gründen, der im Idealfall weder das eine noch das andere enthält. Doch brauchen diese schaurigen Leidenschaften nicht irgendwann ein Ventil? Rächt sich der Verzicht auf Geschmacksverirrungen nicht in anderen Entgleisungen, die vielleicht viel mehr Schaden anrichten als ein konstanter optischer Stein des Anstoßes?

Ich bin jedenfalls überzeugt davon, dass jeder Mensch ein Kitsch-Chromosom hat.

Stil ist anerzogen - schlechter Geschmack ist einfach natürlich.

Und früher oder später bahnt sich der Hang zum abgeblätterten Glitzer-Nagellack, Arschgeweih und zur Micky-Maus-Krawatte einfach seinen Weg. Dann geht der siebensprachige Adlige mal eben mit der megaprolligen, gepiercten Nachbarin fremd und die Design-beDirndlte Ingenieurin mit Doktortitel genehmigt sich einen Ausrutscher mit einem Allohool-ausdünstenden Lagerarbeiter, weil der ihr so ein putziges Herzchen auf der Wies´n gekauft hat. Der intellektuelle Freundeskreis zerreißt sich fassungslos und ebenso unfein das Maul darüber, während er aus Gratis-Werbe-Tassen Kaffee trinkt und seine Supermarkt-Fensterbrett-Pflanzen gießt.

Eins ist klar: Konstante Stilsicherheit erfordert eine Menge Disziplin, wenn nicht sogar eine Portion Abgebrühtheit. Gar nicht so einfach, mit Liebe geschenkte Kitsch-Mitbringsel zurückzuweisen oder postwendend in der Mülltonne zu versenken. Gefährlich, ungewollte Scheußlichkeiten auf dem Flohmarkt anzubieten, denn die wohlmeinenden Schenker könnten genau dann vorbeischlendern.

Wie gut, dass wir alle irgendwann Enkelkinder haben werden, die wir mit den ganzen geschmacklosen Sachen überschütten dürfen ;-)

Das richtige Timing

DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON ist eine Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald, die mich schon in meiner Jugend sehr nachdenklich gemacht hat. Auch der – wie ich finde – wundervoll bewegende Film dazu ist wirklich sehenswert.
Das Dilemma der Erzählung: Gibt es für alles den richtigen Zeitpunkt oder können wir Versäumtes auch zu einer anderen Zeit nachholen?

Gute Beziehungen sind extrem abhängig vom richtigen Timing, denke ich. Was nützt es uns, den Goldrichtigen zu treffen, wenn unsere Lebenssituationen einfach nicht zu vereinbaren sind? Irgendwie scheint es ein Naturgesetz zu sein, dass man immer dann jemand wichtigem begegnet, wenn man zum Beispiel gerade einen Job in einer anderen Stadt angenommen hat. Sobald man sich verlobt hat, taucht die Jugendliebe auf und stellt die eigene Herzens-Entscheidung gehörig auf die Probe. Erst eine Schwangerschaft bringt alle Differenzen eines Paares ans Tageslicht, oder der Mensch, der uns total berührt, ist verheiratet und hat drei Kinder. Daran scheitern die leidenschaftlichsten Verbindungen oder kommen gar nicht erst zustande. Wir mühen uns nach Kräften, es hinzukriegen und müssen am Ende erschöpft feststellen, dass wir gegen Windmühlen kämpfen, dass die Mächte zu stark sind, die sich uns in den gemeinsamen Weg werfen.

Die große Liebe meines Lebens begegnete mir viel zu früh. Für einen Mann, dessen Fähigkeiten ich mir heute bei jedem Partner wünsche, hatte ich Anfang 20 keinen rechten Sinn. Die zweite große Herzenserschütterung ereilte mich zu spät. Alles, was wir gerne geteilt hätten, hatten wir schon mit anderen erlebt und der Versuch einer Wiederholung all dessen fühlte sich seltsam fremd an.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht den Einen, den Richtigen gibt, der nur zu mir und sonst zu niemandem perfekt passt. Jeder X-Beliebige, der einigermaßen auf unserem Niveau ist, kann zur richtigen Zeit der Auserwählte sein, behauptet auch das Buch LIEBE DICH SELBST UND ES IST EGAL, WEN DU HEIRATEST.

Im Film kriegen die beiden Liebenden das richtige Timing hin und sind genau an dem Punkt zusammen, wo sie endlich im gleichen Alter sind. Ein absolutes Geschenk, das man nie ausschlagen sollte, wenn es einem dargeboten wird!

Wir, die DDR und leere Supermarktregale

Habe ich erwähnt, dass ich gegen die Wiedervereinigung war?

Als die Mauer fiel, stand ich damit allerdings genauso alleine da wie der Klassenstreber bei der Teamauswahl beim Völkerball, aber ich bin mir sicher, dass meine Fraktion heute ziemlich gewachsen ist, und zwar hüben wie drüben.

Denn von einer Vereinigung kann ja wohl keine Rede sein. Oder haben sich unsere beiden Staaten, Kulturen und Traditionen vermengt und verwirbelt wie der frisch gerührte Martini von 007? Alles andere als das, finde ich.

Was die DDR von uns übernommen hat?
Unreife Bananen das ganze Jahr hindurch, Parkplatznot, Broiler, die jetzt Hendl heißen, Pendlerarbeit, minderwertige Bezahlung von Frauen und einen Mangel an KITA-Plätzen, ach ja, und das BGB und somit so gut wie alles!

Was wir von der DDR übernommen haben?
Spreewaldgurken, den grünen Pfeil, Thüringer, die wir im 6er-Pack als Nürnberger kannten (jaja, ein Aufschrei der Empörung hallt durch das Neue Deutschland!) und… MONOKULTUR IN LEEREN SUPERMARKT-REGALEN!

Möchte mir jetzt irgendjemand erzählen, das sei eine Bereicherung?

Vor der Ost-West-Familienzusammenführung schien es hierzulande eine freie Marktwirtschaft zu geben, die sich zumindest dadurch darstellte, dass ich in meinem Supermarkt um die Ecke von jedem Produkt mindestens zwei Marken zur Auswahl hatte. Wenn ich jetzt ein Essen gebe, muss ich mindestens sieben Geschäfte ansteuern, um all meine Zutaten zusammen zu kriegen.
Und ich rede hier nicht von exotischen Dingen – nein, die bekommt man ja inzwischen in jedem zweiten Haus, auf jeden Fall in meinem Viertel. Wann immer in den letzten fünf Jahren ein Schuster-, Schrauben- oder Buchladen dicht gemacht hat, eröffnete dort – je nach Größe des Objekts – entweder ein Asia-Imbiss oder -Laden oder ein Sushi-Lokal. Nun kann ich zwar rund um die Uhr getrocknete Algen, sieben Sorten Fischsauce und Wasabi erstehen, aber keine mehligen Kartoffeln für Püree oder Löwenzahnsalat, der ja schließlich schon in den Kochbüchern unserer Omas vorkommt.
Dafür muss ich mich dann schon unter die Touristen auf dem Viktualienmarkt mischen. Überhaupt ist der Wochenmarkt – genau wie damals in der Zone - der einzige Ort, an dem man noch was anderes als das Nestlé-Standard-Sortiment bekommt. Doch auch da schleicht sich schön langsam eine Monokultur ein, denn anstatt dass in jedem Viertel andere Händler ihre Waren anbieten, reisen die immergleichen Typen von Standort zu Standort. Also können Marktgänger von Montag bis Samstag in ganz München dieselben Gurken, Fische, Kräuter und Brathähnchen kaufen. Und was es da nicht gibt, das gibt´s halt nicht.

Wieso steht das ganze Zeug dann in meinen Kochbüchern? Wo versteckt ihr also diese ganzen Leckereien und Delikatessen?

Wer jemals in den USA in einem Supermarkt war, muss beim Einkaufen hierzulande eigentlich Depressionen und Versorgungsängste bekommen… Hätte ich keine Großmarkt-Ausweise, wäre ich nah dran…

Die Sache mit den Klößen...

Eine Freundin lieh mir ein Buch von Lily Brett: CHUZPE http://www.amazon.de/Chuzpe-Lily-Brett/dp/3518459228/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1225196202&sr=1-1 , das treffender „Die Sache mit den Klößen“ heißen sollte, wäre das nicht schon der Titel eines meiner absoluten Lieblingsgedichte von Erich Kästner. Ich war begeistert, habe zuweilen in der U-Bahn verständnislose Blicke geerntet, weil ich laut lachen musste. Bewusst möchte ich nicht verraten, warum, denn ich finde, dieses Buch sollte jeder lesen. Sobald man einen neuen Autor für sich entdeckt hat, giert man nach mehr, denn trotz einigen tausend Neuerscheinungen pro Monat gibt es dennoch nie genug Lieblingsbücher. Fast alles, was auf Bestsellerlisten steht, finde ich persönlich nicht besonders lesenswert, obwohl ich es natürlich – um mitreden zu können (wahrscheinlich wie die meisten) – immer wieder versuche. Also beschaffte ich mir weitere Bücher der ZEIT-Kolumnistin.
Das hätte ich nicht tun sollen…
Denn mit jeder Seite wurde mir Lily Brett, deren Figuren erkennbar autobiografisch angelegt sind, unsympathischer. Ich wollte wissen, wie es weiter geht, aber die Erzählerin ging mir zunehmend auf die Nerven. Ihre vielfältigen Phobien (eine gegen große Brüste, da trifft sie bei mir ja ins Schwarze…), ihr Pessimismus, ihre Hypochondrie, ihre Lamoryanz, ihr Genörgel ihrem Göttergatten (der diesen Titel wirklich verdient) gegenüber, ihr krankes Verhältnis zum Essen, ihre Holocaust-Besessenheit (was nicht heißt, dass ich mir darüber nicht auch Gedanken mache), ihre Ungerechtigkeit und ihre Unausgeglichenheit - kurz, die Hauptfigur ihrer Geschichten ist alles andere als ein Sympathieträger! Aber wieso müssen Hauptfiguren das eigentlich sein? Sicher können sich die meisten von uns mit einer so gar nicht heldenhaften Nervensäge identifizieren, aber wollen wir das auch? „Als ich im Traum der Kaiser war“ http://cgi.ebay.at/15980-Wolfgang-Grozinger-Als-ich-im-Traum-der-Kaiser-w_W0QQcmdZViewItemQQitemZ140269796545 hieß mal eins meiner Kinderbücher. Und genau darum geht es doch beim Lesen: Dass wir uns in Leben hineinträumen können, die wir wohl nie erleben werden, dass wir uns in Charaktere hineinversetzen, die wir eben nicht sind. Patricia Highsmith´s http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/HighsmithPatricia talentierter Mr. Ripley zum Beispiel ist ein gewissenloser Massenmörder, aber sein Charisma und sein Stil bedingen, dass ihn niemand dafür hält, was ihn wiederum immer kaltblütiger werden lässt. Seien wir doch ehrlich: Insgeheim würden wir uns gerne trauen, unsere Grenzen so wie er zu überschreiten. Genau das macht ihn für uns so anziehend.

Obgleich sich Lily Brett oft mit denselben Alltags-Themen wie ich auseinandersetzt, finde ich – ohne mir was darauf einzubilden - meine Kolumne hier viel unterhaltsamer. Wenn ihr also ihr Buch NEW YORK lesen wollt, um euch selbst ein Bild zu machen, bin ich gespannt auf euer Urteil. Gegen Anfragen von der ZEIT hätte ich persönlich auch nichts einzuwenden….
Die Sache mit den Klößen (Erich Kästner)
Der Peter war ein Renommist.
Ihr wisst vielleicht nicht, was das ist.
Ein Renommist, das ist ein Mann,
der viel verspricht und wenig kann.
Wer fragte: „Wie weit springst du, Peter?“
bekam zur Antwort: „Sieben Meter.“
In Wirklichkeit – Kurt hat’s gesehn –
sprang Peter bloß drei Meter zehn.
So war es immer: Peter log,
dass sich der stärkste Balken bog.
Und was das Schlimmste daran war:
Er glaubte seine Lügen gar!
Als man einmal vom Essen sprach,
da dachte Peter lange nach.
Dann sagte er mit stiller Größe:
„Ich esse manchmal dreißig Klöße.“
Die anderen Kinder lachten sehr,
doch Peter sprach: „Wenn nicht noch mehr!“
„Nun gut,“ rief Kurt, „wir wollen wetten!“
(Wenn sie das bloß gelassen hätten.)
Der Preis bestand, besprachen sie,
in einer Taschenbatterie.
Die Köchin von Kurts Eltern kochte
die Klöße, wenn sie’s auch nicht mochte.
Kurts Eltern waren ausgegangen.
So wurde endlich angefangen,
Vom ersten bis zum fünften Kloß,
da war noch nichts Besondres los.
Die anderen Kinder saßen stumm
um Peter und die Klöße rum.
Beim siebenten und achten Stück
bemerkte Kurt: „Er wird schon dick.“
Beim zehnten Kloß ward Peter weiß
und dachte: Kurt erhält den Preis.
Ihm war ganz schlecht, doch tat er heiter
und aß, als ob’s ihm schmeckte, weiter.
Er schob die Klöße in den Mund
und wurde langsam kugelrund.
Der Anzug wurde langsam knapp.
Die Knöpfe sprangen alle ab.
Die Augen quollen aus dem Kopf.
Doch griff er tapfer in den Topf.
Nach fünfzehn Klößen endlich sank
er stöhnend von der Küchenbank.
Die Köchin Hildegard erschrak,
als er so still am Boden lag.
Dann fing er grässlich an zu husten,
dass sie den Doktor holen mussten.
„Um Gottes willen“, rief er aus,
„der Junge muss ins Krankenhaus.“
Vier Klöße steckten noch im Schlund.
Das war natürlich ungesund.
Mit Schmerzen und für teueres Geld
ward Peter wiederhergestellt.
Das Renommieren hat zu Zeiten
auch seine großen Schattenseiten.


Die Muse

Ach, könnten wir doch nur Zeitreisen... dann würde ich noch heute eine Reise in die Antike buchen, in der „Muse“ ein anerkannter Beruf wie jeder andere war. Die olympischen Spiele finden immer noch statt, Schausteller und fahrendes Volk gibt es auch noch, aber wo sind denn die Musen geblieben? Wo bleibt die Muse, die mich küsst? Die meine schöpferischen Launen erträgt, weil ich so ein genialer Künstler bin (was zu diskutieren wäre…), und mir und meiner Kunstfertigkeit treu ergeben dient.
Selbst wenn sie bei ihr die erste Geige spielen, sind sogar emanzipierte Männer leider nur selten bereit, sich der Genialität ihrer Partnerin zu widmen.

Wenn ich etwas mache oder plane, was jemand anderes auch tun wollte, kommt mir sofort in den Sinn „Wir könnten doch zusammen…“. Aber 95 % der Männer, denen ich von meinen Schaffensprozessen als Autorin erzählte, meinten nur, sie hätten auch ein Manuskript-Fragment in der Schublade. Keiner hat mich je mit Geschichten oder Taten inspiriert, allenfalls kamen sie auf die glorreiche Idee, ich könnte ihnen mal helfen, ihren Gedichtband fertig zu stellen und zu veröffentlichen. Manchen fällt sogar ein, dass ich sie dabei unterstützen könnte, mit dem Rauchen aufzuhören.

Die Muse scheint definitiv weiblich zu sein.
Für viele Künstler sind ihre Frauen begabtester Ideenlieferant, schärfster Kritiker, pflichtbewusstester Lektor, hingebungsvollstes Modell, größter Fan, ambitioniertester Agent. Ständig lese ich Biografien von Malern, Komponisten, Filmemachern, Schriftstellern, denen Frauen den Rücken frei gehalten haben - Dalí hatte Gala, Hitchcock hatte Alma, Picasso einen ganzen Musen-Harem und Christo und Jeanne-Claude sind sozusagen siamesische Zwillinge -, die sich vollkommen der Genialität ihrer Männer verschrieben haben, aber wir, wir haben immer nur Objekte der Begierde, die uns unglücklich inspirieren.

Die berühmtesten und produktivsten Schriftstellerinnen, Sängerinnen und Schauspielerinnen (Dorothy Parker, Edith Piaf, Marilyn Monroe und und und) hatten durch die Bank Pech in der Liebe. Macht also nur Leid Frauen kreativ? Sind Musen stutenbissige Miststücke?  

Ich sollte wirklich nicht meckern, denn ab und zu küsst mich mein Muser doch, und das kann er richtig gut, wenn er auch hauptberuflich und sehr zeitraubend mit etwas anderem beschäftigt ist. Zu schade, das ist wohl das Los der Moderne. Wo hab ich bloß mein Ticket?

Toleranz oder Indifferenz?

10.07.2008

Toleranz oder Indifferenz? Das ist hier die Frage…
Ein Freund von Karla ruft sie äußerst unregelmäßig an. Einfach nur, um zu sehen, wie´s ihr geht. Manchmal freut sie sich über sein Lebenszeichen, manchmal nicht. Nicht, weil er sie dann gerade auf dem falschen Fuß erwischt – kann passieren, wenn man ´ne ganze Weile nichts miteinander zu tun hatte –, sondern weil sie in der Zwischenzeit selber einfach nicht an ihn rankam. Jede SMS verhallte unbeantwortet im All, jeder spontane oder geplante Vorschlag für ein Treffen wurde abgeschmettert: Mit einem freundlichen „Es passt gerade nicht, kann ich dich gleich zurückrufen?“ wird sie meist abgewimmelt, der Rückruf bleibt aus. „Kino? Ja, gerne, aber den Film XY habe ich schon mit meinem Sohn gesehen.“ (Wieso er Karla nie fragen kann, ob sie mitgeht, versteht sie bis heute nicht.) Dann jammert er ihr vor, dass er ewig nicht Tanzen war, aber wenn sie ihm ihre Einladungen zu Partys weiterleitet, ist er genau an diesen Tagen in London, Paris, Honolulu. Ob er Lust auf Biergarten mit Freunden/Sushiessen/einen Absacker in der Lieblingsbar/eine Wanderung am Wochenende hat? „Tut mir leid, keine Zeit!“ Verständliche Gründe gibt es immer.
Selbst wenn Karla beim ersten „Nein“ noch ganz „Inshallah“ ist, beim zweiten dann eben alleine loszieht und ihn beim dritten noch um seines vollen Terminkalenders willens bemitleidet, schleicht sich doch irgendwann Enttäuschung und - manchmal früher, manchmal später - Wut bei ihr ein. „Arschloch“ denkt sie, wenn sie seine Nummer auf ihrem Display sieht und geht nicht ran. Er ruft wieder an, und anstatt sich freudig mit ihm zu verabreden, wenn er endlich mal ein paar Stunden nur für sie bereit hält, wimmelt nun sie ihn ab. Nur damit er sieht, wie das ist. Doch das taugt so gar nicht als erzieherische Maßnahme. Denn er wiederum hat für jede ihrer Ausreden geradezu buddhistisches Verständnis. Er behauptet, ihm mache das gar nichts aus, wenn sie nach Monaten der Funkstille keine Zeit für ihn habe.
Wie gleichgültig muss man sein, um es freudig hinzunehmen, wenn einem ein geliebter Mensch eine Abfuhr erteilt? Oder ist gerade das ein Ausdruck für wirklich konstante Zuneigung? Für uns moderne Zivilisierte ist Freiheit und Unabhängigkeit das höchste Gut, aber wieso wird unerschütterliche Toleranz und Geduld gegenüber einem Menschen, der uns nahe steht, dann als Indifferenz gewertet?

Spiegelbild

Kann das noch Zufall sein? Nicole Kidman, die am selben Tag wie ich Geburtstag hat, sagte neulich in einem Interview, sie würde gerne italienisch sprechen können, eine tolle Köchin sein und einfach nur ihre Kinder groß ziehen. Reich mir die Flosse, Genosse, kann ich da nur sagen... So viele Parallelen sind doch schon unheimlich, oder? Am unheimlichsten ist es aber, so jemandem wirklich leibhaftig zu begegnen. Jemandem, der einem permanent einen Spiegel vor die Nase hält. Der einen schrecklich nervt mit Angewohnheiten, die man an sich immer so toll fand.

Quatscht mich doch ein rhetorisches As in Grund und Boden, redet selbst noch im Schlaf weiter… und ich? Ich genieße es, endlich mal nicht die ganze Unterhaltung aufrechterhalten zu müssen und schweige. ICH schweige! Und beobachte ihn dabei, wie er immer nervöser herumzappelt, obwohl er behauptet, ganz entspannt zu sein, aber in Wahrheit langweilt er sich schon und quasselt und quasselt, weil er sich genötigt sieht, den Entertainer zu geben, nur weil ich schweige, was er als Unbehagen interpretiert, was ihn zum Ablenken nötigt… puh, was bin ich anstrengend!

Warum mag man an Anderen oft genau die Dinge nicht, die man bei sich selbst am meisten nährt und verteidigt? Du jonglierst ständig 5 Termine und Verabredungen auf einmal, um ja keine Minute tatenlos herumzusitzen, und beklagst dich gleichzeitig über deine Austauschbarkeit und die unverbindliche Flutschigkeit deines Partners. Du erzählst nur, was du so ohne ihn treibst, wenn du gefragt wirst, machst ihm aber Vorwürfe wegen seiner Verschwiegenheit. Du liebst es, dich zu pflegen und zu stylen, aber wenn er länger im Bad braucht als du und ständig seinen Bauchumfang beargwöhnt, kriegst du die Krise. Du kochst gut und sprichst auch gerne darüber, aber du findest ihn ganz schön eitel, wenn er es auch tut. Du ziehst pikiert die Augenbraue hoch, wenn er in der Öffentlichkeit an dir herumfingert, dabei hältst du selbst keine Woche ohne Sex aus.

Muss man sich also ein Pendant suchen, das so vieles von dem eigenen Charakter abdeckt, dass es unweigerlich die schlummernden Qualitäten in einem aktiviert? Und einem ermöglicht, sich endlich mal besser zu betragen? Oder die eigenen Schatten erst in ihm und dann an sich selbst anzunehmen und zu lieben?

Mein neues Buch!

Es ist da – mein neues Buch QUATSCHEN MIT SOßE!

Ich hatte richtig Herzklopfen, als ich im Hugendubel nachsah und es da im Regal stehen sah, neben den anderen Neuerscheinungen. Und dann kam ich nach Hause und fand ein großes Paket mit meinen Exemplaren vor – ein wirklich guter Tag! Ich musste sofort meinen Süßen anrufen, um es ihm zu berichten.

Aber auch eine Lesung ist eine aufregende Angelegenheit, vor allem, wenn man – besser gesagt, frau – vorhat, Dinge auszuplaudern, die selbst Ehepaare bei der Silberhochzeit noch nicht voneinander wissen. Gar nicht so einfach, da keinen Knoten in der Zunge zu kriegen… Lesen kann man alles, vorlesen nicht unbedingt.   
Eigentlich muss ich mir doch nur vergegenwärtigen, wie´s mir so geht, wenn ich eine Lesung besuche: Entweder habe ich nach 20 Minuten Mühe, meine Augen offen zu halten oder ich schäme mich fremd ob der schonungslosen Offenbarung intimer Bekenntnisse, in den seltensten Fällen bin ich gleichermaßen amüsiert, überrascht  und gebannt wie in einem Woody-Allen-Film. Aber genau das möchte ich bei meiner Lesung erreichen. Ohne sinnliche Bossa-Nova-Rhythmen geht also gar nichts.

Und ich wäre keine Frau, wenn ich mir nicht die Frage stellen würde: Was ziehe ich an? Ich bin ein farbenfrohes Geschöpf und natürlich werde ich mich der interessierten Leserschaft nicht in Sack und Asche präsentieren, nur um keine Spekulationen über etwaige autobiografische Elemente in meinen Erzählungen aufkommen zu lassen. Die am häufigsten gestellte Frage ist so oder so: „Haben Sie das alles selbst erlebt?“ Ich wette, dass Thomas Harris das nie gefragt wurde… http://www.randomhouse.com/features/thomasharris/ Also hinein in die große Garderobe, damit´s auch was für´s Auge und nicht nur für die Ohren gibt.

Kaum ist die Kleiderfrage gelöst, poppen weitere auf: „Wer wird kommen? Und wie viele? Was, wenn niemand kommt?“ Das größte Lampenfieber habe ich, wenn jemand im Publikum sitzt, der mir wichtig ist, wie wohlwollend er oder sie auch immer sein mag. Da hilft nur Brille ab und durch – denn wenn ich die Mienen der Zuhörer nur verschwommen erkennen kann, ist es mir egal. Das war schon auf dem Laufsteg so, bis jetzt bin ich dabei noch nie gestolpert. Und dass eine kurzsichtige Frau mit offenherzigem Dekolleté was Liebenswertes hat, hat uns schon Marilyn Monroe in "Wie angelt man sich einen Millionär"
bewiesen…     




Geburtstagsstress

Geburtstage sind Stress! Bis zu unserer Volljährigkeit können wir diesen Tag kaum erwarten, aber so um das 30. Lebensjahr herum hätten wir kurz vor dem Näherrücken des Festtages gerne mal eine Total-Amnesie. Viele würden am liebsten gar nicht mehr feiern, aber dann kriegen sie meist auch keine Geschenke mehr. Was das Älterwerden noch deprimierender macht…

Stress bereitet es, sich nicht nur zwangsweise mit den Spuren des Alterns auseinanderzusetzen, sondern sich auch was neues Spannendes fürs eigene Fest auszudenken. Zuhause feiert doch kaum noch jemand - es sei denn, es wird ein Sternekoch engagiert, der vor den Augen der Gäste ein 7-Gänge-Menü kreiert. Picknick im Grünen, Grillfest an der Isar, eine exklusiv gemietete Kinovorstellung, ein Tag im Legoland, ein gemeinsamer Kochkurs, Sushi-Gelage und geschlossene Gesellschaften in jedem angesagten Club, den es so gibt. Ich hatte sogar schon eine Einladung auf eine einsame Berghütte, die nur zu Fuß erreichbar war, mit anschließender Rodelabfahrt. Kann man das noch toppen? Ohne Barkeeper, Spitzencatering und DJ? Oder hilft da nur die Rückkehr zum Kindergeburtstag? Mohrenköpfe – pardon - Schaumküsse und „Die Reise nach Jerusalem“ mag ich auch heute noch ziemlich gern.

Stress bedeutet auch die Gästeliste. Wer verstand sich mit wem noch nie? Wer sollte sich besser gar nicht kennen lernen? Wen kann ich außen vor lassen, ohne um die Freundschaft zu fürchten? Muss ich eigentlich immer alle einladen? Oder wer gehört überhaupt zum engsten Kreis? Für die, die letztes Jahr noch dabei waren, jetzt aber nicht mehr, geht die Grübelei los, was sie wohl in Ungnade hat fallen lassen.

Für die, die eingeladen sind, beginnt der Stress des Geschenke-Suchens. Es ist erstaunlich, wie da selbst die ältesten Freunde daneben greifen können und so manches Mal bringt so ein Flop-Präsent einen zum Überdenken der Innigkeit.  Wenn dir dein Partner ein Scheiß-Geschenk macht, hinterlässt das eine viel tiefere Narbe als ein nie runtergebrachter Mülleimer. Kriegst du noch nicht mal Blumen von ihm, hängt der Haussegen so schief, dass das crushed Ice für die Party-Cocktails noch deine geringste Sorge ist.

Ich wünschte mir, dass man mich fragte: „Was wünscht du dir?“ Denn das mit den Geschenken ist nämlich so ´ne Sache: Nach der letzten aufblasbaren Plastik-Torte habe ich Wunschlisten heraus gegeben, dennoch fürchte ich mich jedes Mal fast ein bisschen vor der Bescherung. Dabei ist meine Liste wirklich kurz und bescheiden. Doch wenn ich selbst diese Frage gestellt habe, habe ich selten eine eindeutige Antwort bekommen. Lässt das nicht darauf schließen, dass unsere ständige Sehnsucht nach neuen Dingen gar nicht auf konkreten Wünschen basiert?

Alter Schwerenöter

30.03.2008

Gestern lernte ich einen Mann kennen. Vom Alter her könnte er mein Vater sein, aber daran habe ich zunächst keinen Gedanken verschwendet. Denn er war ein lässiger, ein äußerst lebendiger, ein aufgeschlossener, interessierter, ungewöhnlich kommunikativer Mensch. Aufgrund dessen dauerte es nicht lange, bis wir über Theater, Literatur, heiteres Beruferaten und das Herausfinden von gemeinsamen Bekannten beim Thema Sex angelangt waren. Versteht sich von selbst, dass nicht ich damit angefangen habe. Nein, ich glaube, Rubens, der alte Schwerenöter, war der Auslöser, denn zuvor hatten wir gemeinsam mit Freunden die alte Pinakothek besucht.

Wir unterhielten uns über den Frauen-Salon. Ich sprach vom gemeinsamen Kochen eines Drei-Gänge-Menüs und nach der üblichen, für mich immer wieder aufs Neue erstaunlich pubertären Frage, ob er auch mal dabei sein dürfe, fragte er: „Sprecht ihr da auch über Sex?“ O.k., mir ist klar, dass der Empfang solcher Informationen bei Männern nicht im großen, sondern im kleinen Gehirn weiter unten stattfindet, aber was für Bilder löst das Wort FRAUEN-SALON dann wirklich aus? Nackte Frauen in knappen Dienstmädchen-Schürzchen am Herd, eine allegorische Massenorgie auf dem Esstisch? Keine Ahnung… ich jedenfalls habe mir weder bei englischen Herrenclubs noch schlagenden Verbindungen je Orgien vorgestellt.

Seine engsten Freunde seien Frauen, nicht Männer, erklärte er, fast so, als habe er damit eine Eintrittskarte in unseren Club erworben. Was eigentlich ja auch für eine stark ausgeprägte weibliche Seite spricht, aber außer dass er quatscht wie ein Maschinengewehr, gerne teilt und eitel wie ein Pfau ist (ach was, bei denen sind´s ja auch die Männchen), ist davon nicht viel zu spüren. Jedenfalls machte mir dieser Satz klar, dass auch für ihn, der eine jahrzehntelange, glückliche Ehe geführt und drei Kinder gezeugt und groß gezogen hat, die Frau immer das unbekannte Wesen bleiben wird.

„Uns war klar, dass sie alles über uns wussten, während wir sie niemals ergründen würden“, sagt ein Junge in dem Film „THE VIRGIN SUICIDES“ über die gleichaltrigen Mädchen. Und meine Begegnung mit diesem älteren Mann beweist, dass sich daran wohl nie was ändert - Alter schützt weder vor der Torheit, sich daneben zu benehmen, noch vor Ahnungslosigkeit, und vor allem nicht vor hemmungsloser Geilheit.

Der MONK in dir

30.06.2008

Steckt nicht in jedem von uns ein MONK? Ich denke schon. Ticks treten bei manchen schon in der Kindheit zutage, bei einigen äußern sie sich erst, wenn sie mit jemandem zusammenwohnen. Ich z.B. muss meine Möbel an den Linien des Parkettbodens ausrichten. Wenn der Couchtisch schief steht, kann ich einfach nicht daran vorbei gehen, ohne ihn zurecht zu rücken. Oder ich verlasse meine Wohnung nie, ohne alles aufgeräumt zu haben, selbst wenn ich deshalb zu spät zu einem Termin kommen sollte. Der Gedanke dahinter: Ich möchte jederzeit mit einem Gast zurückkommen können, ohne mich für die Unordnung entschuldigen zu müssen oder gar – wie eine Bekannte – darauf verzichten zu müssen, Besuch zu bekommen, weil ich mich für mein Chaos schäme. Und bevor ich die Wohnungstür zuziehe, nehme ich meinen Hausschlüssel in die Hand. Selbst wenn ich ihn eine Sekunde zuvor in die Handtasche gesteckt habe. Sinnvoll vielleicht, diese Schrullen, aber was, wenn Jahr für Jahr einige dazukommen? Ab wann ist man ein Monk - nicht mehr gesellschaftsfähig, jemand, über den Mitmenschen den Kopf schütteln?
Leere Toilettenpapierrollen, Tageszeitungen von gestern zu sammeln oder Joghurtbecher auszuwaschen und im Küchenschrank zu horten - das entlockt mir definitiv ein Kopfschütteln. Und wer kann ein Wäschestück nur mit gleichfarbigen Wäscheklammern feststecken, weil alles andere ihn nervös machen würde? Wer wirft Lebensmittel in angebrochenen Packungen grundsätzlich weg, egal, was das Haltbarkeitsetikett angibt, so wie meine Cousine? Oder putzt täglich die Fenster, damit die Nachbarn nichts zu meckern haben? Selbst die Nase in alles Essbare zu stecken, bevor man es sich in den Mund schiebt, ist nicht nur manchmal ziemlich unhöflich, sondern auch eine Zwangshandlung. Jedenfalls möchte ich so einen misstrauischen Schnüffler nicht mehr zum Essen einladen. Wer pfriemelt bei rohen Eiern die kleine Nabelschnur heraus, bevor er damit einen Kuchen bäckt? Ich kenne jemanden, der genau das tut. Besagte Cousine fährt übrigens auch nur mit Handschuhen bewehrt in öffentlichen Verkehrsmitteln, Sommer wie Winter. Doch ich wette, dass ein Drittel der Bevölkerung genau wie der schwer erträgliche Fernseh-Detektiv Sagrotan-Tüchlein mit sich schleppt. Sehr nachvollziehbar in einer Welt voller Keime, oder?

Ja, das ist wohl das Entscheidende, egal wie viele seltsame Angewohnheiten wir haben: Ob es in unserem Leben auch eine Trudy gibt, die unsere Eigenheiten liebenswert und nicht peinlich oder nervtötend findet.

Heiratsfähig...heiratswillig?

Von wegen: Wir Frauen sehen uns schon im Hochzeitskleid, bevor wir das erste Date haben...

Meine Freundin Rosa, eine Astrologin, hat mir dahingehend endgültig die Augen geöffnet. Weil sie sich mit ihrer Arbeit auch dem Vereinen von Mann und Frau verschrieben hat, führt sie in letzter Zeit ständig Gespräche mit beziehungswilligen Singles. Einer von ihnen war ein Mann, der ein, zwei Zugstunden von München entfernt wohnt. Er klagte darüber, dass er die Suche nach der Richtigen schon aufgegeben habe. Daraufhin bot sie ihm ihre Hilfe an. Und der einzige Gedanke, der ihn dabei sofort befiel, war: "Aber wenn ich eine Frau aus München kennen lerne, dann muss ich ja umziehen!" Ich habe mich weggeworfen vor Lachen.

Während sich das schöne Geschlecht also vor einem Date fragt: "Was ziehe ich an?", fragen sich die Männer bereits: „Wo ziehe ich hin?"

Kein Wunder, dass sie sich dann so schwer mit der Entscheidung tun, eine Frau persönlich kennen zu lernen. Lieber chatten sie monatelang und mailen sich Fotos hin- und her:
- Aus dem Urlaub, den sie alleine verbringen, obwohl sie den Internet-Flirt schon lange kennen
- Von seinem Auto, seinem Motorrad, seinem Boot und seinem Haus
- Von der Katze, den Kindern und Verwandten bei Familienfeiern
- Von seinem Garten, in dem sie mit ihren Freunden ohne die neue Online-Liebe grillen…
Nicht weiter schlimm, wenn es der Angeflirteten genauso geht…
Denn das übereinstimmende Gefühl für den richtigen Zeitpunkt kann ein trennendes, jedoch auch ein sehr verbindendes Beziehungs-Element sein.

Andrea – im heiratsfähigen Alter, aber ein überzeugter Single mit gelegentlichen Affären – kann nur mit dem Kopf schütteln, dass sie beim Kennenlernen oft von Männern nach ihrer Einstellung zu Kindern, Zusammenziehen und ihren häuslichen Qualitäten gefragt wird. Chris hingegen wird furchtbar unruhig, wenn ein Mann nach dem dritten Date nicht darüber spricht, in welche Richtung diese Beziehung gehen soll, obwohl sie es selbst gerne langsam angeht. Aber in meinem Freundeskreis gibt es ebenfalls ein frisches Pärchen, das ganz schnell Nägel mit Köpfen gemacht hat. Innerhalb von sechs Wochen wohnten sie zusammen, nach einem halben Jahr waren sie verheiratet.
Ihr Fazit: MAUL HALTEN!

Denn was immer du deinen - vermeintlichen - Freunden erzählt, jeder projeziert seine eigenen Ängste und Befindlichkeiten in deine Beziehung und glaubt, dir unbedingt den richtigen Weg weisen zu müssen.

Der eine ist ein notorischer Heiratsphobiker und bekommt schon beim Gedanken an eine vor Zeugen für die Ewigkeit geschlossene Verbindung Panikattacken.

Die andere wartet selbst schon seit drei Jahren auf ihren Verlobungsring und gönnt dir den deinen nicht.

Der nächste befindet sich gerade mitten im Scheidungskrieg und hat den Glauben an die Liebe erst mal verloren.
Nicht gerade die besten Berater in Liebes-Angelegenheiten… Diese hier kann ich jedoch wärmstens empfehlen:
Er steht einfach nicht auf dich
Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken



Esoterik macht doof

Wer ist mit Feng Shui vertraut?

Ich jedenfalls habe meine Wohnung danach umgestaltet. Kann ja nicht schaden, dachte ich, denn glücklicherweise ist sie bereits perfekt Feng-Shui-gerecht geschnitten, ohne dass ich Wände einreißen muss. Solange noch erkennbar ist, dass man sich in Europa und nicht in Asien befindet, tut es jedenfalls nicht weh, Glück, Wohlbefinden und Wohlstand ein bisschen nachzuhelfen.

Also habe ich meine Kinderfotos aus dem Wohnzimmer in die Küche - dem Raum für Familie - umgesiedelt und auch mein Bad – dem Raum für Ruhm und Anerkennung – endlich mal renoviert. Da ich schon als BRAVO-lesender Teenie ein ganz mieser Fan war (ich habe nicht EINEN kompletten Starschnitt zustande gebracht!), gelang es mir auch jetzt nicht, ein Idol zu finden, das ich dort hineinhängen könnte, um meinen beruflichen Erfolg zu mehren. Weder mit Sophia Loren noch mit Mutter Theresa kann ich mich 100%ig identifizieren und mir dort Angelina Jolie an die Wand zu nageln, die ein bisschen was von beiden und zudem noch den schöneren Ehemann hat, fand ich zu albern. Und ich werde mich hüten, irgendwelche Kristalle in meine Fenster zu hängen oder Zimmerbrunnen ins Schlafzimmer zu stellen, um das „Chi“ zum fließen zu bringen. Da müsste ich mir den Pisspott ja gleich daneben stellen…
    
Aber heute Nacht habe ich den Toilettendeckel offen gelassen, was ich sonst strikt vermeide wegen Feng-Shui-Regel Nr. 576: Keine großen Öffnungen in Wohnräumen, damit das Geld nicht im Abwasserkanal verschwindet. Und prompt träumte ich, dass ich irgendwas mit der EC-Karte zahlen wollte und mein Konto leergefegt war. Erschrocken warf ich den Laptop an und checkte sofort meinen Kontostand. Natürlich ist er in Ordnung, aber ich komme mir jetzt genauso dämlich vor wie ich meine Freundin finde, die die Geldscheine immer in eine bestimmte Richtung ausgibt, damit sie wieder zurückkommen. Irgendwas mit dem Tor hintendrauf, das ich mir nicht merken wollte. Sie lebt seit Jahren von Hartz IV.

Schuhwerk

Wenn Männer Anzüge tragen, gefällt mir das zwar auf den ersten Blick, denn darin macht jede Hühnerbrust, jeder Stiernacken, Geierhals, Schmerbauch oder Rundrücken eine bessere Figur als in einem ausgeleiertem T-Shirt mit lustigem Statement, doch es bedeutet leider noch gar nichts. Denn gutes Tuch muss man zu erkennen und zu tragen wissen. Und ein Cordsakko, das nachmittags wunderbar lässig aussieht, fällt in der Oper unangenehm auf, und ein heller Leinenanzug hat in der Wintergarderobe nichts verloren, Krawatten dürfen sich nicht mit Flanellhemden vermählen und die komischen Clips, die sie da oftmals um die Mitte tragen, sehen selbst um ein Bündel Geldscheine geklemmt verdammt schwul aus.       

Ich finde, Stil ist weniger eine Frage der finanziellen Möglichkeiten, sondern genauso eine Ausbildungssache wie Geradegehen und Trinkgeldgeben. Denn selbst im schwedischen Bekleidungsimperium gibt es Sachen, die gut gearbeitet und geschnitten sind. Aber eigentlich ist es nicht die Ober- sondern die Fußbekleidung, die den Stil eines Menschen verraten.

Und ich muss zugeben, dass MEIN Blick beim Kennen lernen nicht von den Augen zur – rückwärtigen - Körpermitte (wie viele behaupten), sondern zu den Füßen wandert. Tja, da gibt es viel Aufschlussreiches zu entdecken: Ein Schuh sagt mehr als tausend Worte…

„Ich bin ein berufsjugendlicher Outlaw“ rufen mir die Chucks an den Füßen eines über 50jährigen entgegen. „Ach, könnte ich doch im Tipi wohnen“ flüstern mir Trekkingsandale und Mokassin zu. „Nichts geht über Bequemlichkeit, was kümmert mich die Schönheit“ schnurren die tarnfarbenen Mephistotreter und Outdoor-Stiefel, die am liebsten von der Volljährigkeit bis zur Rente halten sollen. „Mitläufer“ singen die modischen Kreationen an den Füßen einer Armee von Angestellten  - made in Taiwan aus Kunststoff für eine einzige Saison, aber über viel zu lange Jahre geschleppt – im Chor.

Wie habe ich mich gegruselt, als mir ein Geschäftsreisender neulich gestand, für seine Alltagsschuhe, die einiges aushalten und repräsentieren müssen, nicht mal 100 Euro im Jahr auszugeben. Tag für Tag tragen sie sein – recht beträchtliches - Gewicht durch die langen Bürostunden, stehen mit ihm Langstreckenflüge und Reisen durch, in denen sie Temperaturschwankungen und unterschiedlichsten Bodenbelägen ausgesetzt sind, ohne einen Augenblick der Ruhe, nur weil er sich kein weiteres Paar leistet.

Und ein anderer Typ nannte mir tatsächlich als Grund dafür, dass er abgetretene, faltige, ungeputzte ALDI-Aktionstisch-Treter trug, dass die Schuhe, die ihm gefielen, nach der EURO-Umstellung nun 800 Euro kosteten! Demzufolge hat er sich seit D-Mark-Zeiten keine neue Fußbekleidung geleistet – für eine Frau ein Ding der Unmöglichkeit!    

Eines ist sicher: Bei Männerschuhen ist die Qualität definitiv am Preis erkennbar – je höher, desto besser. In Italien haben das selbst die Bauarbeiter mit der Muttermilch aufgesaugt. Wieso dieser schöne Brauch, Schuhe als Wertgegenstände und Statussymbole zu betrachten, nicht zusammen mit Pasta und Pizza zu uns herübergeschwemmt wurde, verstehe ich nicht und finde ich richtig schade. Denn im Gegensatz zu uns Frauen haben Männer von ihrer Investition - bei guter Pflege - wirklich einen jahrelangen Nutzen. Ein Mann mit einem rahmengenähten, klassischen Schuh, der auf Holzspannern gelagert wird (was man auf den ersten Blick sehen kann), ist immer ein Herr und kein Kerl!

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, meinem Süßen Schuhe auszusuchen. Doch  ein bisschen abergläubisch bin ich da schon, darum bezahle ich sie nie. Es heißt: Geliebten Menschen soll man auf keinen Fall Schuhe schenken, denn damit könnten sie uns davon laufen. Also, ich nehme definitiv die Beine in die Hand, wenn mein Gegenüber in billigem Schuhwerk steckt.  

Übrigens: Eduard Meier gibt wunderbare Schuhpflege-Seminare.

SHOPAHOLIC

Eigentlich hielt ich mich nicht für besonders materialistisch. Immerhin habe ich mich schon leichten Herzens von vielen wertvollen Dingen getrennt, habe Markenkleidung und Bücher an Obdachlose und gemeinnützige Organisationen verschenkt, Wertgegenstände auf dem Flohmarkt oder an Freunde für Pfennigbeträge verhökert. (Wo ich gerade so darüber sinniere: Ist der Besitz von „Wertgegenständen“ allein nicht auch schon materialistisch? Au weia…)

Vieles, für das andere Frauen ruinöse Kredite aufnehmen oder morden wurden, muss ich nicht haben: Uhren, Juwelen, Manolos, die Kelly-Bag, Botox … Aber ich bin dennoch eine Frau und so war SHOPAHOLIC natürlich Pflichtprogramm. Bei der Erkenntnis, dass ich im Gegensatz zu Rebecca Bloomwood  so gar nicht shopping-süchtig bin, atmete ich im Kino mehrmals erleichtert auf. Zwar fielen meine Freundin und ich gleich nach der Vorführung in die nächste Mall ein, aber nein. ICH bin nicht süchtig.

Woher ich das weiß? Weil mein Jagdfieber nach besonderen Klamotten genauso befriedigt wird, wenn ich als Shopping Coach dafür sorge, dass nur meine Kunden mit prallgefüllten Tüten nach Hause ziehen. Unzählige Male kehren Carola und ich nur mit einer Papiertüte voll Obst von unseren ausgedehnten Shoppingtouren zurück und empfinden trotzdem die gleiche Befriedigung, als hätten wir was gekauft. Das Berühren der Stoffe allein, das Anprobieren, im Spiegel betrachten, das Wissen darum, dass ich etwas ähnliches bereits mein eigen nenne, reicht schon aus.

Übrigens kann frau diesen Adrenalin- und Endorphin-Schub erwiesenermaßen auch auslösen, indem sie etwas, das sie eigentlich gar nicht braucht, erwirbt, ein Weilchen zuhause betrachtet… und wieder zurückgibt. Erspart einem einen Schock bei der Kreditkartenabrechnung und das schlechte Gewissen, wenn man so ein sündteures Teil niemals anzieht.

Aber dann flatterte mir diese Broschüre ins Haus und nun bete ich jeden Abend zum Shopping-Gott, er möge mir ein Weidenkörbchen mit einer Überraschung die Isar entlang schicken. Sein Inhalt: Diese eine VERSACE-Handtasche!
Ich brauche sie nicht (Hand aufs Herz: Wer BRAUCHT mehr als eine?), sie passt vielleicht noch nicht mal zu mir, aber immer wenn ich sie betrachte, bekomme ich einen ebenso verzückten Gesichtausdruck wie beim Anblick meines Süßen, mein Herz schlägt höher, in meinem Magen flattern die Schmetterlinge…  Ich bin verliebt! Ich bin infiziert! Ich spreche PRADA!

PHOTOSHOP oder Styling Coach?

Neulich habe ich mit Carola einen Weibertag in der größten Therme Europas eingelegt.

Ich muss sagen, 99,3 % der Leute in der Saunalandschaft entsprachen nicht dem Schönheitsideal. Weder Frauen noch Männer. Im Vergleich dazu fühlte ich mich auf einmal doch ganz ansehnlich. Doch gerade in der Öffentlichkeit bekommen unsere kleinen körperlichen Disharmonien wie ungleich große Brüste oder Hoden (hat so gut wie jeder), Härchen an den falschen Stellen (erst können sie gar nicht schnell genug sprießen und dann kommen sie uns zu den Ohren raus), Cellulitis am Knie (hat Demi Moore auch, und dennoch hat sie einen viel jüngeren Mann), Pickel am Po, unansehnliche Zehennägel oder steife Finger plötzlich ganz viel Bedeutung.

Aber wieso achten wir eigentlich so genau auf unsere kleinen Makel, die außer uns sowieso keiner sieht? Weil die ganze Welt inzwischen PHOTOSHOP-bearbeitet ist und wir nicht! Und da wir nicht jeden Tag retuschiert werden wie die ganzen Stars auf den Covern der Illustrierten, kommen wir uns permanent hässlicher vor als die paar Prozent Promis. Botox, Skalpell, Magenringe und Photoshop schaffen eine Illusion vom perfekten Menschen, die wir in der Realität niemals erfüllen können.

Ich jedoch finde: Es gibt schon genug Verrückte, da muss man sich nicht noch mittels Nervengift-Injektionen Neue heranzüchten. Denn dass das richtig Schaden anrichtet, merkt man spätestens bei Interviews mit Prinz Frederic von Anhalt und seinen zahlreichen solariumverbrannten Adoptivsöhnen. Da hat das Gift richtig gewütet. In der Hirnregion.

Immer sehr heilsam sind da boshafte Vorher-Nachher-Berichte über unsere Idole: Cameron Diaz mit Akne, Claudia Schiffer mit Augenringen, J-Lo mit Cellulite und Couperose, Pierce Brosnan mit Hängebauch und übergewichtiger Ehefrau am Strand und  - am allerschadenfreudigsten – Paris Hilton mit dicken Fesseln und Hängebrüstchen. Lustig, hilft aber nur vorübergehend…

Können wir uns nicht einfach bemühen, das Beste aus dem rauszuholen, was die Natur uns mitgegeben hat, und uns dann relaxed zurücklehnen? Jeder, wirklich jeder kann eine unwiderstehliche Ausstrahlung haben. Denn dass sich so mancher noch mal extra verschandelt, weil er sich sowieso hässlich findet, versaut mir meinem Thermen-Aufenthalt! Ich will keine gepiercten Schamlippen sehen, keine sich um die Zehen wickelnden Nägel und Parmesan-Hornhäute an den Füßen, ich will weder riesige Schnitzelfriedhöfe stolz entgegengestreckt bekommen noch ausgeleierte Tattoos auf welkem Fleisch.  

Wenn Ihr Unterstützung dabei braucht, euren Typ zu erkennen und euch Tag für Tag attraktiv zu fühlen – auch ohne Photoshop – berate ich euch gerne. Das bringt euch garantiert über Nacht eine Menge Komplimente ein...

Es gibt so Tage...

Es gibt so Tage, an denen wünscht man sich, ein Maulwurf zu sein, sich einfach nur tief in die Erde einzugraben und nichts mehr hören und sehen zu müssen…

Meist fangen sie hinterhältig harmlos an:
Der Wecker klingelt – so wie immer. Man schleppt sich gähnend unter die Dusche. Dass die Glühbirne im – fensterlosen - Bad durchgebrannt ist, ist allenfalls ein bisschen zeitraubend. Aber dann zerbricht die neue Glühbirne beim reinschrauben und man tritt in die Scherben, die man natürlich in der Dunkelheit nicht alle hatte finden können. Man klebt sich heldenhaft ein Pflaster drüber, ärgert sich ein bisschen, dass das Gehen in den neuen Pumps, die man heute zu dem wichtigen Termin anziehen wollte, nun Schmerzen bereiten wird, und denkt „Das war´s jetzt“. Doch das war erst der Anfang!
Und am Ende des Tages, der sich natürlich ewig hinzieht, obwohl man sich schon am Nachmittag unter die Bettdecke verkriechen könnte, fühlt man sich von einer Lawine überrollt, ohne zu wissen, wie man sie losgetreten hat.

Von seiner Astrologin zu erfahren, dass Merkur in den nächsten zwei Wochen rückläufig sein wird, hilft schon, vorab eine gewisse „INSHALLAH“-Haltung einzunehmen. Dennoch machen uns die Widrigkeiten des Alltags ganz schön zu schaffen.
Warum eigentlich?
„Leben ist das, was passiert, während du es planst“, heißt es doch.

Dennoch geben wir uns unerschütterlich der Illusion hin, dass wir unser Dasein durch unser Tun beeinflussen können. Und sind jedes Mal aufs Neue enttäuscht, wenn wir erfahren, dass es nichts und niemanden im Universum interessiert, wenn in München ein mit Einkaufstaschen voll bepacktes Fahrrad umfällt.

Immerhin wurden die meisten Lebewesen auf diesem Planeten von Naturkatastrophen und Pestilenzen dahingerafft, also Dingen, auf die nicht mal wir als intelligenteste Spezies irgendeinen Einfluss haben. Vielleicht sollten wir also einfach all jene Tage, an denen uns alle Kontrolle entgleitet, wie einst Douglas Adams in PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS als „furchtbar dummen Donnerstag“ betrachten...    

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder… laufen die Weihnachtsrituale auf dieselbe Weise ab.

Geht es um die gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuche, Nikolausstiefel und Adventskalender, Plätzchenbacken mit den Kindern oder die Planung des Weihnachtsessens, dann kann das etwas sehr Beruhigendes, ja Stabilisierendes haben. Das Schöne daran ist die Gewissheit, dass wir selbst mit 60 noch Kinderlein sind, wenn wir am Weihnachtsabend zu unseren Eltern kommen. Wie auch immer unser Leben verläuft, da ist alles beim Alten, wie eh und je müssen die alten Rituale eingehalten werden. Zuhause mit deinen eigenen Kindern kannst du es ja anders machen.

Aber im Elternhaus wird immer noch gesungen, mit dem Glöckchen geklingelt, werden glibbriger Karpfen, armselige Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat oder Fondue serviert, obwohl wir schon lange Vegetarier sind. Das Ganze wird begleitet von choraler Weihnachtsmusik aus den 60ern, die bei mir immer eine spontane Depression auslöst. Bescherung gibt´s erst nach dem Essen und nach der Päckchenschlacht muss man aus Höflichkeit noch ein bisschen ausharren, bevor man sich aus dem Staub machen darf, um endlich in weihnachtlicher Beschaulichkeit auf dem Sofa lümmelnd 3 Actionmovies anzuschauen.

Wenn sich aber die emotionalen Höhen und vor allem die Tiefen, die dem Fest der Liebe voran gehen, Jahr um Jahr gleichen, kann das ganz schön an die Substanz gehen. In meiner Familie ist eines der Vorweihnachstrituale, überkreuz den zeitlichen Ablauf festzulegen und sich endlich mal über längst verjährte Unstimmigkeiten zu streiten.

„Ihr könnt mich mal, ich mache nicht mit“, ist und bleibt jedes Jahr der meistgesagte Satz.

Der will nicht mehr mit der feiern, die hat noch ein Hühnchen zu rupfen mit der, die beiden Schwiegersöhne sind sich nicht grün... eine will partout bei sich feiern, weil sie das Chaos bei den anderen keine Stunde aushält, keiner kann sich auf irgendwas festlegen, jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und dazu verwendet, um die gemeinsame Festbegehung für immer in Frage zu stellen.
 
Für manche ist der Heilige Abend wie stundenlang die Luft anhalten...

Nicht umsonst trennen sich viele Paare, brechen viele Verwandte den Kontakt ab nach den Feiertagen. Drei Tage am Stück aufeinanderzuhocken ohne Fluchtweg ist einfach zuviel des Guten. Die werden dann mit Vorliebe genutzt, um alte Kriegsbeile auszugraben, der Alkohol und das miese Wiederholungen-TV-Programm tun ihr übriges und die obligatorische Gewichtszunahme trägt auch nicht gerade zum Wohlbefinden bei.  

Klar, dass man sich davon ein ganzes Jahr lang erholen muss…
Also auf zur „same procedure as every year”…

 FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!!!

Süchtig!

Gestern hat es ein Dealer doch tatsächlich geschafft, mich anzufixen! Ich bin süchtig nach Toffee-Joghurt mit Toffeesplits! (eigentlich eine widerlich pappige Angelegenheit, aber schweinelecker!) Das Problem ist, dass das wieder so ein Wochen-Aktions-Produkt ist, das es nicht palettenweise und schon gar nicht für immer gibt. Nun werde ich die ganze restliche Woche von Markt zu Markt fahren müssen, um nicht auf ´nen Affen zu kommen…
Das machen die immer: Die Weisse Joghurt-Crisp - die einzig genießbare, mal nicht wächserne weiße Schoki - haben sie auch plötzlich und unerwartet aus dem Sortiment genommen.

Noch heute lechze ich nach der wunderbar zartschmelzenden Tobler-O-Rum aus meiner Kindheit, die ich wegen des Alkoholgehalts nur stückchenweise genießen durfte. Nie wieder hat Rum-Traube-Nuß so harmoniert… Und die Yogurette Limette von letztem Sommer tummelte sich noch lange auf meinen Geschmacksknospen, aber leider nicht mehr in den Supermarkt-Regalen. Wie ein Junkie auf Entzug bin ich, die weder Eiscreme, Schokoriegel noch Gummibärchen mag, rotäugig und hohlwangig von einer Süßwarenabteilung zur anderen geschlichen, um meinen Stoff zu finden. Erst diesen Samstag wurde ich von meinen Leiden erlöst – bösartig und grausam, dieses Ferrero-Pack!      

Das unterscheidet uns von den meisten Tieren: Der Mensch ist maßlos! Und isst nicht nur, weil er muss, sondern aus Genuss… und das keineswegs anerzogen, sondern instinktiv. Denn auch, wenn man genetisch keinerlei Suchtdisposition besitzt, solche „Ohne das geht gar nichts“-Phasen hat irgendwann mal jedes Kind – sehr zum Leidwesen der Eltern.

In „Fränzi mag gern Marmelade“ - einem reizenden österreichischen Kinderbuch, das mir mal in die Hände gefallen ist - geht es genau darum: Ein Kind verweigert jegliche Nahrungsaufnahme, alles außer Marmeladenbrot. Die einzige Möglichkeit, Fränzi von ihrem Trip runter zu bringen, ist, ihr Marmeladenbrot einzutrichtern, bis es ihr zu den Ohren rauskommt.
Mal ehrlich, das kennen wir doch alle, entweder aus unserer eigenen Kindheit oder von unserem lieben Nachwuchs, den wir in solchen Situationen gar nicht mehr so niedlich finden wie sonst.

Ich zum Beispiel habe mich mit 9 Jahren an Apfelküchlein derart überfressen, dass ich seitdem nichts mehr ausstehen kann, das gekochte Äpfel enthält - keinen Kuchen, keinen Strudel, kein Mus. Auch Pommes werde ich bis zum Sanktnimmerleinstag nie mehr mögen. Die Tochter eines Freundes erkor ausgerechnet Kaviar zu ihrem Lieblingsgericht, während der 6-jährige Sohn dieses bemitleidenswerten Paares wochenlang nur Zuckerbrot zu sich nahm. Fast so eklig wie das ungetoastete Toastbrot, das ich mit Ketchup bestrichen zum Frühstück verspeiste. Auch meine Lakritze-Lust konnte ich mir nur mittels einer Reise ins Lakritz-Mekka Holland abgewöhnen.

Übrigens befindet sich unser Gehirn im selben Zustand, wenn wir verliebt sind: Das Dopamin ist extrem hoch, während der Serotonin-Spiegel so niedrig ist, dass all unser Denken und Fühlen der Beschaffung der Droge Liebe gilt. Und so unzurechnungsfähig sollen wir dann zukunftsträchtige Partnerschaften bilden?!

Um also meine Schoko-Sucht zu heilen, muss ich mir wohl nun einen so großen Vorrat an Limetten-Yogurette anlegen, bis mir schon vom Anblick der quietschgrünen Verpackung schlecht wird. Es sei denn, ich finde bald eine andere Droge…

Die Liebe in den Zeiten des Internets…

...ist echt gewöhnungsbedürftig für Menschen über 12.

Ob es wohl nach 1880 genauso irritierend war, als frau plötzlich nicht mehr auf den Briefträger warten, sondern nur noch zu einem Telephonapparat greifen musste, um von ihrem Liebsten zu hören?  

Meine süßen Nichten haben kein Problem damit, aller Welt ihre Kindergeburtstags- und Urlaubsfotos, ihre Haustiere, ihre Jugendzimmer, ihre sämtlichen Vorlieben und Abneigungen zugänglich zu machen. Sie finden auch nichts Seltsames daran, „Freunde“ zu haben, denen sie noch nie in die Augen gesehen haben. Ich hingegen habe ein ganz ungutes Gefühl dabei, einer Maschine meine veränderlichen und unveränderlichen Kennzeichen anzuvertrauen, um Gleichgesinnte anzulocken. Hat man uns denn nicht als kleine Mädchen eingebläut: „Sprich nicht mit Fremden!“

Aber auch Karla – so gar nicht minderjährig - hat seit Jahren täglichen E-Mail-Verkehr mit Männern, mit denen sie noch nicht mal einen Kaffee getrunken hat. Weil sie nämlich auf der anderen Seite des Erdballs leben. Unnötig zu sagen, dass dies die einzigen Männer in ihrem Leben sind. Doch welche Intimität kann postal erzeugt werden? Zwar glaubt man durchs unkomplizierte und darum immer und überall betriebene Chatten, schon so viel von dem anderen zu wissen, dass man beim Kennenlernen nur noch die Checkliste abhakt und sich viel schneller auf Intimitäten einlässt als im wirklichen Leben. Tatsächlich ist derjenige aber ein gänzlich Fremder, der vielleicht ein abstoßendes After Shave hat oder kleiner/dicker/kahler/etc. ist als auf seinem Profil-Foto.

Eine – manchmal ziemlich ernüchternde - Lektion in Eigenvermarktung bekommen alle, die sich mal auf ein Internet-Datingportal begeben haben. Wie man sich präsentiert und wie man wirkt, scheinen zwei unterschiedliche Paar Schuhe zu sein. Denn Mann z.B. liest meist nicht mehr als die ersten 3 Zeilen von dem ganzen Seelenstriptease und Wunschzettel, der sich da wortwörtlich ins Netz ergießt, aber zwischen den Zeilen (oder den Pixel), da findet sein angeregtes Hirn gaaanz gaaanz viel Subtext. Ach, es ist ja so leicht, einem Foto – einer wunderbar geduldigen Projektionsfläche für die wildesten Fantasien - zu schreiben, wie heiß man auf ihn/sie ist. Aber einen Menschen spontan ins Herz zu schließen, dem man zum ersten Mal gegenüber steht, ist ganz schön schwer. Dass zugunsten eines solchen Monologes zu zweit inzwischen sogar aufs Telefonieren verzichtet wird, kann ich gar nicht nachvollziehen. Nichts ist doch aussagekräftiger als eine Stimme, ein Dialekt, ein flüssiger Dialog oder auch ein Stammeln und Stottern, ein unsympathisches Räuspern oder betretenes Schweigen.   
Über sowas ist man in SECOND LIFE schon weit hinaus. Denn da verheiraten sich Avatare (=Zweitidentitäten) von Menschen, die im ersten Leben noch nie ein Wort miteinander gewechselt haben. Weil sie nicht nur vielleicht auf der anderen Seite des Erdballs leben, sondern sogar ziemlich wahrscheinlich Arbeitskollegen oder Nachbarn sind, die sich aber nicht trauen, auch nur „Hallo“ zueinander zu sagen.

Mir ist das alles echt zu pervers…   
Ich möchte weiterhin unverhofft in einer Bar, beim Spazierenquatschen mit einer Freundin, in einer Ausstellung, beim Wagenkollidieren im METRO, frierend an der Bushaltestelle, an der roten Ampel im Auto nebenan, beim Schreiben in Cafés in strahleblaue Augen blicken, davon zum Lächeln verführt werden, die Gesten und Gesichtszüge dieses Fremden beobachten, bevor ich das erste Wort mit ihm wechsle, das Timbre seiner Stimme angenehm finde und Herzklopfen bekomme, weil er mich anrufen will, um mich wiederzusehen …

Interessante Persönlichkeiten

München, die Stadt, in der ich lebe, hat den gleichen Ruf wie manche Models: Schön, aber eher verschlafen und langweilig.

Aber dieses Riesen-Dorf, das sich aus einer im Laufe der Jahrhunderte zusammengewachsenen Ansammlung von Dörfern gebildet hat, besitzt nicht nur den größten Stadtpark der Welt - du stehst auf einer der vielen historischen Steinbrücken und bist schlichtweg zu Tränen gerührt ob der Schönheit, die sich da gemeinsam mit der grünen Isar vor deinen Augen ergießt.

Dass München als unspannend gilt, mag daran liegen, dass die Slums nicht so sichtbar sind wie andernorts und sich niemand nachts auf der Straße fürchten muss. Doch auch hier gibt es so einiges an Skurrilem zu entdecken. Wie im Dschungel auch muss man genau hinschauen, um die Exoten zu erkennen.

Da sind zum Beispiel die Zwillinge. Jeder in meinem Stadtviertel kennt sie, denn sie sind weder zu übersehen noch zu überhören. Ihre neongrellen, knallengen  Boxershorts, die ihre solariumgegerbten Kinderhintern zu jeder Jahreszeit nur spärlich bedecken, schreien allen entgegen „Sieh mich an!“ Selbst ein Blinder würde davon geblendet. Was mich aber am meisten irritiert, sind nicht ihre langen, zotteligen gelbblond gefärbten Mähnen, sondern die Tatsache, dass sie sich ununterbrochen unterhalten. Sie scheinen rund um die Uhr zusammen zu sein und haben sich trotzdem soviel zu erzählen...     

Dann ist da dieser Großstadt-Cowboy, der jeden Tag mit Cowboyhut, Sporen-Stiefeln und Staubmantel, aber ohne Pferd, zum Dienst trabt. Ich wünschte, er würde in No Name City, der Westernstadt in Poing bei München, arbeiten, damit ich ihn nicht für exzentrisch halten müsste, aber ich fürchte, das tut er nicht. Wahrscheinlich verkauft er Schrauben bei OBI…
Dann gibt es da noch diese furchterregend magere Frau mit dem wirr geknoteten Haar und dem entrückten Blick. In ihren Original-70er-Jahre-Plateau-Stiefeln stolpert sie derart erbarmungswürdig durch die Straßen, dass man ihr sofort was zu Essen und Geld für ein Paar neue Schuhe geben möchte.    
Oder die Frau, die wie ein Mann aussieht und läuft – zackig, gänzlich ohne Hüfteinsatz – in der selbstdesignten Heilsarmee-Uniform. Auf den ersten Blick denke ich: Mildtätig, ein bisschen verschroben, aber ihrer Sache verschrieben. Je länger die Tram auf sich warten lässt, desto mehr werden mir die Details des Wahnsinns dieser Person bewusst. Wimpel, Epauletten und komische metallene Armbinden überall. Und als sie weder in die erste noch in meine Tram einsteigt, weiß ich, dass sie dort noch nächste Woche mit forschem Schritt und beflissenem Blick daher schreiten wird – hin und her – hin und her – wie ein Zootiger, gefangen im Käfig ihrer Zwänge, ebenso angestarrt.

Ja, und die Scientologen stürmen jedes Mal engagiert auf mich zu, wenn ich geschäftig die Eiscafé-Meile Leopoldstraße heruntereile. Denn außer echten Schwabingern, die was zu tun haben, und Touristen, die nie wiederkommen, verkehrt hier niemand. Wen hoffen sie zu bekehren und vor allem, wie? Wir Eingeborenen sind immun, wir haben uns ja gleich nicht täuschen lassen, als dieses Dianetik-Zentrum in die ehemalige Skandal-Kneipe KLAPPE eingezogen ist, über die die Spider Murphy Gang so schön ihr Schickeria-Lied trällerte. Und die Auswärtigen? Sollten die wirklich ihre Heimat verlassen wollen, ihr rotkariertes Ränzchen schnüren und in die bunte Dianetik-Welt hinausziehen? Wohl kaum.         

Schickeria, ja…diesem Ruf wird München wirklich gerecht, denn hier sind selbst die in schmuddlige Verbände gewickelten Bettler Millionäre, was immer mal wieder vorwurfsvoll in der Abendzeitung enthüllt wird, wenn einer von ihnen den Bettelhut abgibt.  
 
Aber am allerspannendsten sind die Münchner auf der Auer Dult, einer traditionellen Institution, die man hier nicht verpassen darf. Sonst einzeln unauffällig mit der Menge verschmelzend, kommt hier drei Mal im Jahr das bunteste Potpourri an bestaunenswerten Originalen zusammen, das man sich überhaupt vorstellen kann. Aber kommt und seht selbst…   

Zeit für Besinnung…

...sollte die Weihnachtszeit sein, doch die meisten von uns kriechen auf dem Zahnfleisch zur langersehnten Bescherung am Heiligen Abend, um nach 24 Tagen Schufterei, Hetzerei und Organisationsstress endlich mal die Beine hoch legen zu können. An den folgenden Feiertagen kommen dann nicht nur infarktversprechende Kalorienbomben, sondern auch alle übers Jahr aufgestauten Familiendramen auf den Tisch. Wie soll man denn da zur Besinnung kommen?

Dabei eignet sich  die „stade Zeit“ wirklich hervorragend zur Bilanzierung, Reflektion und Planung, wie ein Kollege so schön sagte: Alles mal auf „Null“ bringen.

Im Grunde tun wir das während der Adventszeit sowieso schon, nur nicht wirklich bewusst:
Nicht jeder aus unserem Adressbuch ist uns eine handgeschriebene Weihnachtskarte wert und auch unsere Weihnachtsgeschenke verteilen wir höchst selektiv. Wir überlegen,  mit wem wir an Hl. Abend unbedingt noch mal telefonieren wollen, wen wir am liebsten aus unserem Handy löschen würden, und ob es die Familie wirklich verdient hat, dass wir uns die Mühe machen, beim Plätzchenbacken zwei Tage lang die Küche zu verwüsten? Oder ist es mal wieder nötig, einen Flug auf eine möglichst weit entfernte Insel zu buchen, die jeglichen gefühlsduseligen Kontakt verbietet, mit wem auch immer? Auch das ist eine Art Abrechnung. Und die wenigen, mit denen wir aufs Neue Jahr anstoßen wollen, können wir wohl an einer Hand abzählen.  

Warum in Gottes Namen machen wir diesen Quatsch alle Jahre wieder mit? Auch im Juni gibt es verlängerte Wochenenden, an denen wir uns mal zum Karten- oder Brettspielen treffen oder die Familie beim launigen Raclette versammeln könnten, wir tun es nur nie. Zu diesem Thema gibt es sogar unzählige amerikanische Familienkomödien, die momentan alle im TV rauf und runter laufen.

Wenn ich mit meiner Familie überkreuz bin, was soll dann die weihnachtliche Heuchelei unterm Tannenbaum, wenn ich jemandem etwas Schönes schenken möchte, horte ich es sicher nicht bis zum 24. Dezember, und was noch dazu kommt: Nach dem 01.01. ist alles reduziert! Wenn wir also mal mit Sinn, Herz und Verstand ins Neue Jahr einziehen wollen, dann verschenken wir Geld-Gutscheine und machen einen Plan, was wir alles wie realisieren möchten. Ich habe schon damit angefangen…

EIN TOLLES 2015 FÜR ALLE!

Widrigkeiten des Alltags

Top Ten der Widrigkeiten des Alltags

Eigentlich predige ich ja immer, sich auf die guten Begebenheiten zu konzentrieren und den Katastrophen keine unnötige Aufmerksamkeit zu widmen, aber diese Hitliste sprudelt gerade einfach so aus mir heraus:

1.    Sich stapelnde Menschenmassen an der Tram-Haltestelle und nach 30 min. kommen drei Trams hintereinander und der ganze Pulk quetscht sich in die erste Bahn rein
2.    Die Zerstörungsgewalt eines Tempo-Taschentuchs in einer Waschmaschine voll mit dunklen Sachen
3.    Filme im Fernsehen aufgenommen zu haben, die ich unbedingt sehen wollte, und kurz vor dem Filmende ist das Band zu Ende. Wie ist z.B. der Schluss von „JUNO“?
4.    Die Heizung fällt nur dann aus, wenn Minusgrade herrschen
5.    Dass jede Menge interessanter Events auf die zum Jahresanfang festgelegten Frauen-Salon-Termine fallen
6.    Heftige Regenschauer am Tag nach dem Fensterputz
7.    Das perfekte Kleidungsstück, auch noch zum reduzierten Preis, aber nicht in meiner Größe
8.    Geflügelwurst, die Schweinefleisch enthält (?), gegen das ich allergisch bin
9.    Flecken auf dem Kopfkissen nach dem Haarefärben
10.    Wieso hat IKEA die Produktion der roten mundgeblasenen Gläser eingestellt?

Auf ein Neues…

Die Erotik de Schreibens

Gerade gebe ich meinem neuen Kurzgeschichtenband den letzten Schliff und ich muss sagen: Es ist manchmal ganz schön schwer, in Sachen Erotik inspiriert zu sein.

Wenn ich nicht gerade aus einem heißen Traum aufwache und so geistesgegenwärtig bin, die verschwommenen Eindrücke sofort zu Papier zu bringen, brauche ich nach den alltäglichen Verrichtungen wie Küchenputz oder Wäschewaschen immer erst mal irgendeinen Anstoß, um mich in eine lustvolle Schwingung zu versetzen. Einfach an den Schreibtisch setzen bringt da gar nichts. Manchmal tippe ich ununterbrochen nur ein einziges Wort wie Jack Nicholson in SHINING (für mich die schlimmste Szene des ganzen Films). Oder ich lege vor lauter Verzweiflung Patiencen - wären Bube, Dame, König Pin-Ups, wäre das vielleicht noch eine brauchbare Inspirationsquelle...

Aber wo ist denn eigentlich der beste Ort, um sich warme Gedanken zu machen? Ein Büro jedenfalls verströmt Wüste-Gobi-Atmosphäre. Und vom Sofa aus Pornos zu gucken hat auf mich die - für einen Erotikautor ziemlich ruinöse - „Nie wieder Sex“-Wirkung. Talk-, Psycho- oder Gerichtsshows sind gänzlich kontraproduktiv, ich hab´s ausprobiert. Danach sendete mein Hirn nur noch Testbilder. Eine öffentliche Sauna vielleicht? Neeeneee, was ich da zu sehen kriege, ist so anregend wie eine liegengebliebene Leberkässemmel. Ich sag´ nur buschiges Achselhaar, klimpernde Intim-Piercings oder ausgeleierte Tattoos mit Adiletten.

Ja, zuweilen spielt die Inspiration Verstecken mit mir, aber inzwischen habe ich einen guten Spürsinn entwickelt, sie in den unmöglichsten Orten, Geschehnissen und Dingen aufzustöbern. Manchmal reicht ein banaler Blick ins Schaufenster eines Dessousladens, tolle Filme helfen immer, solange sie keine erotischen Szenen enthalten. Letzte Woche brachte mich ein knisterndes Kaminfeuer zum Träumen, dann lieferte mir eine aberwitzige Zeitungsnotiz eine neue Geschichte. Neulich hat ein saftiges Stück Prinzregententorte meine Sinne angeregt und gestern brauchte ich mich nur an den Herd zu stellen und schon brodelte auch die Ideenküche im Kopf.

Ich befürchte, dass viele denken, erotische Geschichten entstünden grundsätzlich im Bett. Ihnen diese Illusion zu nehmen, tut mir gar nicht leid. Obwohl mein Süßer eine hingebungsvolle Muse ist, ist mein Schlafzimmer genau der Ort, den ich auf gar keinen Fall als Inspirationsquelle hinzuziehen möchte. Intimes heißt doch so, weil es nichts in der Öffentlichkeit zu suchen hat. Hätte ich denn sonst ein Dilemma?

Alles oder nichts?!

Scheiß-Gesetz der Anziehung - entweder kriegst du alles gleichzeitig oder gar nichts!

Britische Wissenschaftler haben ein Isolationsexperiment gemacht und herausgefunden, dass schon nach 48 Stunden zwischenmenschlicher Kontaktsperre Hirnfunktionsbeeinträchtigungen - unter anderem im Sprachzentrum und Erinnerungsvermögen - eintreten. Manche meiner Sonntage sind so meditativ, dass ich den ganzen Tag mit keiner Menschenseele spreche. Wenn ich also nach so einem Wochenende stottere, nicht wundern. Sobald ich aber montags nur 1 ½ Stunden lang im Bauchtanzunterricht bin, rufen auf einmal alle an, mit denen ich schon lange sprechen wollte. Kann irgendjemand verstehen, dass mich der Hinweis meiner Mailbox nicht freut, sondern nervt?

Diese Woche, in der ich nichts Böses ahnend spontan die Urlaubsvertretung für meinen Kollegen übernommen habe, stapeln sich plötzlich auch die Einladungen für alle möglichen Veranstaltungen, und ich weiß gar nicht, wie ich meine Freundinnen, mit denen ich mich schon auf kurze Schwätzchen zwischendurch verabredet hatte, auch noch unterbringen soll. Von meinem Süßen reden wir da noch gar nicht.

Ja, ich bin 5-fach abgesichert durch sämtliche Struktursysteme, die es gibt -  Outlook-Kalender, Handyreminder, To-Do-Listen, Terminplaner –, doch eigentlich geht es um was ganz anderes als Koordination und Pünktlichkeit: Die ganzen Termine zu jonglieren, um all die Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke mitzunehmen und zu bevorraten, damit ich in ruhigen Zeiten – an verregneten Samstagen mit grottenschlechtem Fernsehprogramm oder meditativlangweiligen Putz-Sonntagen – von den Erinnerungen daran zehren kann.

Als Freiberufler bist du diese ständigen Hochs und Tiefs zwar gewöhnt, dennoch irritiert es dich immer wieder aufs Neue, wenn auf so eine wilde Zeit Tage folgen, an denen kein Hahn nach dir kräht. Das kommt dem berüchtigten Premierenloch gleich, in das die Schauspieler nach einer Premiere fallen. Ja, jeder ist seines Glückes Schmied, aber manchmal ist es einfach anstrengend, sich immer wieder selbst die Stufen aus dem Loch heraus zu zimmern. Wäre schön, wenn man mal eine Leiter gereicht bekäme, eine und nicht gleich fünf, von denen man erschlagen wird. 

Alterslos altern

Wie die Zeit rast, zeigen uns Kinder mehr als jede Uhr.

Solange sie einem von innen in den Bauch treten, macht man sich noch Gedanken darüber, dass man sie nun mindestens 18 Jahre an der Backe hat. Aber gerade hat man sie noch gewickelt, da machen sie auch schon den Führerschein.

Erst mal erwachsen, geht das mit dem Alterungsprozess eher schleichend vonstatten. Erst recht, seit sich jeder mit Nervengift-Injektionen glätten lässt. Meine gleichaltrige Freundin, die deshalb inzwischen jünger als ihre Tochter aussieht, lässt mich oft vergessen, dass jeder Geburtstag ein Schritt ins Grab ist. Aber wenn ihr Kind mich von einem Tag auf den anderen überragt, obwohl es noch nicht mal auf dem Gymnasium ist, dann gibt es keinen Zweifel mehr: Wir werden alt, egal wie jugendlich wir mittels Rohkost-Ernährung, Lidstraffung, Fettabsaugung, täglichem Yoga-Programm und Vitaminpillencocktail aussehen.

Man sei immer nur so alt, wie man sich fühle, heißt es. Was, wenn man sich schon steinalt fühlt und noch 30 Jahre vor sich hat? Eine grausame Vorstellung. Und wie kann man sich da Unsterblichkeit wünschen?

Klar ist es schön, wenn frau noch mit 50 im Minirock herumlaufen kann, aber die wirklich erstrebenswerte Errungenschaft des Heranreifens, die wahre Belohnung für den von Jahr zu Jahr rasanter galoppierenden Verlust unserer Lebenszeit sind wohl nicht krampfadernfreie Waden, sondern eher die Kenntnis der eigenen Persönlichkeit und Prioritäten und die daraus resultierende Gelassenheit und Kompromisslosigkeit. Darum ist mein einziges Porträtfoto, das überlebensgroß meine Wohnung schmückt, von meinem 50jährigen ICH.

Alter, du kannst mich mal!

Das perfekte Dinner

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass ich leidenschaftlich gerne koche. Insofern ist „Das perfekte Dinner“ mehr oder weniger Bildungsfernsehen für mich.

Genau so lange, wie ich schon faszinierte Zuschauerin bin, denke ich darüber nach, mich dort als Mitkocher anzumelden. Und jedes Mal, wenn ich meine Bewerbung in meinen Outlook-Entwürfen bearbeite, fallen mir neue Gründe ein, sie doch nicht abzuschicken:

Am meisten fürchte ich mich davor, dass in dieser Runde ein Unsympath (m/w) sein könnte, den ich auf gar keinen Fall einen ganzen Abend in meiner Wohnung beherbergen möchte. Und wer will mit so jemandem schon eine ganze Woche lang zähneknirschend Drei-Gänge-Menüs verschlemmen? Zwar ist ein wesentliches Element des Formates das Konfliktpotential, das Arm und Reich, Alt und Jung, Gebildet und Doof, Hetero und Homo, Gourmet und Gourmand gemeinsam an einem Tisch sitzend in sich birgt, aber ehrlich gesagt, ist mir meine Lebenszeit zu kostbar, um sie mit Arschlöchern zuzubringen.

Klar könnte ich allein schon aus den ungezählten Frauen-Salons jahrelang Menüvorschläge fürs „Perfekte Dinner“ bestreiten, doch auch da gibt es einen Haken. Ich pflege die frische, saisonale Küche, aber kein Kandidat weiß im Voraus, wann er dran sein wird. Was, wenn die Zutaten meines Sommer-Menüs während der Aufzeichnung im Winter einfach nirgends zu kriegen sind? Oder sauteuer, aber von lausiger Qualität sind, was meine Gewinnchancen erheblich minimieren könnte? Und will ich wirklich am Tag des Dinners unter mörderischem Zeitdruck dieses unglaublich natürliche, sieben Mal in verschiedenen Kameraeinstellungen wiederholte Verkaufsgespräch mit meiner Supermarkt-Fleischereifachverkäuferin und meinem Gemüse- und Weinhändler führen?  

Nicht genug, wäre da außerdem noch dieses lästige Stöbern der Mitkocher und -esser in Kleiderschränken, Nachttischschubladen und Fotoalben. Die Liste der privaten Gegenstände, die ich vor dem Dreh in den Keller auslagern müsste, ist seitenlang. Danach sähe meine Wohnung aus wie ein Laden im Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe und dass ich mich damit niemals dem Spott der Nation aussetzen würde, versteht sich von selbst. Also hadere ich weiter mit mir, während ich mir tagtäglich um 19:00 einen feixe.

DSDS

Es wird ja viel über DSDS gelästert und das ist ja auch nicht besonders schwer, wo inzwischen hauptsächlich die Casting-Nieten zur Belustigung der Nation auf Sendung gehen. Zugegeben, auch mich hat die Faszination des Schrecklichen von der ersten Staffel an auf die Couch gezwungen.

Millionen glauben ja, was in der BILD-Zeitung steht, genauso viele halten DSDS wahrscheinlich für authentisch und der Rest der Bevölkerung denkt, das Format sei ein einziger Betrug. Mir ist das egal, solange ich mich jedes Jahr darüber freuen kann, dass es da draußen tatsächlich unentdeckte Talente gibt, die dadurch zu ihren verdienten five minutes of fame gelangen. Aber nun mischt sich in meine Begeisterung über kostbare Talent-Trüffelchen, die von den drei kleinen Jury-Schweinchen an die Erdoberfläche geschnüffelt werden, plötzlich ein ganz anderes Gefühl: Angst. Was mir Angst macht: Den galoppierenden Realitätsverlust so vieler wahlberechtigter Bürger hautnah mitzuerleben!

Ich fürchte mich nicht nur vor dieser Armee finsterer Gestalten ohne Würde, Anstand, Hörvermögen und Ganzkörperspiegel, die sich da Woche für Woche vor der ganzen Nation zum Affen machen und sich auch nach vier „Neins“ noch für die eineiigen Zwillinge von Shakira und Justin Timberlake halten, ich fürchte mich vor allem vor den vielen Dr. Evils, die diesen armen Mini-Me´s suggerieren konnten, sie seien superbegabt, superschön, supercharismatisch, eben Superstars. „Mein Müllmann (mein Handleser, mein schwerhöriger Opa, mein Barkeeper usw.…) hat gesagt, ich soll da mal mitmachen.“

Und wenn die Jury sich dann nicht von Talentfreiheit, Faulheit, Geschmacksverirrung, Größenwahn und Scherzartikel-Urkunden von Bananenrepublik-Musikhochschulen blenden lässt, bricht für diese Schüler, Bäcker, Fitnesstrainer, Fliesenleger, Lagerarbeiter doch tatsächlich eine Welt zusammen!

Da kann ich mich doch nur noch fragen: Wer sitzt eigentlich in der Klapse, wenn die alle draußen rumlaufen?

Schlussmachen - aber wie?

Im Grunde trachtet der Großteil der Menschheit danach, sich im Laufe eines Lebens möglichst nichts zuschulden kommen zu lassen. Im Straßenverkehr klappt das nicht wirklich gut, denn jede Fahrt ist ein einziger Unfallvermeidungs-Slalom, aber niemand, den ich kenne, hat jemals eine Autoantenne abgeknickt oder eine alte Frau um ihr Erspartes gebracht. Mit e i n e r Ausnahme: Wenn es um Herzensangelegenheiten geht, sind wir lieber der Täter als das Opfer.

Wieso fühlt es sich besser an, Herzen zu brechen als mit einem gebrochenen Herzen zurückzubleiben? Weil Liebeskummer einer schweren Depression gleichkommt?

Wer schon einmal selbst Schluss gemacht hat, weiß, dass auch das wehtun kann. Zum Beispiel, wenn es der Leidensdruck eines ungeliebten Liebenden ist, der ihn (nein, sie, denn meist sind es die Frauen, die eine Beziehung beenden) in den Entschluss treibt, ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen. Oder wenn man sich aus Selbstschutz trennt, um nicht komplett sein Gesicht zu verlieren, etwa weil man geschlagen, belogen, betrogen oder sonstwie misshandelt wurde. Was noch lange nicht bedeutet, dass man den anderen freudig aus seinem Herzen gekickt hat…  

Aber wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt zu gehen?

Für meine Freundin Andrea ist eine Trennung ein beziehungs-belebendes Ritual. Jedes Quartal packt sie die Sachen ihres Lebensgefährten zusammen und stellt sie vor die Haustür. Wenn er dann ein paar Tage später reumütig an der Tür kratzt - mal mit einem Blumenstrauß, mal mit Liebesurlaubs-Tickets, mal mit einem Heiratsantrag – liebt sie ihn doppelt so stark wie zuvor.
Für viele ist ein Schlussstrich jedoch erst möglich, wenn ihr „point of no return“ erreicht ist. Wenn sie den ehemals Geliebten so dick haben, dass sein Kosename nun „Arschloch“ ist. Oder sie ob seines nächtlichen Schnarchens fluchend nach dem Kissen greifen, um es ihm aufs Gesicht zu drücken.

Oder sollte man gehen, solange man noch so gut miteinander ist, dass man tatsächlich „Freunde bleiben“ kann?

Geht das überhaupt? Wohl nur, wenn die Liebe so langsam weg geschmolzen ist wie ein Schneemann in der Frühlingssonne. Oder wird auch die kleinste Wunde am Herzen immer wieder ein bisschen blutig gekratzt, sobald man dem Verflossenen gegenübersteht? Gönnen wir unserem Ex wirklich das neue Glück ohne uns? Ich kenne da so einen Fall, wo die Verlassene voll des Lobes über ihren Ex ist. Nur, weil sie die einzige ist, die bis heute nicht weiß, dass er jahrelang fremdgegangen ist.

Ist es wirklich entscheidend für den späteren Umgang, auf welche Art Schluss gemacht wird oder wird sowieso immer irgendwie schmutzige Wäsche gewaschen? Eine Trennung per SMS gehört nicht gerade zum guten Ton, doch wenn die Kommunikation innerhalb der Beziehung auch nur aus short messages, einsilbigen Monologen bestand, ist die SMS hier wohl das verständlichste Mittel. Wer konfliktscheu ist, freut sich dann vielleicht sogar darüber, verschont geblieben zu sein. Denn „Wir müssen reden“ ist ein Satz, der bei vielen Männern (und bei mir inzwischen auch, denn der heißt nie was Gutes) spontanen Fluchtreiz auslöst. Und liegt in der Sprachlosigkeit manchmal nicht auch eine klare Aussage?  

Am wichtigsten ist wohl, dass man überhaupt eine Ansage macht und sich nicht still und starr in einer dahinsterbenden Beziehung herumquält, nur weil das Alleinsein noch schwerer zu ertragen ist oder sich einfach schweigend in die Nacht verkrümelt, zum Zigarettenholen etwa… Nur dann besteht eine Chance, nicht panisch die Straßenseite wechseln zu müssen, wenn man dem/ der Verflossenen zufällig begegnet…       

Truth or Dare

Karla kennt sich einfach nicht mehr aus.

Auf der Wies´n hat sie einen Mann kennen gelernt – nichts Ungewöhnliches, denn dafür gehen die meisten ja da hin, und nicht etwa, weil ihnen das teure Bier so gut schmeckt. Meistens führt so ein Wies´n-Flirt zu nichts, weil der Großteil der Besucher Ehekrüppel sind, die einfach mal wieder ihren Marktwert testen wollen. Oder Saufbrüder, die sich nach dem durchzechten Abend an nichts erinnern wollen.

Doch Martin schien nicht so, wurde er doch von ihren gemeinsamen Freunden wärmstens empfohlen. So läuft auch alles anders als bei den übrigen biergeschwängerten Versprechen. Denn Martin meldet sich brav und höflich nach der Wies´n und macht mit Karla ein Date aus. Doch schon bei seiner ersten Kontaktaufnahme wird sie stutzig. Er lässt das Wochenende verstreichen, kommuniziert ausschließlich per SMS und macht keinerlei Angaben über seine Unternehmungen. „Der hat doch eine Frau! Oder vielleicht Kinder mit Besuchsarrangement“, denkt sie instinktiv.

Schließlich treffen sich Karla und Martin in einer Bar, die sie beide oft frequentieren. Viel versprechend. „Wieso haben sie sich hier noch nie gesehen?“ Sie finden sich immer noch gut, nein, sie finden sich minütlich besser, darum zögert Karla nicht, ihn bald zu fragen, ob er gebunden oder Vater ist. Er verneint beides und so nimmt der Abend seinen entspannten Lauf. Ein schönes harmonisches Ping-Pong der Themen. Wieso Karla dennoch in Habachtstellung ist und jedes seiner Worte in Gedanken auf die Goldwaage legt, kann sie sich nicht bewusst erklären. Eine vielsagende SMS eine Stunde nach ihrem Treffen wiegt sie in erwartungsfrohe Sicherheit, doch ein paar SMSen später – er wünschte ihr wieder mal ein schönes Wochenende - zischt ihr der kleine, alte Teufel auf ihrer Schulter schon wieder zu: „Der hat ´ne Freundin.“

Nun macht sie etwas, was Karla seit ihrer Schulzeit nicht mehr getan hat: Sie fragt den Freund, der sie einander vorgestellt hat, ob ihr Verdacht berechtigt ist. Und wundert sich gar nicht, als ihr Bauchgefühl bestätigt wird: „Ja“. Sie löscht Martins SMSen, doch er hört nicht auf, sie mit eindeutigen Kontaktaufnahmen zu bedrängen. Schmeichelhaft? Wäre es vielleicht, hätte Karla nicht parallel diese Erfahrung gemacht:
Arno, der weder Kinder noch Ex- noch Ehefrau noch Hund noch Katze noch Pflanze hat, behandelt sie - die 10 Min. von ihm entfernt wohnt - wie eine Long-distance-Beziehung und frequentiert sie ausschließlich am Wochenende. Wie mit einer heimlichen Geliebten weigert er sich, sie seinen Freunden vorzustellen, trifft sie ausschließlich in ihren privaten vier Wänden und vermeidet jede soziale Aktivität mit Karlas Freunden. Und wenn er ausgeht, spielt er ebenso den Single wie Martin. „Kennen die sich womöglich und haben sich gar abgesprochen? Oder ist das irgend ein Geheimbund, von dem Frauen nichts wissen?" Wäre Karla nun so eine Tripledecker-Daterin, die sich aus allen „Sahneschnittchen“ die Rosinen rauspickt und sich damit eine Collage des perfekten Partners zusammenbastelt, wäre sie 100% zufrieden. Doch sie hängt der altmodischen Vorstellung nach, sie müsse all das, was ihr gut tue, in einem einzigen Mann finden…

Armes naives Ding!  

Drei gute Dinge

Morgens um 8:00 an einem Wintertag, der wieder zulässt, dass die Sonne einen wachkitzelt. Und das tut sie auch, mit milder Intensität. Den Laptop auf dem Schoß – der WLan-Gott sei gepriesen – sitze ich schon vor dem Kaffee bei der Arbeit und auf ARTE gibt mir mein seit der Kindheit so geliebter Baden Powell ein einschmeichelndes Jazzgitarren-Ständchen in s/w. Was für ein wunderschöner Start in den Tag!

Ja, die Gabe, sich an den kleinen Dingen erfreuen zu können, ist etwas, das man weit in die Welt hinaustragen muss. Diese winzigen Goldnuggets guter Erlebnisse erst mal wahrzunehmen in unserem vollgepackten Alltag, ist schon eine Kunst. Sie aufzulesen und zu würdigen, eine Meisterleistung.

Ich bin nun auch nicht der geborene Optimist und freue mich lieber über unerwartet angenehme Überraschungen als hohe Erwartungen enttäuscht zu sehen. Aber es gibt so ein paar Kandidaten in meinem Leben, die versorgen mich so konsequent ausschließlich mit Katastrophenmeldungen, dass ich mir alle Nachrichtensendungen sparen kann.
Ihr Credo: Alles, was gut ist, ist selbstverständlich - Glück steht uns ja schließlich zu! Alles was schlimm ist, ist eine Strafe und Ungerechtigkeit.

Doch inzwischen glaube ich, dass wir grundsätzlich bei hohem Seegang und dramatischer Bewölkung durch unser Leben schippern und die exklusiven Momente der spiegelglatten See mit strahlendem Himmel, leichter Brise und weitem Horizont  uns nur dazu motivieren sollen, uns nicht entkräftet von Bord plumpsen zu lassen, sondern weiter nach dem nächsten sicheren Hafen mit festem Boden unter den Füßen zu suchen.

Eine große Hilfe ist da eine Methode, die mir mein Coach beigebracht hat:
Jeden Tag drei gute Dinge aufzuschreiben, die dir widerfahren sind – seien sie auch noch so unbedeutend. Klingt kindisch, aber in Wahrheit ist das ist ein sehr lukratives Unternehmen nach dem Motto geringer Aufwand, große Wirkung.   

Dabei können wir nämlich feststellen, dass trotz allen Unmutes über ungezogene Kinder, steigende Butterpreise, rücksichtslose Autofahrer, unzuverlässige Pfusch-Handwerker, ungerechtfertigte Steuerbescheide, Glatteis und schlecht sitzende Frisuren eine ganze Menge Erfreuliches passiert, das bisher so unbemerkt blieb wie ein Krokus auf dem Grünstreifen neben der Stadtautobahn. Und langsam verändert sich unsere Sicht der Dinge: Das Glas ist nicht mehr halbleer, sondern halbvoll. Wir lächeln öfter mal so vor uns hin. Und irgendwann beeinflusst es auch unser Handeln. Ein Tag kann noch so gegen uns sein, plötzlich sorgen wir selbst dafür, dass es am Ende wenigstens drei gute Dinge zu verbuchen gibt:

Hier also meine drei Dinge:

1.    Die Sonne scheint
2.    Ich hatte einen tollen Shopping-Nachmittag mit einer reizenden, dankbaren Stammkundin  
3.    Ich habe eine wundervolle SMS von meinem Süßen auf Reisen bekommen

Schmetterlinge im Bauch

Sommer lässt sein blaues Band leise flattern durch die Lüfte… wäre eigentlich seit einigen Monaten das passende Motto. Doch das einzige, was zur Zeit sommerlich flattert, sind meine Schmetterlinge im Bauch, deren Flügelschlag im Alltag so manches Mal von ärgerlichem Bauchgrimmen überdeckt wird. Denn ich trotze der verharrrenden Winterkälte, die sich in unseren Breitengraden beharrlich eingenistet zu haben scheint, und hege äußerste Frühlingsgefühle.

Was ich wirklich genieße, ist, dass mir immer noch das Herz bis zum Hals hüpft, wenn ich einen Anruf von meinem Süßen kriege. Er kann mich immer noch erschüttern, begeistern, verführen… Meine Stimme wird samtig, ich bin ein schnurrendes Kätzchen, das um seine Beine streicht und um Liebkosungen heischend zu ihm aufblickt. Vergessen jede Provokation, jede Schnippigkeit, aller Zynismus verflogen… Was für ein Wunder, dass dieses Gefühl so beharrlich anhält, ja wächst, obwohl man jemanden in- und auswendig zu kennen glaubt. Aber was hält eigentlich die Liebe jung? Ist es diese Tide von Nähe und Distanz, die unsere Liebe am Leben hält? Das empfindliche Gleichgewicht zwischen Ruhen und Sehnen?
Doch wenn die Sehnsucht zu groß ist, weil sie nie so sehr genährt wird, dass sich irgendwann auch eine friedliche Gewissheit, geliebt zu werden, manifestieren kann, können Gefühls-Stürme entstehen, die sich zu einem zerstörerischen Tsunami auftürmen und jede noch so harmonische Beziehung unter sich begraben können.
Oder sind es gerade die Widrigkeiten des Alltags, die es uns nicht erlauben, uns an irgendeinen Zustand zu gewöhnen und uns immer wieder Überraschungen bieten, die auch die Beziehung in eine neue Perspektive rücken?

Muss man nicht immer wieder genau hinschauen, den Wohlbekannten auf´s Neue neugierig betrachten, als wär´s die erste Begegnung, um auch immer und immer wieder „Ja!“ zu ihm zu sagen und nicht „Naja“ oder gar „Jein“?

Wie lebendig man sich fühlt, wenn man liebt, wenn man von Endorphinen durchströmt wird…Ich jedenfalls bin glücklich, nicht so taub und blind zu sein, dass ich nichts Neues mehr in unserer Liebe entdecken kann. Und so tragen mich heute mal flatternde Schmetterlinge durch den Tag…

Music was my first love

I´m not in love … ach, diese Hymne von 10CC treibt mir stets die Tränen in die Augen – egal in welchem Zustand ich gerade bin – rosabebrillt verliebt, desillusioniert entliebt, herzgebrochen oder himmelhochjauchzend oder einfach irgendwo dazwischen.

Nichts kann unseren Gemütszustand so treffend interpretieren wie ein Lied (ich bin einfach kein Fan von Gedichten, tut mir leid…). Musik ist DIE universelle Sprache.

Drum will ich mal versuchen, das, was in den letzten Monaten so geschehen ist, komplett in Form von Liedern zu erzählen. Und ich behaupte mal, jeder wird verstehen, was gemeint ist. Selbst meine Leser aus dem Ausland, die meine Texte – sehr zu meiner Belustigung - durch ein Übersetzungsprogramm jagen. (Hat mal jemand ausprobiert, was rauskommt, wenn man dieses Ergebnis dann wieder zurück ins Deutsche übersetzen lässt? Babel, kann ich da nur sagen…)

Erst war es TEMPTATION, nicht THE LOOK OF LOVE, denn ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich in der Hinsicht meist den zweiten oder dritten Blick brauche…
ALL NIGHT LONG haben wir die Nächte zum Tag gemacht und es hieß THIS CITY NEVER SLEEPS, jedenfalls nicht in unseren Wohnungen…alles ist so EASY, immer, wenn wir zusammen sind...
LET´S STICK TOGETHER signalisierte er und es dauerte nicht lange und wir wurden SLAVE TO LOVE, die wilden Wochenenden standen unter dem Motto LOVE HANGOVER. Ich fand: Es könnte so EINFACH SEIN, isses aber nich...
Er sagt USE ME, immer und immer wieder, ist aber leider ein ASSHOLE. Warum gibt es so unendlich viele davon? So viele, die was anderes denken, als sie leben? Die was anderes sagen, als sie tun? Und ich habe das dumpfe Gefühl von HISTORY REPEATING - Wer kann uns mal auf den Kopf hauen, damit wir nicht ständig dieselben Dummheiten wiederholen?

"YOU GOT TO CHANGE YOUR EVIL WAYS, BABY" bleibt mir da nur noch zu sagen…

Freundschaft zwischen Männern und Frauen

Kann es das wirklich geben?
Ich behaupte mal: Nein!

Alice Schwarzer würde wahrscheinlich sagen: Dass Männer und Frauen neutral miteinander umgehen können, ist Evolution. Ich sage, wir sind noch weit davon entfernt, unsere umeinander herumbalzenden Hormone zu ignorieren und uns geschlechtsunabhängig zu verhalten.

Ich zum Beispiel habe immer nur zwei Arten von männlichen „Freunden“ gehabt:
Die, bei denen die Verheißung auf mehr noch im Raum stand.
Und Exfreunde,  die nach unserer Trennung wieder und wieder auf der Matte standen, weil sie doch noch nicht genug hatten…
Waren diese beiden Faktoren nicht mehr relevant, - etwa, weil der über Jahre baggernde Ingenieur im Vorbeigehen eine heiratswütige Flugbegleiterin geschwängert hatte - wurden sie auch nicht mehr gesehen. Und für all meine Expartner, die immer mal wieder zaghaft bei mir angeklopft haben, galt der ausgeleierte Satz „Lass uns Freunde bleiben“ jeweils nur solange, bis ich eine Beziehung mit ihrem Nachfolger eingegangen war und ihnen klar wurde, dass ich niemals zweigleisig fahren würde. Oder ihre eifersüchtige Neufreundin ihnen den Umgang mit mir verbot...  

Aus diesem Grund ist der schwule Mann bei vielen Frauen der einzig mögliche beste Freund. Die habe ich aber auch nicht. Warum? Ich habe lange gebraucht, es herauszufinden.

Die einen neiden mir meine Kurven und meine Weiblichkeit, weil sie grundsätzlich die besseren Frauen sein wollen. Nehmt doch nur Bruce Darnell: Er hat den weit lasziveren Hüftschwung, er hat einen sexy Augenaufschlag, den seine minderjährigen Schützlinge nicht in 10 Jahren hinkriegen werden, er kann besser zicken als jede verwöhnte Göre und unter Garantie kennt er sich mit Kosmetika besser aus als jede Parfümeuse. Und die andere Kategorie schwuler Männer lechzt ständig nach MEINEN Hetero-Männern. Die intrigieren dann aufs Fieseste herum,  um uns auseinander zu bringen, weil sie davon überzeugt sind, dass alle ansehnlichen Männer latent schwul sind und ausgerechnet sie die Auserwählten sind, denen es gelingen könnte, diese ans andere Ufer zu ziehen.

„Freundschaft mit Extras“ hatte es jemand in meiner Lieblingsserie „Boston Legal“ (oder war es in „Ally McBeal“?) mal so nett formuliert. Ist das etwas, über das man sich freuen sollte oder führt es unweigerlich zu einer Telefonnummer weniger im Handy? Weil man die Straßenseite wechseln muss, wenn es schiefläuft… und tut es das nicht in 98% der Fälle, wo gute Freunde alkoholisiert plötzlich und unerwartet miteinander im Bett (oder auf dem Rücksitz eines Autos, einer Open-Air-Wiese, einer Nightclub-Toilette, einer Couch bei Freunden, in einem Campingzelt, Hotelzimmer,  Hauseingang) landen?

Freundschaft ist definitiv eine gute Basis, um die Irrungen und Wirrungen einer lebenslangen Partnerschaft ohne On-and-Off-Dramen zu überdauern, aber aus unerfindlichen Gründen führt die sexuelle Anziehung zwischen Mann und Frau nicht zwingend Menschen mit großen Gemeinsamkeiten zusammen. Denn total scharf aufeinander zu sein, ist ein Hobby, bei dem die meisten leider nicht allzu lange dran bleiben…

Silvester

Seit ich mich erinnern kann, ist heute der erste richtig warme Silvestertag, den ich in Deutschland erlebe, und ich habe keine Gala-Einladung! Jede Silvester-Nacht habe ich die Männer beneidet, die 3 Schichten (weißes Schiesser-Unterhemd, Hemd, im Idealfall sogar noch ´ne Weste, Jacke) tragen durften, um angemessen gekleidet zu sein, während ich das neue Jahr in einem zwar atemberaubenden, aber sommerlichen Hauch von Nichts, mit einer Blasenentzündung einläutete. Seit Tagen standen die Läden voll mit neckischen glitzernden Sandalen. Sandalen! Im Dezember! Und heute, wo ich sie endlich mal hätte tragen können, ist der Fondue-Hüttenzauber ausgebrochen! Ein Omen für schlechtes Timing? Wird mich das das kommende Jahr über begleiten? Mal sehen, was das Bleigießen ergibt…
 
Eines ist sicher: Der 31.12. ist ein Datum, das viele rückwirkend am liebsten aus ihrem Gedächtnis und Kalender streichen würden.

- Mein Exmann und ich schafften es auf dem Weg zu einer Silvesterparty gerade mal bis zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Er hasste Gesellschaften und Anzüge, ich liebe es, und so stritten wir den ganzen Abend über so was idiotisches wie unsere Outfits. Das ganze eskalierte so, dass er sich im Taxi sein Smokinghemd vom Leib riss - die schmucken Knöpfe sprangen in alle Richtungen – und aus dem Wagen hüpfte. Eingeschnappt und wütend fuhr ich allein auf die Party, wo ich um Mitternacht allen anderen zusah, wie sie sich küssten und umarmten. Super, oder?

- Carolas Beziehungen hielten meist nicht mal bis Silvester und so hat sie schon zig Mal alleine dem Feuerwerk zu- und in eine ungewisse Zukunft gesehen.
     
- Annika heult jedes Mal wie ein Schlosshund, selbst wenn der Tag vorher wundervoll war und sie um Mitternacht grundsätzlich von ihren Lieben umringt ist.          

- Wenn Karla ihren Peter in dieser Nacht sehen möchte, muss sie mit in seine Stammkneipe kommen. Denn er möchte dort sein neues Jahr, das dem alten aufs Haar gleichen soll, begrüßen, wo er den Großteil seiner Freizeit verbringt. Was für ätzende Aussichten!  
 
- Aber Marion hat den Vogel abgeschossen: Sie bekam an Silvester raus, dass ihr Liebster seit Monaten zweigleisig mit seiner Exfreundin gefahren war. Stinksauer und ziemlich angetrunken machte sie sich mit einem Taxi aus dem Staub. Ihr Taxifahrer war so süß und verständnisvoll (Marions Alkoholpegel leistete seinen Beitrag dazu), dass sie ihn auf einen Kaffee zu sich bat. Der „Kaffeeklatsch“ dauerte 10 Stunden. Das soll ja häufiger vorkommen, aber für diesen kurzentschlossenen Frauenversteher wurde es die teuerste Nacht seines Lebens: Er hatte das Taxameter laufen lassen!  

Silvester – d e r Tag, bis zur letzten Sekunde randvoll angefüllt mit Lebens-Reflektionen und daraus resultierenden Streitereien, großen Erwartungen, hektischen Endzeit-Einkäufen, Waschmaschinen-Ladungen für die reine Weste im neuen Lebensabschnitt, Laufmaschen nach Ladenschluss, unhaltbaren, weil zu hoch gegriffenen Vorsätzen, Ritualen und Enttäuschungen über die nicht erreichten Ziele des alten Jahres. Nur Hochzeitstage sind bedeutungsvoller, aber die kann man wenigstens terminlich beeinflussen. Denkt man da an Geburtstermine, die zwar nicht jedes Jahr vorkommen, aber das Leben eines Jeden so viel nachhaltiger verändern, versteht man den Trubel um diesen Katertag nicht so recht. Ich nehm´ das Aspirin jedenfalls schon vor dem ersten Drink, schicke einen Wunsch ans Universum (der sicher von dem ganzen Geböller übertönt wird) und freue mich schon, wenn ich diese Nacht katastrophenfrei überstehe.

Kuppeln will gelernt sein

Huuuuh! I opened Pandora´s box!

Als großzügiger Mensch bin ich natürlich daran interessiert, dass meine Freunde glücklich sind. Und wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt, helfe ich gerne ein bisschen nach.

Tja, das war diesmal wohl doch keine so gute Idee… Irgendwie hatte ich das Gefühl, Karla und Peter könnten sich gut verstehen und inszenierte ein spontanes Zusammentreffen. Ehrlich gesagt, hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass es die beiden so schnell so erwischt.
Schon beim zweiten Treffen verbrachten sie Stunden miteinander, fanden unzählige Gemeinsamkeiten: Die gleiche Schule, übereinstimmende Freizeitbeschäftigungen, Abenteuerlust, Freiheitsliebe… Nach dem dritten Treffen gab es schon gemeinsame Pläne. Sie strahlte, er strahlte. Zu schön, um wahr zu sein. Ich freute mich, weil ich sie beide toll finde, ihnen ihr Glück gönne und mir bei Peter obendrein sicher war, dass Karla mir mit ihm nicht abhanden kommen würde. Und dann gab es diese e i n e kleine Auseinandersetzung. Seitdem ist Karla nur noch ein Häufchen Elend, isst nicht, schläft nicht, lacht nur noch gezwungen und ich fühle mich schuldig…

Schreiben in Cafés

Jetzt habe ich einen neuen Laptop mit Riesen-Akku-Kapazität und mir dazu ein Buch angeschafft „Schreiben in Cafés“, was ja meinem kreativsten Schaffensprozess entspricht, und nun lässt man mich nicht!

Wer hat die Kaffeehäuser erfunden? Keine Ahnung (vielleicht belehrt mich ja jemand…), aber die traditionellste Kaffeehauskultur pflegen die Wiener und da wird seit jeher dort gearbeitet, wo Großer Brauner, G´spritzer, Apfelstrudel und Frittatensuppe konsumiert werden. Mit allen Mitteln.


Seit meinem 14. Lebensjahr setze ich keinen Fuß vor die Tür, ohne ein Schulheft für meine Aufzeichnungen dabei zu haben. Und da schreibe ich grundsätzlich hinein, wenn ich in Cafés sitze und an einem Latte macchiato nuckele. Stundenlang. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn ich aber mit meinem Laptop in eben jenem Café anrücke, das ich zu meiner künstlerischen „Wiege“ ernannt habe (ich spekuliere auf eine Messingplakette: Hier schrieb….), weil es nebenan und das Essen lecker ist, verscheucht man mich mit dem Argument, diese Tätigkeit würde den Tisch zu lange für andere blockieren! Außer des – für mich die Sache erleichternden - Arbeitsmittels ist doch alles so wie immer? Da absolviere ich seit Jahren alle meine geschäftlichen Meetings dort, konsumiere Unmengen von Latte macchiati, Wasserflaschen, Schnitzeln, Doraden, Spaghetti Scampi und Käsekuchen, wenn ich im Schaffensrausch bin und dennoch möchte man meinen Tisch für andere freihalten!? Halloooo?! Übrigens haben sie - wie jedes ordentliche Kaffeehaus - Zeitungen, Illustrierten, einen großen Bildschirm für die Fußballübertragungen und eine Zamperl-Tränke, die dazu einladen, sich Stunden dort aufzuhalten.

Habe ich das Schild übersehen: „Autoren müssen leider draußen bleiben“?  
Ich finde, man sollte einen exklusiven Platz für m i c h freihalten, m e i n e n Namen auf das „Reserviert“-Schild schreiben und mir eine Extra-Steckdose legen! Dann überlege ich mir, ob ich diesen unwirtlichen Ort bei meinen Danksagungen in meinem ersten Roman namentlich erwähne oder nicht.

Sex im Freien

Neulich hat irgendeine Zeitschrift deklariert, Sex im Freien sei out! I

ch finde ja nicht, man kann das so einfach behaupten... Abgesehen davon, dass ich „Let´s go outside“ von George Michael immer noch ziemlich mag, frage ich mich folgendes:

Erstens: Wann und von wem wurde Freiluft-Sex eigentlich für „in“ erklärt?
Zweitens: Wer hat darüber zu entscheiden, wo wir uns am geziemtesten und bequemsten paaren, lieben, vergnügen, fortpflanzen...?

Jeder sollte doch da Spaß haben, wo er sich wohlfühlt und niemanden belästigt, der sich nicht dagegen wehren kann.

Ein paar der gedenkenswürdigsten erotischen Erlebnisse hatte ich auf jeden Fall an der frischen Luft:
-    Um 4 Uhr morgens im Stehen in einer der alten gelben Telefonzellen (Eine Schande, dass die abgeschafft wurden...).
-    Am helllichten Nachmittag an der Isar mit einem Abstand von 70 cm zu den nächsten Sonnenbadern. Ein Handtuch, über die entscheidenden Körperteile gelegt, verrät mehr als es verdeckt. Ganz schön spannend, sich nicht bewegen zu dürfen, aber vor lauter Erregung nicht anders zu können...
-    Bei einem Event im Botanischen Garten konnte man nachts einen Rundgang durch die dunklen Gewächshäuser machen. Was für ein sinnesanregendes Erlebnis! Sorry, die Schwüle, die Düfte, die Atmosphäre und die Musik haben uns übermannt…   
-    Im Englischen Garten an einen mächtigen Baumstamm gelehnt, von oben regnete es, unten war ich auch nicht gerade trocken. Ein paar Meter weiter knackste es im Unterholz. Ein Spanner, der zwar in der Finsternis nichts sehen konnte, den unser Geflüster aber wohl so erregt hatte, dass er sein Fahrrad ins Gebüsch werfen und sich hier und jetzt Erleichterung verschaffen musste. Ich habe so gelacht...
-    Auf einer spanischen Terrasse mit Blick auf eine malerische Bucht an der Costa del Sol, während die hungrigen Katzen, deren Augen uns aus den Bougainvillea-Büschen anblitzten, jaulend um die Villa herumstrichen.  
-    Im Hochsommer unterm Sternenhimmel auf dem Balkon mit dem Wissen, dass aus jedem dunklen geöffneten Fenster jemand zusehen oder zuhören kann. Wer nicht glaubt, dass das jedem ehelichen Rein-Raus-Spiel eine besondere Würze verleiht, soll es einfach ausprobieren.

Ich jedenfalls empfinde die verräterischen Kratzer und kleinen Abschürfungen als anhaltendes Souvenir an so ein Outdoor-Tete-á-tete ziemlich sexy und lächle wissend, wenn ich sie an jemand anderem entdecke.

Wollen oder nicht wollen...

Ist es besser, zu wissen, was ich will, oder mich immer wieder aufs Neue für Überraschungen zu öffnen und dadurch vielleicht mal zufällig herauszufinden, was mir gut tut?

Durch meinen Coach habe ich zumindest schon mal gelernt, meine Wünsche zu formulieren, anstatt ständig neue Dinge auf meine imaginäre Liste zu schreiben, die ich nicht mehr in meinem Leben haben will. Angeblich erkennt das Gehirn die Negation nicht und betreibt dann massive Autosuggestion in die entgegengesetzte Richtung. O.k., das ganze mal plastisch: Ich sage: Ich will nicht mehr von einem Mann betrogen werden. Und bin mit einem Schauspieler zusammen!

Wenn wir jammern, dass wir die Schnauze voll haben von den ewigen leeren Versprechen, dann beschert uns das Schicksal prompt einen Schwätzer! Wir merken selber gar nicht, wie oft wir das wirklich so machen. Also wünsche ich mir vom Universum neuerdings positiv formulierte Dinge.

Soweit, so gut. Einiges davon ist ja auch schon in Erfüllung gegangen. Aber nun geschieht was anderes, das mir ziemlich zu denken gibt: Seit ich klare Vorstellungen in vielen Bereichen habe, bin ich da ziemlich rigoros, kompromisslos und geradezu unflexibel geworden (als Zwilling! Dem Meister der Anpassung!). Das erspart mir zwar zeitraubende Experimente und Fehltritte, für die ich mich ewig schäme, der unangenehme Nebeneffekt ist aber, dass sich mir immer weniger Optionen bieten, die Auswahl immer kleiner wird.

Ich weiß z.B. genau, was für Kleidung mir steht. Wenn dann gerade die Taillen-kaschierende Empire-Linie in Schlammbraun, Spinatkotzegrün oder Rostrot Mode ist, gucke ich eine ganze Saison lang in die Röhre. Wie gut, dass ich eine Vorratshalterin bin…

Meine Bauchdecke ist der beste Indikator für das, was mir gut tut und was nicht. Wenn sie sich verhärtet und ich vergesse zu atmen, dann ist es Zeit, ein Gespräch oder gar eine Verbindung zu beenden, den Rückzug anzutreten oder auf den Tisch zu hauen. Manche Menschen beleben und inspirieren einen, manche lassen einen müde und ausgesaugt wie eine leere Hülle zurück.
Mehr und mehr alte Verhaltensmuster abzulegen, führt bei mir leider mit sich, dass ich einige langjährige Wegbegleiter ziehen lassen musste. Mit Anna war es trotz unserer bewegten gemeinsamen Geschichte nicht möglich, eine neue Ebene zu finden. Unsere Freundschaft wurde von einem „gelähmten Telefonwählfinger“ beendet. Jahrzehntelang war es so: Ich melde mich, wir sehen uns. Ich melde mich nicht, wir sehen uns nicht. Meine Bauchdecke war wie ein Brett, ich brachte es zur Sprache, meldete mich nicht mehr und habe seitdem keinen Kontakt zu Anna. That´s life in the big city…

Tja, auch das gehört zur neuen Kompromisslosigkeit, dass ich oberflächlich interessant erscheinende, neue Bekanntschaften dann doch keinen Einlass in mein Leben gewähre. Weil sie nur wieder die tief verwurzelten Mechanismen ansprachen, die zwar so wohlbekannt, aber so wenig wohltuend waren. Früher habe ich Monate bis Jahre gebraucht, um das herauszufinden, heute reichen ein bis zwei Treffen.

O.k., ich werde es jetzt so handhaben: Ich visualisiere mir, was ich will, stürze mich weiterhin ins Abenteuer und lasse meine Bauchdecke entscheiden, wann es Zeit ist, die Notbremse zu ziehen … und h ö r e dann auch darauf!

Seelenverwandt

Kann man nach einem bewegten Liebesleben je wieder unschuldig, jungfräulich, auf einen neuen Partner zugehen?

Hat man je wieder dieses unglaublich prickelnde, erwartungsvolle Gefühl wie beim ersten Mal? Oder läuft automatisch irgendwann unser  persönliches Standard-Programm ab, das wir routiniert anschalten, um die erwarteten Ergebnisse zu erzielen? Sind wir von den Medien zu erotischen Robotern erzogen worden? Haben Playboy, Werbung, Bin-ich-eine-Kanone-im-Bett?-Tests in Frauenzeitschriften oder Pornofilme uns zu einheitlich funktionierenden Erotik-Replikanten gemacht?  

Manchmal – oder immer öfter – wünsche ich mir, ich könnte von Zeit zu Zeit meine Festplatte austauschen. Einfach nur vorbehaltlos, ohne „Weiß-ich-alles, kenn-ich-alles“-Einstellung neugierig, staunend, selbstverständlich eine Person wahrnehmen. Wie ein Kindergartenkind im Sandkasten, wenn es sich dazu entscheidet, seine Sandförmchen mit dem rothaarigen Mädchen zu teilen. Ohne den „Terminator“-Check einzuschalten und Fragen nach der Herkunft, dem materiellen Status, den Eltern, der Vergangenheit zu stellen und in einen persönlichen Kontext zu setzen.

Zunächst mal schlicht und einfach „Ja“ sagen zu diesem Menschen, dem ich mich gegenüber sehe. In jeder Konsequenz – nicht „Ja, aber...“, nicht „Vielleicht, wenn er/sie dies und jenes tut “ oder „Nur, wenn seine Vergangenheit nicht so und so ist“.

Wenn das Gehirn in der Lage ist, bei einer neuen Begegnung plötzlich so viele Endorphine und Serotonine auszuschütten, dass wir bis zu einem halben Jahr lang high durch ´ne rosarote Brille glotzen, wieso kriegt es das nicht hin, unsere Erinnerungen turnusmäßig  in den Aktenvernichter zu befördern? Je älter man wird, desto besser funktioniert das Langzeitgedächtnis – was für ein Fluch! Wir kriegen jede bescheuerte Jugendsünde, jeden Fehltritt, jede peinliche Situation immer und immer wieder auf´s Butterbrot geschmiert, ungeachtet dessen, dass wir feng-shui-konform Fotoalben inklusive Negative entsorgen, Briefe verbrennen, Beziehungsfetische auf dem Flohmarkt verhökern, aus der Reizwäsche des Ex rauswachsen und Wohnungen, Einrichtungen wie Frisuren und Kleidungsstil wechseln.

Wenn das Magische geschieht, ich einer Person begegne, die mir seltsam vertraut vorkommt, so dass ich sie aus einem früheren Leben zu kennen glaube, die mich nonverbal erfasst und erkennt, dann, ja dann gelingt es mir auf einmal doch, meinen prallvollen Erfahrungs-Rucksack auf einer Parkbank am Wegesrand zu vergessen. Der Teenager zu sein, der zum allerersten Mal staunend in die Liebe eintaucht...

Satisfaction guaranteed

Mein erster Vibrator war dünn, hart und cyclamrot. Ich bekam ihn im zarten Alter von 17 Jahren von meiner mütterlichen Freundin Brigitte geschenkt, die ich als gute Seele meiner ersten WG kennen gelernt hatte.

Aber jeden Morgen verwandelte sich die ausgesprochen häusliche Brigitte anhand eines spärlichen Leder-Outfits in eine respekteinflößende Amazone, die in einem Sexshop mitten in der Stadt (die gute alte Prä-Gauweiler-Ära…) bis Geschäftsschluss Richter, Rechtsanwälte, Manager und sonstige Entscheidungsträger vor sich kriechen ließ und auspeitschte. Ich war immer schon ein neugieriges Ding und wenn ich sie nach der Schule an ihrem „Arbeitsplatz“ besuchte und sie mit einem Bedürftigen im schwarzlackierten Domina-Studio verschwand, sah ich mir das Spielzeug-Sortiment an. „Such dir einen aus“, meinte Brigitte eines Tages. Ungefähr so, wie sich der Commodore 64 zur PSP verhält, war die Auswahl an rappelnden Frauenbeglückern damals steinzeitlich. Also nahm ich den, den ich am schicksten fand.

Die größte Freude machte mir dieser Vibrator, wenn ich ihn am Flughafen bei der Zollkontrolle aus der Handtasche holen durfte oder ihn beim Kramen nach der Geldbörse an der Supermarktkasse, im Restaurant, an der P1-Garderobe usw. beiläufig auspacken, senkrecht aufstellen konnte und dafür verdutzte Blicke erntete.  

„Satisfaction guaranteed“ kann man ja von den wenigsten Männern behaupten (macht euren Mund auf, Mädels – ja, auch dafür… - und sagt den Jungs, was euch in Fahrt bringt. Frauen werden glaube ich mit einer chinesischen Gebrauchsanleitung geliefert – kein Mann weiß automatisch, wo die richtigen Knöpfchen sind!), aber auf Vibratoren und Dildos trifft das definitiv zu. Deswegen ist das auch mein beliebtestes Geschenk für liebeskummernde Freundinnen. Als ich Marion vor einer langen Studienreise zum Abschied ein güldenes „Bedside-Kit“ schenkte, bekam ich glühende Dankesschreiben nach Malaga geschickt. Nach drei Liebhabern und einer Beziehung hatte ich sie „zur Frau gemacht“!

Heute war mein Favorit „Rocket“ for the pocket, der kleinste und rasanteste Vibrator der Welt. Auch ein Tipp von einer Freundin (Wir Frauen sind so gut zueinander…) Er passt hervorragend in mein Kosmetiktäschchen, drum schleppe ich ihn ständig mit mir herum. Ein cooles Gefühl, ihn dabei zu haben, aber jetzt, wo mein Süßer das Gütesiegel „Satisfaction guaranteed“ hat, da kann „Rocket“ sich ´ne andere Umlaufbahn suchen…

Morgenmensch

Zur Zeit enden all meine Nächte um 5:30! Egal, wann ich ins Bett gegangen bin...

Die Sonne bahnt sich bereits einen Weg durch die Vorhänge, signalisiert Wärme, die Vögel im Baum vor meinem Fenster haben schon den ersten Klatsch ausgetauscht. Nun könnte ich mich sogleich dynamisch rausschwingen, in meine Sportsachen springen und beim Walken im Park (da gab´s mal ein Lied: „A walk in the park...“) den ersten Sonnenstrahlen „Guten Morgen“ sagen. Könnte... hab ich auch schon gemacht, wirklich!!! (Jaja, das ist jetzt ein Jahr her)

Ich b i n ein Morgenmensch, mein Hirn ist immer schon vor mir wach. Dann schreibe ich ein paar Seiten, putze mir die Zähne, mache die Glotze an zur Unterhaltung, absolviere mein gesundes Getränkeprogramm und... trödle.

Ich räume auf, wasche ab, fülle eine Waschmaschine, maniküre mir beim Shopping-Sender-Staunen die Nägel, grüble, was ich anziehen soll (da war ich noch lange nicht in der Dusche!), putze ein Paar Schuhe, absolviere gedankenverloren den Yoga-Sonnengruß, mache mir ´nen Tee, schalte den Laptop ein, arbeite aber nicht damit und schalte ihn später wieder aus, mache ´ne Einkaufs- und To-do-Liste für den Tag, stehe wieder grübelnd vor meinen Kleidern, schaue auf die Uhr und... beginne zu hetzen. Ab da herrscht der blanke Automatismus und spätestens im ersten Stau auf dem Weg ins Büro stelle ich fest, dass ich schon verdammt lange auf bin, der Tag endlos lang sein wird und ich frage mich, wo die Zeit hin ist und warum ich sie nicht sinnvoller genutzt habe. Wie komme ich aus diesem Teufelskreis raus?

Heiratsfieber

Mai oh Mai…das Hochzeitsfieber grassiert… irgendwie schön, denn man hat das Gefühl, die Welt ist wieder ein bisschen heiler.

Uns´ Heidi, Heidi Klum, hat – was Normalfrau nie für möglich halten würde – mit drallem Babybauch die große Liebe getroffen. Und dieser Seal – ich saß mal in Hörweite von ihm in einem vegetarischen Restaurant in München, ein wirklich angenehmer Zeitgenosse – ist doch auch überirdisch süß, oder? Nimmt sich des Briatore-Sprösslings an, als wäre es sein eigener und macht mit Heidi ohne Umschweife und lange Verlobungszeit Nägel mit Köpfen: Kurzerhand gründet er mit ihr eine „richtige Familie“ mit eigenem Nachwuchs und – wenn auch barfuß, dann wenigstens  - Ring am Finger. (Obwohl ich das nicht gesehen habe…) Jetzt ist das ja nicht einer, den Heidi durchfüttern muss und trotzdem findet er - der vielbeschäftigte Popstar - noch Zeit, mitzureisen und an Heidis Seite zu sein, wenn sie ihrem Beruf nachgeht. Da kann man schon ins Träumen kommen, oder?

Nicht nur bei den Schönen und Reichen läuft es so reibungslos, gestern in meinem Bauchtanzkurs wurde mir ganz warm ums Herz: Ida war nach Hochzeit und 5wöchigen Flitterwochen einmal um den Globus wieder beim Tanzen dabei. Und nach dem Yoga-Aufwärmtraining nahm sie die Trainerin beiseite und flüsterte ihr, dass sie in anderen Umständen sei. Genau dafür waren die Flitterwochen nämlich mal gedacht: Der Klimawechsel brachte die Hormone durcheinander und in Wallung und meist kamen die strahlenden, proper gefütterten Frauen guter Hoffnung zurück und konnten sich gut erholt dem Nestbau widmen, während die Männer hochmotiviert an ihrer Karriere bastelten.

Wenn man hier so leicht wie in Las Vegas heiraten könnte und bei Entliebung ohne großes Federlesen, Anwälte und Gerichte wieder geschieden werden könnte so wie in Reno, hätte ich glaube ich jeden geheiratet, in den ich verliebt war. Dann hätte ich so wie Liz Taylor und JLo zu jedem Partner, der mein Herz erobert hat, erst einmal „Ja“ gesagt und mich bedingungslos den Dingen hingegeben, die da kommen.

Neulich surfte ich mit einer Freundin durch die Internet-Dating- und Flirtlines und traute meinen Augen kaum: Keiner der Männer im perfekten Familiengründungsalter zwischen 30 und 40 hatte die Option „Heirat“ angeklickt! Wenn wir nicht wenigstens einmal „Ja“ zu jemandem sagen, sondern uns immer ein Hintertürchen (keinen Trauschein, eigene Wohnung, getrennte Kasse, meine Freunde, deine Freunde) offen halten, brauchen wir uns nicht wundern, wenn die Lebensgefährten nur Abschnittsbegleiter bis zur nächsten Weggabelung bleiben und wir ein Leben lang neiderfüllt bei Heidi und Seal über den Zaun schielen...

Wies´n

Wies´n, das heißt Ausnahmezustand in der Stadt, in der ich wohne!

Erstens, weil Oktoberfest-Besucher wegen der höheren Gaudi-Quote grundsätzlich in Rudeln auftreten. Eigentlich sämtliche Vereinigungen, von denen man - zu Recht – noch nie was gehört hat oder nichts wissen will, pilgern zum Zwecke des kollektiven Schunkelerlebnisses nach München: Skat- und Kegelclubs, Stammtischbrüder, Karnevals-, Kleingarten-, Modellbau- und Kleintierzüchtervereine, schlagende Verbindungen und und und… Woran ich das erkenne? Sie tragen eigens für diesen Zweck lustig bedruckte T-Shirts, die sie als Gruppe identifizieren! Grusel…

Aber ebenso graust mir vor dem allgegenwärtigen Geruch, der sich aus Bierschweiß-Ausdünstungen, Brathuhn, Urin, Fischsemmelzwiebeln, Erbrochenem und gebranntem Mandel-Duft zusammensetzt.

Dann entsetzen mich die Trachten-Styling-Auswüchse, die da so ans Tageslicht drängen: Dralle Schenkel quillen unter schaurig-bunten (kackbraun-latzhosenlila-LSD-orange-spinatkotzegrün) 70er-Jahre Mini-Dirndl hervor. Das ganze wird nicht abgerundet mit dem traditionellen Haferl- oder Spangenschuh, sondern treibt auch am Fuß seltsame Stilblüten: Da werden Turnschuhe jeder Form und Couleur zweckentfremdet (Das war der Abendzeitung sogar schon eine Schlagzeile wert!). Und mit plumpen schwarzen Bequemschuhen, die sonst verdienterweise nur unter Büro-Hosen hervorlugen, wird jedes einigermaßen nette Wies´n-Outfit wieder verschandelt. Die - eigentlich sehr zum Hinlanqen einladenden - Krachledernen werden scheinbar nur von bierplautzigen, glatzköpfigen Republikaner-Wählern getragen, denen frau auf gar keinen Fall an den Lederarsch grabschen will. Leider sind das auch dieselben, die frau vielsagend zuzwinkern, Brüderschaft trinken wollen (wegen des Sabberkusses), unerlaubt auf Tuchfühlung gehen und dir mit Dackel-Triefblick ihre Plastikrose aus der Schießbude schenken.

Wenn man sich von den optischen Beleidigungen erholen will und sich einen der raren Plätze in einem der Bierzelte erkämpft hat, geht´s munter weiter mit den verbalen.

Jetzt gibt´s ja schon einen „Verein gegen das betrügerische Einschenken“, der uns hier in Bayern zumindest das Recht erstritten hat, schlecht eingeschenkte Maßkrüge zum Nachschenken zurückgehen zu lassen. Davon weiß Rieke, die für ihren 17tägigen Wies´n-Bedienungs-Job, der ihren Unterhalt für das ganze nächste Jahr sichert (Ich weiß zufällig, was frau da so verdienen kann) extra aus Schleswig-Holstein angereist ist, aber nichts. Denn als wir die Runde ¾ Maß zurück zum Schankkellner schickten, stellte sie sie einfach am Nebentisch vor stärker alkoholisierten Gästen ab und brachte dasselbe noch mal, wobei sie uns in plattestem Norddeutsch zeigte, „wo der Bartel den Most holt“. Als wir sie darauf hinwiesen, dass ihr Verhalten bei den Preisen nicht angemessen sei, meinte sie, wenn wir solche Snobs seien, sollten wir doch zum „Käfer“ gehen. Sie hätte schließlich genug zu tun. Das Beste ist: Da kamen wir gerade her und waren dort – bei gleichen Preisen – schnell, aufmerksam, freundlich und vollkommen ungestresst  bedient worden!

Aber am meisten Angst habe ich davor, dass mir jemand auf die Schuhe kotzt. Wenn zu vorgerückter Stunde Legionen mit stierem Blick und begeistert ausgebreiteten Armen auf dich zuwanken, anstatt um dich herum zu manövrieren, auf den Fersen vor und zurück wippend direkt vor dir zum Halten kommen und plötzlich ganz ruhig werden, dann weißt du, dass es Zeit ist, die weiße Fahne zu hissen und schleunigst das Weite zu suchen.

Der einzige Grund, mich jedes Jahr aufs Neue in diesen Irrsinn zu stürzen: Meine Freundin Andrea. Die ist Schaustellerin in der 100. Generation, das ganze Jahr auf Jahrmärkten auf Achse und für mich nur in diesen 17 Tagen sicher auffindbar in der zweiten Quergasse hinter dem „Haut den Lukas“.

Die Wahrheit über schöne Frauen

Ein paar Glaubenssätze zu schönen und großen Frauen, die ich im Laufe meines irdischen Daseins kopfschüttelnd vernehmen durfte:

„Große Frauen sind arrogant.“
Ein ganz übles Vorurteil! Die haben schon von Kindesbeinen an den Überblick und es darum gar nicht nötig, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem sie unhöflich, zickig und überheblich sind. Meistens sind sie sanft wie die Lämmchen und eher freundlich und herzlich, schon um den Vorbehalten entgegenzuwirken.   

„Schöne Frauen sind anspruchsvoller. Da muss man sich so anstrengen.“
Grundsätzlich gefragt: Lohnt sich das denn nicht? Ist es das dankbare Strahlen einer tollen Frau nicht wert, sich mal ein bisschen ins Zeug zu legen? Aber auch hier klafft ein Riesenkrater zwischen Gerücht und Realität: In München-Schwabing gibt es eine Pension, in der die Modelagenturen ihre ausländischen Models unterbringen, wenn sie hier Jobs haben. Wenn sie gerade nicht arbeiten, tummeln sich diese ebenmäßigen, ungeschminkten Gazellen, betont nachlässig gestyled (Ich erkenne sie immer) rund um die Pension bei so normalen Aktivitäten wie Kaffeetrinken, Spazierengehen im Englischen Garten, Billardspielen im Schellingsalon, Fitness im Leo´s, Wäschewaschen im Waschsalon, Filme im Original schauen...   

„Schöne Frauen sind kostspielig. Die wollen immer, dass man ihnen Geschenke macht und sie in schicke Restaurants einlädt.“
Ja, stimmt, nur das wollen die meisten Frauen. Interessanterweise merken viele Männer gar nicht, wie die kleinen, zickigen, beneidenswert zielstrebigen Mäuschen ihre Kreditkarte zum Rauchen bringen. Denen stellen sie nämlich ohne zu murren Häuser, Autos, Pferde etc. hin, stecken ihnen fette Brillis an die Finger und finden sie dabei soooo süß und niedlich.  Während ich oft den Eindruck habe, dass sie bei mir in ständiger Habachtstellung sind und sich auch mal auf ihre Brieftasche setzen, um mich zu testen.
Vielleicht liegt es ja daran: „Große Frauen können sich einem Mann nicht anpassen, die geben immer Widerworte.“
Tja, das wird von uns erwartet, weil wir anscheinend schon aufgrund unserer Körpergröße furchteinflößend wirken. So wiegt jedes unserer Worte Tonnen auf der Goldwaage und während die zartgebauten Elfen ihre Lieblinge fröhlich und ungestraft herab kanzeln, werden wir für ein „Das sehe ich anders, Schatz“ bereits auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

„Schöne Frauen wollen sich nicht schmutzig machen, die sind nichts zum Pferdestehlen.“
Da uns ja auch niemand die Wasserkästen abnimmt und in den 5. Stock hochschleppt, weil wir so einen kräftigen Eindruck machen, haben wir gelernt, uns selber zu helfen und sind durchaus in der Lage, anzupacken. Wie man an Sonya Kraus, Enie van de Meiklokjes und Christina Surer beobachten kann, macht es vielen sogar besonderen Spaß, im Dreck zu wühlen. Wobei ich zugeben muss, dass ich den Schlüsselreiz High Heels auch gelegentlich für mich nutze. Frauen, die hohe Absätze tragen, vermitteln unterbewusst den Eindruck, als würden sie vornüberkippen, wenn sie etwas Schweres heben. Da eilt doch gleich jeder Kavalier zu Hilfe…  

„Die kochen nicht, weil sie kaum essen und brauchen Bedienstete für den Haushalt.“
Ich l i e b e Essen! Und Kochen! Und ich liebe volle Teller! Und die einzigen, die ich bisher lustlos in Vogelportionen herumpicken sah, waren zierliche spitzmündige Weibchen!
   
„Eine schöne Frau gehört dir nie alleine.“
Völliger Unfug! Die wissen nämlich meist, wie sie aussehen und müssen sich das nicht ununterbrochen beweisen, indem sie fremdflirten. Und in Anbetracht der untenstehenden - klar, absolut subjektiven - Statistik sind sie so froh, wenn sie eine Beziehung haben, dass sie die nie für einen Flirt oder unwichtigen Seitensprung aufgeben würden.  (Siehe „Desperate Housewives“: Wer ist denn da untreu? Die kleine, zierliche Gabrielle!)

Aber aufgrund dieser ganzen haarsträubenden Meinungen ist die bittere Realität, dass genau die, die allgemein als die begehrtesten angepriesen werden, bei der Partnerwahl unberücksichtigt bleiben. Ich habe da so meine eigene Statistik:

-    Angeblich soll es in München 50% Single-Haushalte geben
-    So wie es sich darstellt, wenn man sich ein bisschen im Nachtleben tummelt, haben wir derzeit einen Frauenüberschuss. Darum sind wahrscheinlich nur 20% der Münchener Singles Männer.
-    Von diesen sind bestimmt die Hälfte schwul. Bleiben 10% zur Auswahl übrig.
-    Ich schätze, dass 5% dieser Schmuckstücke noch unter 30 sind – eben in einem Alter, wo feste Beziehungen nicht unbedingt so angesagt sind.
-    Meine persönliche Recherche („Wer ist auf Augenhöhe?“) hat ergeben, dass 4% dieses exklusiven Zirkels eben leider zu klein sind.
-    Das allein ist schon mega-trostlos, aber das kümmerliche 1%, das dann noch in der engeren Auswahl ist, reduziert sich noch mal erheblich dadurch, dass ja nicht zwingend jeder von ihnen ein Adonis ist. Derselbe Attraktivitätsgrad sorgt schon mal für eine gute Portion Harmonie in Partnerschaften…

Das Versagen der Emanzipation

Delila will nicht nur in München nicht nach Hause gehen, wenn sie mal losgelassen, jetzt hat sie sich zur Untermauerung ihres Rufes auch noch einen Liebsten auf Malta angeschafft, der ihr die Rückreise nach Hause ziemlich erschwert hat!

Da kann man mal wieder beobachten, wie nah Lust und Leid beieinander liegen: Wenn sie eine poetische SMS (es sind schon mal 5 bis 7 am Tag) von ihm bekommt, schwebt sie auf Wolke 7 und im Laufe der Stunden dazwischen kommen mannigfache Zweifel auf,  ob und wie sie ihn jemals wieder sehen und spüren wird.

Ich weiß, dass sich Delila, die schön und sexy und lebensfroh und gebildet und stilvoll ist, seit Beendigung ihrer Ehe seit einer Weile wieder eine neue Partnerschaft wünscht. Da war meine erste Frage bei der Nachricht „Ich bin verliebt!“, welcher Kontext denn darin verborgen steckt, dass sie zur Vergabe ihres kostbaren Herzens einen solch unerreichbaren Empfänger (der Angebetete ist obendrein gebunden) wählt. Die Frage traf ins Schwarze und löste eine Kamin-Diskussion im Cortiina zwischen Carola, Delila und mir darüber aus, was mit uns eigentlich schiefgelaufen ist, dass so viele von uns nicht mehr wirklich daran interessiert sind, langfristige verbindliche familiäre Verbindungen einzugehen, wenn die Freiheit, die wir uns dadurch bewahren, nicht sonderlich attraktiv ist.
Ich kenne Männer, die riskieren eher eine Trennung von ihrer Dauerfreundin, als sich über die alltäglichen Dinge mit ihr abzustimmen, mit ihr zusammen zu ziehen und eine gemeinsame Lebensplanung zu gestalten. Währenddessen existieren sie ziemlich sinnentleert dahin und mir stellt sich da die Frage: Was bitte ist so verteidigungswürdig an dieser Freiheits-Bastion?

Die zivilisierte „Verwahrlosung“ hat viele Gesichter:
Während sich der eine eine Katalog-Musterwohnung einrichtet, in der der einzige Damenbesuch 1 x wöchentlich die Putzfrau ist, türmen sich woanders Wäsche- und Abwaschberge. Im Kühlschrank feiern exotische Bakterienkulturen ein Fest und aus den Vorratsschränken gähnt einem abweisende Leere entgegen. Ich fand schon 35jährige Männer auf 90cm-Matratzen vor, manche besitzen nur eine einzige 1-Personen-Bettdecke mit einem einzigen Bettwäscheset und Geschirr und Besteck nur in homöopathischen Mengen. Woraus die einzige häusliche Beschäftigung besteht, erkennt man an der stolz zur Schau gestellten (leeren!) Weinflaschen-Sammlung auf und in den Schränken.  Aber wehe, die Holde will sich da einbringen! Alarm! Territoriumsverletzung! Bratkartoffelverhältnis!

Einer hat sich sogar eine Katze angeschafft, damit es überhaupt einen Grund gibt, täglich in sein luxuriöses Single-Domizil mit Garten zurückzukehren. Nach der Arbeit lungert er so lange unter anderen Nestflüchtigen in Lokalen herum, bis er zuhause nur noch todmüde ins Bett fallen muss. Und wäre ein Hotel da nicht sinnvoller? Aber auch das wird ja inzwischen praktiziert: Meine betagte Freundin Elli hat schon lange einen Lebensgefährten, wohnt aber seit 20 Jahren in einem 1-Zimmer-Appartement eines großen Münchener Hotels. Nach drei Ehen ist sie der Meinung: “Ich wasche dem doch nicht die Wäsche und räume ihm seine Socken hinterher, da lass ich mich lieber hier bedienen und empfange ihn ab und zu im Negligé“.

Der Krieg ist schuld und die Frauen sind schuld, haben wir drei herausgefunden. (Gut zu wissen, oder?) Elli ist meiner Meinung nach eine der Frauen, die als „Trümmerfrau“ nach dem Krieg den Grundstein zu dieser Entwicklung gelegt hat. Als die Männer weg waren und die Frauen gut allein zurecht kamen (kommen mussten) und sich nach deren Rückkehr nichts mehr vorschreiben lassen wollten. Mit zunehmender weiblicher Emanzipation wuchs die männliche Verwirrung, Familien fielen auseinander, wurden durch Wohngemeinschaften ersetzt, die inzwischen  zu interessanten Patchwork-Gebilden geworden sind. Meiner Meinung nach ein durchaus ausbaufähiges bereicherndes System für alle Beteiligten, wäre da nicht dieses über all dem schwebende Damoklesschwert „Ich kann auch gut alleine leben“.
Also, ich finde Singledasein (erst recht allein erziehend) widernatürlich. Der Mensch ist ein Herdentier. Was ist so falsch daran, seinen festen Platz in einer Gruppe einzunehmen und die sich dort stellenden Aufgaben zu erfüllen, vom Miteinander zu profitieren, zu lernen, daran zu wachsen, darin aufgehoben zu sein? Hat doch Jahrtausende funktioniert…

Ich bin ein Reptil

Als 16jährige, in der teenager-üblichen Entfremdungsphase („Keiner versteht mich“, „Erwachsene sind doof“, „Kleine Geschwister nerven“…) hatte ich plötzlich die Gewissheit, nicht von diesem Planeten zu stammen.

Ich war überzeugt davon, von meinen Alien-Kollegen zu Forschungszwecken auf der Erde ausgesetzt worden zu sein. Das Experiment war kläglich gescheitert und ich wollte zurück nach hause, wo immer das auch sein mochte. Jedes mal, wenn ich im Freien unterwegs war, sah ich in den Himmel, um Ausschau nach den Flugobjekten meiner außerirdischen Verwandten zu halten. Wenn irgendwas am Himmel blinkte, winkte und rief ich wie eine Bekloppte (müssen die Passanten gedacht haben…) nach oben: „Hier bin ich!“ „Nehmt mich mit, ich bin bereit!“  Aber sie ignorierten mich. Bis heute. Klar…

Inzwischen weiß ich natürlich, dass ich ein Erdling bin und welcher Spezies ich angehöre. Sicher wird mich jetzt wieder der eine oder andere für verrückt halten, aber die menschliche Rasse ist es trotzdem nicht!

Ja, mein Körperbau, meine Erscheinung ist humanoid, aber das System, das mich am Leben hält, irgendwie nicht. Woher ich das weiß? Selbstbeobachtung, das Studium meiner wahren Artgenossen in der Fauna und in Tierfilmen. Daraus resultierend blieb schließlich nur die logische Schlussfolgerung: Ich bin ein Reptil!

Dafür gibt es jede Menge Indizien:
Ich bin nicht in der Lage, meine Körpertemperatur stabil zu halten. Wenn es draußen kalt wird, kühle auch ich entsprechend runter. Meine Gliedmaßen werden eisig und steif, verfallen sogar bei Minustemperaturen einfach mal in leblose, bleiche Starre.
S e h r spooky!
Menschen, die eine konstante Temperatur von 37,5 °C besitzen, legen sich in ein kaltes Bett und heizen in Nullkommanix mittels ihrer Eigenwärme Matratze wie auch Bettdecke auf, bis es kuschelig warm ist. Hat bei mir noch nie funktioniert. Wenn ich mit kalten Füßen ins Bett gehe, hätte ich die ganze Nacht zwei Eisblöcke an meinen Beinen, würde ich nicht anhand strategisch platzierter Wärmflaschen Abhilfe schaffen. Feste Bestandteile meines Reisegepäcks (absurd, aber wahr): Räucherstäbchen, Teelichter, Handschellen, Seidentuch und sexy Musik für die Atmosphäre, Skisocken, Wärmflasche, ABC-Pflaster und Kashmirdecke zum Überleben. Das war lustig, als ich dem schnuckeligen jungen Hotelier auf Zypern jeden Abend meine Gummiflasche mit den Worten „Einmal vollmachen, bitte“ überreichte….    

Noch was habe ich festgestellt: Wenn ich mich in geschlossenen Räumen befinde, stelle ich mich instinktiv in den Lichtkegel, der durchs Fenster einfällt. Das machen doch nur Reptilien! Wer hat mal im Urlaub die Eidechsen und Geckos beobachtet? Die suchen sich schon morgens immer kleine Sonnenflecken zum auftanken aus, um überhaupt in die Gänge zu kommen.
Ebenso wie diese bin ich am lebendigsten und aktivsten, je heißer es ist. Während meine Mitmenschen sich durch die Hitze schleppen, schwitzen, stöhnen, schleichen, könnte ich ununterbrochen flitzen, springen, tanzen, sporteln. Ich brauche kaum Schlaf, habe keine Verspannungen, fühle mich einfach pudelwohl.
Nun, da die Thermometer viel zu früh und viel zu schnell unter die 10 °C-Grenze gefallen sind, wünsche ich mir mal wieder, doch lieber ein Grizzlybär zu sein und sechs Monate in Winterschlaf verfallen zu dürfen, um dieses Elend nicht schon wieder durchleben zu müssen.

BFF

Ein kaltes, verregnetes verlängertes Wochenende in der Ferienzeit – wenn ich Carola nicht gehabt hätte, hätte ich Valium nehmen müssen, um mich aus der tristen, grauen Realität wegträumen zu können.

Wir arbeiteten, planten, tranken literweise heißen Tee, sahen uns gemeinsam Filme an und kochten einander Suppe, kuschelten und motivierten uns gegenseitig.

Ja, Frauenfreundschaften – das ist schon ein Thema für sich. Ich erinnere mich: Als meine beste Freundin im Internat, Chris, mir eröffnete, sie sei jetzt die beste Freundin von jemand anderem, da fühlte ich mich, als sei jemand Geliebtes gestorben. Ich war 11 und hatte noch niemanden beerdigt, naja, jedenfalls keinen Menschen. Verschiedene Wellensittiche und aus dem Nest gefallene Spatzen, die es nicht geschafft hatten.

Die beste Freundin hat bei Frauen einen ungeheuer hohen Stellenwert – erst recht, wenn wir über die Jahre feststellen, dass unsere eigentlichen „Lebensgefährten“ oft nicht die männlichen sind, weil sie kommen und gehen, sondern eher die weiblichen, die mit uns die guten und schlechten Tage erleben und überleben.

Die vielen verheulten, durchtelefonierten Nächte bei Liebeskummer, die ausdauernden Shoppingtrips, die häuslichen Krankenbesuche mit Rotkäppchen-Korb und den richtigen Medikamenten, die wohlwollenden Einkaufs-, Koch- und Diättipps, die exzessiven Wellness-Erlebnisse, die getauschten Klamotten, die geänderten Kleider, die gemeinsam durchgestandenen Umzüge und Renovierungen, Hochzeiten, Trennungen und neuen Lieben, Tode und Geburten… diese unzähligen kleinen Liebesdienste passieren ganz selbstverständlich, während wir sie von unseren Partnern oft vergeblich erwarten.

Wenn eine Freundin aus meinem Leben verschwindet, entsteht einfach eine Lücke.  Es gibt Dinge, die ich nie wieder mit jemand anderem getan habe, nachdem ich mich mit der einen Freundin auseinander gelebt habe. Brigitte und ich verkleideten uns z.B. immer völlig verrückt aus ihrem Fotografen-Fundus und machten dann lustige Beweisfotos, bevor wir in der Aufmachung ausgingen und Kopfschütteln ernteten, über das wir uns totlachten. Ganz schön pubertär, ich weiß, aber das ist ja gerade das Schöne daran. Mit Anna ging ich am liebsten auf Konzerte, manchmal fuhren wir einer Band bis nach Amsterdam hinterher. Wir waren so ein cooles Gespann, dass die Musiker uns oft kennen lernen wollten und einluden. (Nein, wir waren keine Groupies! Einfach nur interessant, dekorativ, unterhaltsam, musikverrückt und mehrsprachig). Seit sie Mutter ist, kommt das leider nicht mehr vor und die viel zu selten besuchten Konzerte machen nur noch halb so viel Spaß. Marion ist die ideale Partnerin für seltsame Partys und skurrile Ausstellungen und wenn sie nicht mitkommt, dann gehe ich auch nicht hin, weil das meinen Süßen sowieso nicht interessiert. Seit Tina mit ihrem Hund weggezogen ist, gehe ich nciht mehr spazieren.

Komisch, dass wir hierzulande so auf die Frauen des Orients herabsehen, die in Haremsverbünden leben. Wie leer und einsam wäre unser Leben, wenn wir unsere täglichen 6000 Worte nicht mit unseren Lebensweg-Gefährtinnen verbrauchen könnten?

Flaute im Ehebett

Eine Lehrerin beschließt, die Intelligenz ihrer Schüler zu testen.
Sie fragt Hänschen: "Wenn auf einem Zaun zwei Vögel sitzen, und ich schieße zweimal auf sie, wie viele sind dann tot?"
Hänschen: "Einer".
Die Lehrerin ist enttäuscht und fragt Hänschen noch einmal: "Wenn auf einem Zaun zwei Vögel sitzen, und ich schieße zweimal, wie viele sind dann tot?"
Hänschen: "Einer".
Die Lehrerin ist völlig verwirrt und fragt Hänschen: "Bitte erkläre mir, wie Du auf diese Idee kommst, dass bei zwei Schüssen nur ein Vogel getroffen wird?"
Hänschen: "Ganz einfach, weil der andere nach dem ersten Schuss davonfliegt!"
Meint die Lehrerin: "Fantastisch, ich mag die Art, wie du denkst."
Meint Hänschen: "Da hätte ich aber auch eine Frage an sie, Frau Lehrerin. Drei Damen sitzen im Eissalon, eine leckt ihr Eis, die zweite beißt ihr Eis und die dritte saugt an ihrem Eis. Welche der Frauen ist verheiratet?"
Die Lehrerin wird komplett rot und meint dann ganz leise: "Ich glaube, die, die am Eis saugt."
Meint Hänschen: "Nein, es ist die, die einen Ehering trägt. Aber ich mag die Art, wie sie denken."

Diesen Witz habe ich gestern erzählt bekommen und natürlich hat er bei mir gleich ausgelöst, mich mal bei Ehepaaren an die Bettkante zu setzen.

Ich glaube, ich bin für keine Erfahrung exemplarisch, denn bei mir war meist alles anders.
Im Nachhinein betrachtet war meine Ehe – anders kann man´s gar nicht sagen – richtig wild! Mein bisher einziger Ehemann war ein echter 68er, sozusagen Gründer der K2 (die Kommune K1 wurde von Rainer Langhans und der scharfen Uschi Obermeier gegründet, er lebt immer noch mit einem Harem, sie ist inzwischen monogam glücklich) und ein Verfechter der freien Liebe und bewusstseinserweiternder Substanzen. Ich war ein neugieriges, junges Küken, das sich führen und das er laufen ließ. Für mich war Verheiratetsein gleichbedeutend mit Freizügigkeit, Tabulosigkeit und sexueller Erfüllung – das genaue Gegenteil von dem, was die meisten in ihrer Ehe erfahren!

Solange du keine Vergleiche hast, ist alles, was du selbst erlebst, erst mal die Normalität. Dass es da noch was anderes jenseits des Elfenbeinturms gibt, das habe ich erst gemerkt, als ich mich mit anderen darüber unterhalten, einschlägige Bücher und Zeitschriften gelesen und bei befreundeten Paaren näher hingeguckt habe. Deshalb vermute ich, verheiratet ist keine von den drei Eis-Genießerinnen, schon gar nicht mit Kindern... Der Ehe-Alltag ist nämlich eher ein erotisches Ödland. Von wegen lecken, beißen, saugen …

Ausgerechnet bei dem einen Partner, dem sie ewige Treue bis zum Ableben geschworen haben, machen die meisten in einem der wichtigsten Harmonie-Bereiche die größten Abstriche! Die Zeitungen sind voll von „Flaute im Bett“-Meldungen, kaum eine Frau spricht von Erfüllung, kaum ein Mann ist ausreichend befriedigt.

Einige leisten sich jahrelange außereheliche Verhältnisse, die nicht selten ohne Folgen bleiben. Der Vater meiner Freundin Janine z.B. war ein „glücklich verheirateter“ Geschäftsreisender. Mit 18 lernte Janine ihre beiden Halbgeschwister im Nachbarort kennen! Mancher Mann kommt zu vorgerückter Stunde der Aufforderung im TV „Ruf mich an!“ nach.
Prostitution, Tabledance-Bars, Telefonsex-Unternehmen, Swingerclubs und die Pornofilm-Branche florieren nicht wegen der hohen Single-Rate.

Eins verstehe ich nicht: Paare sprechen in der Regel über jeden Strafzettel, jede volle Windel, aber über die wirklich verbindenden Belange wird nicht kommuniziert! Nicht mal körperlich!

Wieso verschanzt sich Herr Müller in seinen S/M-Fantasiewelten, anstatt Frau Müller mal zärtlich ans Bett zu binden und abzuwarten, was passiert?
Wieso täuscht Frau Meyer immer wieder Orgasmen vor, anstatt Herrn Meyer sanft zum Geheimnis ihres Höhepunktes hinzuführen? Nichts lässt einen Mann mehr wachsen als wenn er seine Frau befriedigen kann…

Wieso flüstert Herr Sommer seiner Maxi-Schlafshirt-gepanzerten Frau nicht vor dem Einschlafen ins Ohr, welche Dessous ihn richtig in Fahrt bringen?   

Wieso dekoriert und beduftet Frau Bauer nicht mal sich und das Bad sinnlich-orientalisch, platziert das Kamasutra strategisch am Wannenrand und führt Herrn Bauer in ihre Wunschwelten ein?

Wiegt ein „Nein“ auf diesem heiklen Gebiet wirklich so viel schwerer als bei allem anderen? Ich glaube nicht. Ich glaube, dass wir das intimste, das Menschen miteinander teilen können, endlich mal wirklich mit unserem Auserwählten teilen sollten. In jeder Konsequenz! Was haben wir schon zu verlieren? Wenn 50 % der Ehen sowieso wegen unverschlossener Zahnpastatuben geschieden werden?

Onlinedating

Wie kann das sein, dass Selbstbild und Fremdbild so weit auseinanderklaffen bei durchschnittlich intelligenten, gebildeten und zudem kommunikativen Menschen?
Meine Freundin Carola hat sich – emanzipiert und selbstbewusst, wie sie ist - auf die moderne Form der Partnersuche gemacht und ihr „Profil“ (in der Steinzeit, also vor dem Internet-Zeitalter, gab es dafür Kataloge bei Heiratsinstituten) in einem Internet-Flirtportal eingestellt. Ich habe dann an einem kuscheligen, verregneten Sonntagnachmittag ihre Angaben quergelesen, ein realistisches, aber hochwertiges Porträt-Foto mit ausgesucht und ab ging die Post. Allerdings! Denn kaum war sie freigeschaltet, wurde ihr E-Mail-Postfach überflutet von Minnegesängen von schnauzbärtigen, bierbäuchigen, ältlichen Trauerklößen, wortkargen Nachrichten mit halbnackten Fotos von verheirateten Loverboys auf außerehelicher Abenteuersuche, Hilferufen von frisch getrennten Ehewracks mit Geldnöten, Kinderballast  und 90cm-Matratze.

Wie gesagt, ich habe Carolas Wünsche und Eigenschaften genau durchgelesen, da stand nichts dergleichen! Und ich verstehe auch nicht, dass jemand, der sich nicht mal die Mühe macht, ein neues Foto anzufertigen, sondern ein altes Urlaubsfoto mit Exfrau einstellt, glaubt, in der Klassefrau Carola die Liebe für´s Leben gefunden zu haben…Anfangs ist es ja sicher schmeichelhaft, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber als sie dann so gar niemand vom Hocker riss, stellte sich bei Carola eine schwere Depression gepaart mit der fixen Idee ein, sie werde nie wieder jemanden kennen lernen, der ihr Herz erwärmt.  Und das gemeinste daran: Von der Startseite lächeln einen höhnisch verliebte Pärchen an, die sich in Rekordzeit gefunden und verliebt haben! Sollen wir das glauben?      

Eigentlich ist das doch wie der Wunschzettel an den Weihnachtsmann: Man kann ja dort nicht nur gewünschtes Alter und Wohnort für die Suche angeben, sondern auch Größe und Haarfarbe und Lieblingsessen. Irgendwie scheint dieser Weihnachtsmann ein alter Trunken- oder ein besonderer Witzbold zu sein, denn nicht mal auf die wichtigsten Eckdaten achtet der Durchschnitts-Single bei seiner Auswahl der Zukünftigen!

Dabei wäre das das perfekte Forum…denn eines ist hier schon mal ziemlich sicher: Dass der andere bindungswillig ist! Was man von so einer Caipi-geschwängerten Disco-Bekanntschaft meist nicht behaupten kann...     

Bikinifigur!

Warum ist dieses FraueninPanik-niemehrohnePareo-DiätseitWeihnachten-Wort niemals zum Wort des Jahres gewählt worden?

Bedrohlicher als ein Supergau (denn dann hat man wirklich andere Sorgen), frustrierender als jede Trennung (Cellulite bleibt tatsächlich, bis dass der Tod uns scheidet), nervenaufreibender als 9 Monate Kindaustragen (denn nie sieht man so knackig aus wie auf den alten Fotos)...

Jetzt wo der Frühling vor der Tür steht - die Boutiquen preisen ihre verführerischen Sommer-Kollektionen an - lassen wir uns mit Wachs das Winterdickicht entfernen und machen Bestandsaufnahme der alten Sommergarderobe. Und da kommt das Grauen ans Tageslicht: Dellen, Röllchen, Wölbungen, schlaffe Masse, Pusteln, fahler Teint! Wer ist diese Leberwurst im Etuikleid, der Moppel im kneifenden String-Bikini, die mich da aus dem Spiegel entsetzt anstarrt? Schnell die Jalousien runter...

Dieses Wort – Bikinifigur -  kurbelt eine ganze Industrie an: Wir kaufen uns sämtliche Frauenzeitschriften mit todsicheren Tipps zur Bikinifigur in 5 Tagen, bestellen im Shopping-Sender eine nie da gewesene, ausländische Geld-zurück-Garantie-Diät, legen uns ein neues Power-Bike und eine Nordic Walking-Ausrüstung zu, schließen endlich einen Fitness-Studio-Vertrag mit 1 Jahr Laufzeit ab, von dem wir nach 3 Monaten nie mehr Gebrauch machen, um dann doch einen neuen Bikini zu kaufen, der uns die 5 x, die wir ihn tragen werden, die Illusion vermittelt, doch eine Esther Williams zu sein. Der liegt dann in der Schublade bei den anderen, sündteuren, 3 x getragenen Exemplaren aus den Vorjahren und ermahnt uns das ganze Jahr über vergeblich, dass die nächste Bikinisaison mit Gewissheit kommt.

In meinem nächsten Leben möchte ich definitiv als Grizzly wiedergeboren werden. Denen schlottert nach dem monatelangen, kuschligen Winterschlaf automatisch der Pelz. Wenn sie beim ersten Sonnenstrahl aus ihrer Höhle kriechen, schieben die garantiert keine Bikini-Panik, sondern erfreuen sich an der Wärme und fressen sich fröhlich rund, bis es wieder kalt wird!       

Lügen

Heute schon geschwindelt? Nein? Dann vielleicht nicht bewusst. Denn angeblich lügen wir alle - so christlich wir auch immer sein mögen - in einem 10minütigen Gespräch bis zu 60 Mal!
Das Lügen ist uns sozusagen von Mutter Natur in die Wiege gelegt worden und diente ursprünglich dem nackten Überlebenstrieb: Den Gegner auszutricksen, Beutetiere mit List und Tücke anzulocken oder dem begehrten Weibchen vorzugaukeln, man sei der kapitalste Hirsch im Wald.

Wenn also jemand Ehrlichkeit auf seine Fahne und in seine Kontaktanzeige geschrieben hat, dann gilt das wahrscheinlich nur für kapitale Lügen.

Frauen und Männer unterscheiden sich jedoch maßgeblich in ihren Schwindeleien, heißt es:
Während Männer aus Konfliktscheu oft zu alltäglichen Notlügen greifen, finden Frauen nur richtig wichtige Dinge des Lügens wert, z.B. Geld- und Familienangelegenheiten wie Kuckuckskinder oder ein Verhältnis.

Aber wer lügt denn nun besser und öfter?
Grundsätzlich mal ist nicht jeder zur Lüge geboren. Wer große Angst hat, erwischt zu werden, der sollte einfach bei der Wahrheit bleiben.
Ich zum Beispiel sage manchmal aus reiner Bequemlichkeit die Wahrheit, auch wenn mir daraus ein Nachteil entsteht, nur weil ich zu faul bin, mir ein plausibles, unumstößliches Gerüst darum herum zu konstruieren. Das ist ja das A& O einer gelungenen Lüge. Bei eventuellem Nachbohren – die ich ja meist selbst tue, wenn mir was spanisch vorkommt - muss die ganze Geschichte ja bis ins Detail nachvollziehbar sein. Und da würde mich mein Gedächtnis sicher mal im Stich lassen und schon säße ich in der Patsche. Viel zu mühsam...

Männer denken nicht so kompliziert um die Ecke wie wir Frauen. Sie finden oft geradere Wege und lügen deshalb meist selbstsicherer und souveräner. Vor lauter Flunker-Routine verstricken sie sich aber bei den belanglosesten Notlügen leichter in Widersprüche und geraten damit genau in die Konfliktsituationen, die sie durch die Lüge vermeiden wollten. Dumm gelaufen...

Eine gute Lüge erfordert Phantasie, analytisches Denken, Kombinationsgabe, strategische Planung und ein gutes Gedächtnis - eigentlich alles Managerqualitäten.

Tja, wenn da nicht so kleine Missgeschicke wären, die in den besten Familien vorkommen: Ein Mann, der seit langem ein Verhältnis hat, flunkert seiner Frau per Handy eine „Schatz, heute wird es spät werden im Büro“-Geschichte vor. Anschließend wählt er aufgeregt die ebenfalls eingespeicherte Nummer der Geliebten, um mit ihr Arrangements für ein Rendezvous zu treffen. Leider hatte er aus Versehen die Wiederwahltaste erwischt!

Wenn man schon mal mit einer Lüge durchgekommen ist, sollte man seinem Opfer wenigstens so viel Respekt entgegenbringen, dass man damit nicht vor anderen herumprahlt. Auf blöden Umwegen kommen eben manchmal die unwichtigsten Lügen raus und dann ist das gesamte Vertrauen für immer hin!

Götterspeisen

Mmhhh… Gibt es was Schöneres, als Menschen mit einem leckeren Essen glücklich zu machen?

Na klar gibt´s da noch was anderes, aber eine hungrige Meute zu bekochen und anschließend in ihre zufriedenen Gesichter zu blicken, ist für mich fast das Beste. Entsprechend dieses doofen Chauvi-Witzes „Eine Frau gehört an den Herd und der steht bei mir im Schlafzimmer“ sind Küche und Schlafzimmer (vorzugsweise mit separatem Ankleidezimmer) für mich die wichtigsten Lebensräume. Leider sind dies hierzulande meist auch die kleinsten Räume, was ich nicht verstehe, weil man da doch erwiesenermaßen die meiste Zeit verbringt.

Einen wesentlichen Teil der Kochzeremonie macht für mich das Einkaufen aus, vor allem auf Märkten. Nicht so poplige, geizige Münchener Wochenmärkte mit fünf unattraktiven Bretterverschlägen, sondern so endlose, riesige mit kalten und warmen Leckereien aus aller Herren Länder - geschnitten oder am Stück -, die man anfassen, erschnüffeln und kosten kann. Märkte wie in Italien und Spanien, mit Klamotten, PRADA-Plagiaten, Haushaltsgeräten, Näh- und Spielzeug, Geschirr und und und, die man an einem Vormittag kaum durchmessen kann, weil es so viel zu schauen, staunen und quatschen gibt.
Außerdem liebe ich Kochbücher und Kochshows, denn ohne die hätte ich in meiner Kindheit wahrscheinlich Skorbut gekriegt aufgrund einseitiger Mangelernährung.

Jamie Oliver, der immer so leidenschaftlich und genüsslich mit den Händen im Essen rummanscht, ist mein absoluter Herd-Gott, denn auch ich halte das Berühren von Lebensmitteln für ein ultimativ sinnliches Erlebnis.
Habt ihr schon einmal beim Gemüsehändler mit der flachen Hand über die Kräutertöpfe gestrichen und daran gerochen?

Und schließlich liebe ich den Akt an sich. Den Akt des Kochens meine ich.
Diese Herausforderung, etwas zu kreieren, von dem man noch keine Vorstellung hat. Das richtige Timing, sämtliche Komponenten zur gleichen Zeit gar und hübsch auf den Teller zu bringen. Das Abenteuer, ob es genauso wird wie beim letzten Mal. Die Spannung, ob die anderen den eigenen Geschmack teilen. Ist es nicht wundervoll, zusammen mit Freunden die verschiedensten Sachen zuzubereiten und das alles dann stundenlang wild durcheinander zu essen? Wie schön, dass mein Kulinarischer Frauen-Salon mir wenigstens alle zwei Wochen die Möglichkeit dazu bietet.
Buffets sind für mich die ideale Art zu speisen, denn meine Devise ist Abwechslung oder „Für jeden etwas“. Damit alle zufrieden und satt sind, so unterschiedlich ihr Geschmack auch sein mag.

Die kleine Jasmin konnte man mit Petit Fours anstatt einer Geburstagstorte glücklich machen und als ich die italienischen Pasticcine, die kunstvollen Mini-Kuchen, die man sonntags auf einem Tablett zum Kaffee nachhause trägt wie Pralinen, die ich auch sehr viel mehr schätze als eine schnöde Tafel Schokolade, entdeckte, war ich für immer verloren. Aber auch von Tapas, Sushi oder Barbecues kriege ich nie genug.
Ich glaube, ich muss mir mal schnell was Leckeres zu essen machen…

Modesünden

Mit der Mode ist das so eine Sache, finde ich.

In einer Saison ist man eine angesagte Schönheitskönigin und ein paar Monate später schleicht frau als farbloses Aschenputtel durch die Gegend.
Letztes Jahr musste ich mit Scheuklappen an allen Schaufenstern vorbei gehen, weil es so unglaublich viele Outfits mit dem gewissen Etwas in genau meinen Farben gab, die nicht nur weiblich waren, sondern mir auch noch hervorragend standen. Höchst inspiriert habe ich daraufhin die InStyle abonniert. Und nun ist alles hässlich – vor allem die aberwitzigen Vorschläge dieser Designer-hörigen Stylistinnen! Ein komplettes Heft voller Scheußlichkeiten? Das ist doch keine Geschmacksfrage mehr.  

Mal ganz ehrlich:
- Wer bitte möchte seine Wespentaille mit Umstandshängerchen verbergen?
- Soll ich mich den ganzen Sommer zu Hause verschanzen, weil Nude-Look und Schlammfarben aus mir einen Grottenolm machen?  
- Wer jenseits der sechzehn glaubt allen Ernstes an eine Verjüngungskur durch kurze Kinderkleidchen mit Cowboystiefeln (die sehen doch nur in Texas gut aus)?
- Alles, was schäbig aussieht, farbenblind bedruckt, schlecht verarbeitet ist und schiefe Nähte hat, wird einfach zum angesagten Hippie-Boho-Look deklariert?
- Halloooo!!! Wir sind hier nicht in Los Angeles! Sexy Sandalen, die nur aus einem neckischen Riemchen bestehen, kann ich hierzulande allenfalls eine Nacht im Jahr ohne nachfolgende Blasenentzündung (oder im Bett mit meinem Süßen) tragen!   

Das einzige, worüber ich mich diesen Sommer freue: Dass ich aufgrund der mangelnden modischen Verlockungen ziemlich viel Geld sparen werde… 

The bed´s too big without you

„Daran wirst du dich schon gewöhnen“, ist einer der grausamsten Sätze, die ich kenne.

Schon im Internat, wo sich fünf unermüdlich flüsternde, kichernde halbwüchsige Mädchen Nacht für Nacht den Schönheitsschlaf raubten, wurde ich zum eifrigen Verfechter getrennter Schlafzimmer.
Später wurde ich das Opfer derart brutaler Schnarch-Attacken, dass jeder Richter meinen Kissen-Erstickungs-Anschlag zur Notwehr deklariert hätte. Ich frage mich, wie die vielen durchwachten Nächte so spurlos an mir vorüber gehen konnten. Hat mich vielleicht der Matratzen-Kampfsport, den ich gezwungenermaßen nachts ausübte, so fit gehalten? Disziplinen wie Decke-ruckartig-wegreißen, an-meinem-Kopfkissen-zerren, weil das eigene irgendwo zerknüllt zwischen den Beinen klemmt, Diagonalliegen, was meinen Schlafplatz auf die Größe eines Geodreiecks reduzierte (Hätte ich einen Hund gehabt, ich hätte in seinem komfortablen Körbchen um Asyl gebeten), mit den Armen rudern (Spannweite: 2 m!), treten (Au!!!), schlafwandeln gepaart mit unabsichtlicher Randale (gleichermaßen hassenswert – Scherben sind Scherben!), selbst gelegentliche Atmungsaussetzer zwischen den markerschütternden Sägeattacken, machten einen Jahresvertrag im Fitnessstudio überflüssig. Ungezählte Nächte verbrachte ich auf meinem eigenen Gästesofa, hellwach vor Wut. „Das kann´s ja wohl nicht sein! Nicht, wenn man noch nicht mal gestritten hat!“, dachte ich und schaffte mir ein riesiges eigenes Bett an. Hier hielt ich nur noch Audienz im Wachzustand, ein Daueraufenthalt war nicht erwünscht. Aach, war das erholsam…

Dann traf ich auf meinen Süßen und bekam o.g. Satz zur Antwort auf mein Anliegen, getrennt zu nächtigen, gefolgt von einem Arm, der mich in den Schwitzkasten nahm und mich die ganze Nacht nicht losließ. Nach einigen vor Aufregung durchwachten Nächten hatte ich mich tatsächlich daran gewöhnt und konnte mir fortan nichts Schöneres vorstellen, als von ihm mit Armen und Beinen umklammert und fixiert zu werden.

Tja, und nun? Nun kann ich nicht mehr schlafen, wenn mal kein warmer Körper an mir klebt… Nun fehlt er mir so unglaublich, wenn ich mal alleine in meinem (alb)traumhaft großen Bett liege…

dateFormat

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